Miss Daisy und ihr Chauffeur

Filmkritik von Diana Beiler

Das Kino ist der Ort für ganz große Gefühle (und damit meine ich nicht das Fummeln in der letzten Reihe!). Liebe, Hass, Leidenschaft - all diese Gefühlsregungen scheinen sich auf die Leinwand projiziert noch zu verstärken.


+++ Werbung +++

Ein Film, der sich mit viel subtileren Emotionen beschäftigt ist Miss Daisy und ihr Chauffeur. Kein Sex, keine dunklen Obsessionen, keine Eifersuchtsdramen oder verhängnisvolle Affären, sondern einfache, reine und lebenslange Freundschaft. Die jüdische Südstaaten-Lady Miss Daisy ist schon in den Siebzigern und kann sich mit dem Gedanken, dass ihr Sohn (Dan Aykroyd in einer ernsten Rolle!) ihr einen Chauffeur aufzwingt, so gar nicht anfreunden.

Mit viel Geduld und mindestens ebenso viel Starrsinn kann der schwarze Fahrer die alte Dame doch schließlich von sich überzeugen, und es entsteht zwischen den beiden eine tiefe Zuneigung. Die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern Jessica Tandy (bekam dafür mit 80 Jahren den Oscar - besser spät als nie!) und Morgan Freeman stimmt dabei perfekt, das zarte Band, das die beiden verbindet, kann man förmlich spüren.

Von 1948 angefangen begleitet man Miss Daisy und ihren Chauffeur 25 Jahre lang bis ins Jahr 1973, eine Zeit, in der gerade der Süden der USA sich im Umbruch befand, was auch der Schwarze Hoke zu spüren bekommt und dem Film noch zusätzlich das Prädikat "political correct" verleiht.

Manche Filme schaffen es auch mit ganz leisen Tönen, ganz große Emotionen zu erwecken - ach ja, noch ein Tip: Vergessen Sie nicht, Taschentücher bereitzulegen, spätestens am Ende werden Sie sie bitter nötig haben!

Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto


© Diana Beiler, Kabel 1 © 1994 - 2010 Dirk Jasper