Kinder des Olymp

Ausführlicher Inhalt

Teil 1: Le Boulevard du Crime (Der Boulevard des Verbrechens) Auf dem Boulevard du Temple, wegen der ungeklärten Verbrechen und der aufgeführten Stücke auch Boulevard du Crime genannt, drängeln sich die Menschen, um Gaukler, Seiltänzer und bärtige Damen, Kraftmenschen und dressierte Affen zu sehen oder die Theater zu besuchen, wie das Funambules.

Auch Garance arbeitet am Boulevard du Crime, als die Verkörperung der Schönheit. Sie sitzt in einem Brunnen, dessen Wasser gerade bis über ihre Brüste reicht, und blickt, während sie gedreht wird, unbeweglich in einen Handspiegel.

Das Interesse der Zuschauer ist gering, da sie kaum etwas zeigt, so dass die Show aufgelöst wird. Garance, arbeits- und wohnungslos, spaziert über den Boulevard.

Frédérick Lemaitre, ein charmanter und witziger Stutzer, der unbedingt Schauspieler werden möchte, und gerade vom Türsteher des Funambules abgewiesen wurde, spricht sie an. Zu seinem Bedauern aber hat Garance bereits ein Rendezvous.

Frédérick ist schnell getröstet, als er eine andere schöne Frau erblickt. Garance geht zu ihrem Freund Lacenaire, einem öffentlichen Schreiber, der jedoch ein Garance wohlbekanntes Doppelleben führt. Lacenaire ist ein "Dieb aus Not und Mörder aus Passion".

Seine zweite Leidenschaft ist das Dichten, er schreibt Burlesken. Lacenaire ist in Garance verliebt, aber sie sieht in ihm nur einen Freund, den sie jeden Tag aus Langeweile besucht.

Garance setzt ihren Spaziergang über den Boulevard fort und bleibt vor dem Funambules stehen, um den Pantomimen Baptiste Debureau zu betrachten. Baptiste träumt vor sich hin, während sein Vater, der Schauspieler Anselme Debureau, ihn vor dem Publikum als Idioten darstellt.

Ein gutbürgerlicher Mann neben Garance macht sich über Baptiste lustig. Garance antwortet jedoch, Baptiste habe schöne Augen. Während dessen stiehlt Lacenaire dem Mann eine goldene Taschenuhr und verschwindet.

Der Bestohlene verdächtigt Garance und ruft nach der Polizei, die Garance verhaften will. Doch Baptiste hat den Diebstahl beobachtet und schildert wortlos, nur mit Hilfe der Pantomime, den Hergang des Geschehens und entlastet Garance. Zum Dank wirft sie ihm eine Rose zu. Beide haben sich ineinander verliebt.

Im Funambules, wo wie üblich das Chaos herrscht, kommt es während der Vorstellung des Stücks "Les Dangers de la Forét" zu einem Eklat, da die Schauspieler Scarpia Barrigni und Anselme Debureau ihrem Hass auch auf der Bühne freien Lauf lassen, sehr zur Freude der Zuschauer, vor allem der "Götter" in den billigen obersten Rängen, dem sogenannten "Paradis".

Sie sind für die Schauspieler die wichtigsten Zuschauer, weil sie unmittelbar reagieren und ihren Emotionen freien Lauf lassen. Wer ihre Sympathie gewinnt, ist ein Kind des Olymp. Der Direktor mußs die Vorstellung abbrechen.

Barrigni, der Verlierer des Kampfes, kündigt mitsamt seiner Familie. Der Direktor engagiert Frédérick und Baptiste als Ersatz, sehr gegen den Willen Anselmes, der den Sohn für einen Versager hält. Baptiste trifft im Funambules die schöne Nathalie, die schon lange in ihn verliebt ist.

Aber Baptiste liebt sie nicht. Als sie die Blume von Garance sieht und er ihr erklärt, er liebe die Frau, die sie ihm geschenkt habe, weckt dies ihre Eifersucht. Baptiste quartiert Frédérick in der kleinen Pension von Madame Hermine ein, in der er ebenfalls ein Zimmer hat.

Während sich Frédérick mit der einsamen Madame Hermine bekannt macht und sie mit seinem charmanten Wesen für sich einnimmt, um die Miete zu drücken, verlässt Baptiste das Haus, um in der Dunkelheit der Nacht durch die Straßen zu gehen und die Menschen zu beobachten.

Als er einen blinden Bettler sieht, versucht er, sich vorbeizuschleichen, da es ihm unangenehm ist, ihm kein Geld geben zu können. Der Bettler bemerkt ihn jedoch und lädt ihn ins Rouge-gorge (Rotkehlchen) ein, eine düstere Spelunke, die ihren Namen daher hat, dass dem vorherigen Besitzer die Kehle durchgeschnitten wurde.

