Ariel - Losers

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Titel Deutschland: Ariel - Losers
Titel Deutschland (TV): Ariel - Abgebrannt in Helsinki
Genre: Roadmovie
Farbe, Finnland, 1988

Kino Deutschland: 31. August 1989
Laufzeit Kino: 74 Minuten, FSK 16

DVD Deutschland: -
Video Deutschland: 15. September 1990
TV Deutschland: 20. März 1991 (ARD)
Laufzeit DVD/Video: - Minuten



Inhalt Taistos Vater erschießt sich, als das Bergwerk gesprengt wird, in dem beide arbeiten. Alles was er ihm hinterlässt, ist ein altes Cabrio. So fährt er tausend Meilen nach Helsinki und verliebt sich dort in ein Mädchen mit Kind. Arbeit gibt es nicht, man raubt ihm sogar sein letztes Geld und schlägt ihn blutig.

Als er diese Rechnung später begleicht, geht er ins Gefängnis. Mit seinem Kumpel gelingt ihm die Flucht. Nach einem Banküberfall wollen sich alle mit dem Überseedampfer "Ariel" ins rettende Ausland absetzen. Im letzten Moment wird Taistos Kumpel von einer Kugel tödlich getroffen, die Flucht in eine bessere Zukunft scheint gefährdet ...


Darsteller & Stab Darsteller: Turo Pajala (Taisto Kasurinen), Susanna Haavisto (Irmeli), Matti Pellonpää (Mikkonen), Eetu Hilkamo (Riku), Erkki Pajala (Bergarbeiter), Matti Jaaranen (Räuber), Hannu Viholainen (Komplize), Jorma Markkula (Tallymann)

Stab:Regie: Aki Kaurismäki • Produzenten: Aki Kaurismäki • Drehbuch: Aki Kaurismäki • Vorlage: - • Filmmusik: Olavi Virta, Rauli Somerjoki • Kamera: Timo Salminen • Spezialeffekte: - • Ausstattung: - • Schnitt: Raija Talvio • Kostüme: - • Make Up: - • Ton: - • Ton(effekt)schnitt: - • Stunts: - •


Filmkritiken Dirk Jasper FilmLexikon: Die ironische Aussteigergeschichte Ariel ist Roadmovie, Gangsterdrama und Liebesgeschichte zugleich. Aki Kaurismäkis lakonisch knapp erzählte Filmballade über einen arbeitslosen Bergarbeiter begründete zusammen mit dem Kultfilm Leningrad Cowboys Go America den internationalen Ruhm des Autodidakten. Aki Kaurismäkis kurze, schnelle Filmerzählungen sind aber weit entfernt von platter Sozialkritik und pädagogischem Aufklärungsbemühen. Voll Ironie und trockenem Humor beschreibt der finnische Filmemacher in Ariel die Bemühungen seines "naiven" Helden, in der Großstadt Helsinki seinen Weg zu machen: eine sarkastische Ballade über die Unmöglichkeit, in einer Geld- und Leistungsgesellschaft ohne Lohn und Brot ehrbar zu bleiben.

Lexikon des internationalen Films: Eine melo-komödiantische Glückssuche vor dem Hintergrund einer Gesellschaft, die von Schmutz und Misstrauen geprägt ist. Voller Poesie, knapp und schnörkellos erzählt und doch auch einem schonungslosen Realismus bei der Beschreibung gesellschaftlicher Zustände verpflichtet. Sehenswert.

tip, Berlin: Eine einfache, aber anrührende Kinogeschichte mit tragischen und komischen Elementen - der konsequenteste und beste Film des jungen finnischen Regisseurs. Aki Kaurismäki spielt ironisch mit Klischees und Mustern des amerikanischen Genre-Kinos, ohne dabei seine Figuren und seine Geschichte zu verraten.


Hintergrund Die Welturaufführung war am 16. Februar 1989 beim Internationalen Forum des Jungen Films bei der Berlinale.

Die Kaurismäki-Brüder sind der Inbegriff des finnischen Kinos. Mit Hilfe ihrer 1981 gegründeten Produktionsfirma "Villealfa" haben sich die Brüder in Helsinki ein kleines Filmimperium aufgebaut. "Villealfa" zeichnet heute für etwa ein Drittel der gesamten finnischen Filmproduktion verantwortlich. Beide Regisseure arbeiten schnell und gelten als Vieldreher. Sie repräsentieren das Kino ihres Heimatlandes, obwohl inzwischen beide, ihren Filmhelden folgend, Finnland weitgehend den Rücken gekehrt haben. Mika Kaurismäki lebt heute zeitweise in Rio, Aki Kaurismäki in Portugal.

"Der Erinnerung an die finnische Realität" hat das nordische Filmwunder Aki Kaurismäki seine lakonische Abstiegs- und Aussteigergeschichte Ariel gewidmet. Bereits in seinem 1986 entstandenen Spielfilm Schatten im Paradies hatte Aki Kaurismäki das Leben in Helsinki, der finnischen grauen Stadt am Meer, in den tristesten Farben gemalt und die Liebesgeschichte eines Müllmanns und einer Supermarkt-Kassiererin bar jeglicher Romantik und Sentimentalität erzählt.

Filmplakat
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Szenenfoto
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