Das Rouge-gorge ist Treffpunkt der Halb- und Unterwelt, der Huren, Diebe und Mörder. Baptiste entdeckt zu seiner Überraschung, dass der Bettler sehen kann und in der Spelunke als Gutachter für Diebesgut gefragt ist.

Heimlicher Herrscher des Rouge-gorge ist Lacenaire, der Mörder des Vorbesitzers. Auch an diesem Abend ist er zu Gast, zusammen mit seinem getreuen Helfer Avril, dem Rest der Clique und Garance. Baptiste starrt Garance voller Bewunderung an, lächelt und kann seinen Blick nicht abwenden.

Garance langweilt sich mit Lacenaire, der unbedingt eine Liebeserklärung von ihr hören möchte. Garance erklärt ihm jedoch, dass sie ihn nicht liebe und dass ihr sein Herz zu kalt sei. Sie möchte tanzen. Unvermittelt steht Baptiste hinter ihr und fordert sie auf.

Sie geht mit ihm auf die Tanzfläche und provoziert damit Lacenaires Eifersucht und Wut ob dieser Beleidigung. Nur mühsam bewahrt er seine Ruhe. Avril jedoch bemerkt, was in ihm vorgeht und nach einer kurzen Verständigung mit Lacenaire geht er auf Baptiste zu, packt ihn am Kragen und wirft ihn durch das Fenster auf die Straße.

Baptiste kommt zurück, hebt ruhig die Rose von Garance auf, die er in dem Kampf verloren hatte, steckt sie sich an und verpasst ihm einen harten Tritt in den Magen. Avril geht zu Boden. Es ist bereits spät und Baptiste bietet Garance an, sie nach Hause zu begleiten.

Auf dem dunklen, menschenleeren Platz vor der Mauer von Ménilmontant bleiben sie stehen. Er erklärt Garance, dass er in seiner Kindheit lernen mußste, sich zu wehren. Sein Vater habe ihn oft verprügelt, er selbst habe sich in Träume geflüchtet.

Sie blicken auf Ménilmontant, das Arbeiterviertel. Hier wuchs Garance auf. Der Vater hatte die Familie verlassen, die Mutter war Wäscherin und starb, als Garance fünfzehn Jahre alt war.

Seitdem ist sie allein auf sich gestellt und lebt von ihrer Schönheit. Da sie wohnungslos ist, nimmt Baptiste sie mit in die Pension, wo Madame Hermine ihr ein Zimmer gibt. Garance bittet Baptiste, die Nacht mit ihr zu verbringen.

Aber Baptiste, ein verträumter Romantiker, lässt sie allein. Garance singt ein Liebeslied, das von Frédérick gehört wird. Er erkennt ihre Stimme und geht auf den Balkon. Nach einer kurzen Unterhaltung kommt er zu ihr ins Zimmer.

Sie hat die Tür für ihn offengelassen. Garance und Frédérick werden ein Paar. Baptiste ist vor Liebeskummer todunglücklich. Er erkennt, dass sich Garance und Frédérick nicht wirklich lieben. Garance gesteht sich selbst ein, dass sie nicht glücklich ist. Frédérick erzählt ihr, sie spreche im Traum, nenne Baptistes Namen.

Garance wird Mitglied des Ensembles vom Funambules und tritt gemeinsam mit Frédérick und Baptiste in dem Stück "L' Amoureux de la lune" auf, in dem sie die Statue der Mondgöttin darstellt.

Der wohlhabende Dandy Comte Edouard de Montray, der die Vorstellung gemeinsam mit zwei Freunden besucht, ist von ihrem Anblick fasziniert, schickt ihr einen prachtvollen Blumenstrauß in die Garderobe und sucht sie nach der Vorstellung auf.

Anfangs kann er seine Aufregung hinter einer kühlen Maske und einen steifen Habitus verbergen, doch dann macht er ihr eine pathetische Liebeserklärung, legt ihr sein Leben und sein Vermögen zu Füßen. Er verspricht ihr eine luxuriöse Kutsche und wertvolle Juwelen, aber Garance lehnt ab.

Sie erklärt dem Grafen, dass sie frei und unabhängig sei, alles habe, was sie brauche und dass jemand sie vielleicht liebe. Sie möchte kein Leben im goldenen Käfig. "Diamanten, Pferde, Hafer, Zaumzeug und schließlich die Kandare."

Der Graf ist verwirrt. Nie zuvor hat ihm eine Frau derartiges gesagt. Schließlich gibt er ihr seine Karte und verabschiedet sich mit den Worten, sie könne sich jederzeit an ihn wenden. In seiner Verwirrtheit bemerkt er beim Verlassen der Garderobe nicht, dass Baptiste eintritt.

Baptiste ist vollkommen verzweifelt und spricht von seinem Tod. Er möchte sterben, weil er glaubt, dass Garance ihn nicht liebt. Garance fragt ihn traurig, wer gesagt habe, dass sie ihn nicht liebe.

Nathalie, die alles mit angehört hat, antwortet feindselig und eifersüchtig, sie sage dies. Vor Garance erklärt sie Baptiste ihre Liebe und ihr Vertrauen in eine gemeinsame Zukunft. Baptiste schickt Nathalie fort.

Mittlerweile hat sich Lacenaire unter dem Namen Forestier und auf angebliche Empfehlung von Garance bei Madame Hermine ein Zimmer gemietet und mit einem Trick einen Kassenboten zu sich bestellt. Zusammen mit Avril lauert er dem Boten auf.

Avril schlägt den Mann nieder, sie rauben ihm das Geld und fliehen. Als der Inspektor Garance der Komplizenschaft verdächtigt und sie wegen versuchten vorsätzlichen Mordes verhaften will, überreicht sie ihm die Visitenkarte des Grafen.

Teil 2: L' Homme Blanc (Der Mann in Weiß) Einige Jahre später. Der lebenslustige Frédérick, mittlerweile ein erfolgreicher Schauspieler, fährt in einer Kutsche mit zwei jungen Frauen den Boulevard du Crime entlang, auf dem ein großes Treiben herrscht.

Aber die Theater sind noch geschlossen, es gibt weniger Gaukler, dafür viele Arbeiter, Kinder und Händler. Die Kutsche hält am Grand Theátre, an dem Frédérick ein Engagement hat.

Er findet das Stück "L' Auberge des Adrets" zwar grauenhaft, hat aber eine Rolle übernommen, weil er unter notorischer Geldnot leidet. Er gibt immer mehr aus als er verdient.

Im Theater lauern ihm bereits die Geldeintreiber auf. Nach einer kleinen Auseinandersetzung flüchtet er auf die Bühne zu seinem Auftritt. Er spielt einen entflohenen Sträfling und da er Text und Handlung nicht mag, improvisiert er kurzerhand und macht aus dem langweiligen Dramolett eine saftige Farce.

Das Publikum ist begeistert, die drei Autoren sind empört und fordern Satisfaktion. Zurück in der Garderobe wird Frédérick von einem Unbekannten erwartet. Es ist Lacenaire, der gerade aus einem Provinz-Gefängnis ausgebrochen ist.

Lacenaire macht ihm höflich Komplimente wegen seines Erfolges, auf die Frédérick bescheiden reagiert. Dann aber gibt ihm Lacenaire eisig und bestimmt zu verstehen, dass dies ein Überfall ist. Er braucht dringend Geld und versichert Frédérick, es ginge um Leben und Tod.

Ein wenig überrascht, aber freundlich holt Frédérick ein Bündel mit Geldscheinen hervor, teilt es in zwei Hälften, von denen er eine Lacenaire überreicht. Ohne es zu wissen, ist er soeben mit dem Leben davon gekommen.

Als Frédérick fragt, was ihn so sicher gemacht habe, das Geld zu bekommen, tritt auf Lacenaires Aufforderung hin Avril mit einem Dolch in der Hand hinter dem Paravent hervor. Frédérick ist perplex und bricht in Lachen aus, als er die Parallele zwischen seiner jetzigen Situation und dem Theaterstück bemerkt.

Da sowohl Lacenaire als auch Avril eine Schwäche für das Theater haben und Frédérick kaum an eine zweite Möglichkeit glaubt, Spezialisten in Sachen Raub und Mord zu befragen zu können, lädt er die beiden Verbrecher gutgelaunt zu einem ursprünglich für die drei Autoren gedachten Imbiss in seiner Garderobe ein.

Am nächsten Morgen erscheint Frédérick mit Lacenaire und Avril als Sekundanten zum Duell. Ausnahmsweise ist er pünktlich, dafür aber betrunken. Die drei Autoren, von denen einer Frédéricks Gegner ist, erwarten ihn bereits mit dem Arzt und dem Theaterdirektor als Sekundanten.

Frédérick wird bei dem Duell am Arm verwundet. Da er nicht spielen kann, geht er zum Funambules, um das Stück "Chand d'Habits" zu sehen.

Baptiste, der inzwischen sehr populär ist, spielt darin Pierrot, der in eine Gräfin verliebt ist, ihr aber aufgrund seiner schäbigen Kleidung nicht in das Schloss folgen kann, wo ein großer Ball stattfindet. Die Gräfin wird gespielt von Nathalie, nunmehr Baptistes Frau.

Das Ehepaar hat einen Sohn, der ebenfalls Baptiste heißt. Die Vorstellung ist ausverkauft. Doch der Billetverkäufer kennt Frédérick und führt ihn in die Loge einer mysteriösen Dame, die jeden Abend ins Theater kommt, um Baptiste zu sehen.

Bei ihr ist noch ein Platz frei. Frédérick erkennt in der verschleierten Frau Garance wieder. Sie verschwand seinerzeit aus seinem Leben ohne ein Wort der Erklärung.

Garance, in Melancholie versunken und müde, hat die letzten Jahre mit Edouard in Indien und Schottland verbracht. Seit kurzem ist sie wieder in Paris, der einzigen Stadt, die sie liebt. Frédérick erkennt, dass Garance immer noch Baptiste liebt.

Dies und die Tatsache, dass Baptiste "wie ein Gott" spielt, machen ihn eifersüchtig. Gleichzeitig ist er Baptiste für dieses vorher nie gekannte Gefühl dankbar, denn endlich fühlt er sich in der Lage, Othello zu spielen.

Frédérick will Baptiste sehen. Nach anfänglichem Zögern bittet Garance ihn, Baptiste von ihr zu erzählen, sollte er noch Interesse an ihr bekunden. Frédérick und Baptiste, die beide befangen sind, tauschen zunächst Höflichkeiten und Entschuldigungen aus, Baptiste wirkt unbeteiligt.

Als Frédérick jedoch von der Vergangenheit spricht und Garance erwähnt, erwacht Baptiste wie aus einem Traum und seine Augen leuchten auf. Einen Moment später sagt er traurig, das sei schon so lange her und vorbei.

Als Frédérick ihm jedoch erzählt, dass die Frau, die jeden Abend in die Vorstellung kommt, Garance ist, ist Baptiste wie gelähmt. Er mußs sich zwingen, auf die Bühne zu gehen, wo er mit Nathalie einen Walzer tanzen mußs.

Aber mitten im Tanz bricht er plötzlich mit einem Ausdruck der Verzweiflung ab, läuft von der Bühne zu Garance Loge und öffnet die Tür. Die Loge ist leer. Nathalie hatte von dem Lumpensammler Jéricho erfahren, wo Garance ist und ihren Sohn zu ihr geschickt mit der Botschaft, sie seien eine glückliche Familie.

Garance, die glaubt, Baptiste wolle nichts mit ihr zu tun haben, ist in das Schloss zurückgekehrt, in dem sie mit Edouard lebt. Lacenaire erwartet sie bereits. Er verlangt, dass sie ihm Edouard vorstellt.

Er möchte ihn um nichts bitten, aber er möchte den Mann kennen lernen, dem Garance gehöre. Er solle sich keine Gedanken machen, sagt Garance. Edouard habe sie gekauft, aber ohne Bedingung. Sie sei immer noch frei. Lacenaire sieht, dass Garance sich nicht verändert hat.

Das Geld hat sie nicht verdummt, sie ist nicht verzogen, billig, enttäuscht. Die Tatsache, dass Garance sein schlechtes Menschenbild nicht bestätigt, ärgert ihn maßlos. Ob sie ihn für ein Monster halte, fragt Lacenaire. Und sie antwortet, vielleicht, aber er sei nicht das einzige.

Da sie ihm nichts mehr zu sagen hat, lässt Garance ihn stehen und geht in ihre Gemächer. Lacenaire will das Schloss verlassen. Auf der imposanten Freitreppe hinunter ins Erdgeschoss begegnet er Edouard. Der bestätigt ihm auf eine Frage hin, der Graf de Montray zu sein.

Als Edouard ihn fragt, wer er sei und was er in seinem Haus mache, antwortet Lacenaire, er halte diese Fragen für indiskret. Beleidigt fordert ihn Edouard zum Duell, Lacenaire aber lehnt ab und gibt Edouard zu verstehen, dass er ihn töten werde zu einem Zeitpunkt, den er bestimme.

Edouard lässt Lacenaire von seinem alten Diener Valentin hinausführen. Beide Männer hassen sich abgrundtief. Edouard ist wie Lacenaire brandgefährlich und skrupellos.

Er liebt Bärenkämpfe, hat auch bereits einen Mann im Duell getötet, dem Garance zugelächelt hat, obwohl Garance ihm versichert hat, dass sie dabei an einen anderen Mann gedacht hat. Nun ist er rasend eifersüchtig auf Lacenaire und glaubt, sie gehe allabendlich mit ihm ins Funambules.

Als er fragt, ob sie weiterhin das Theater besuchen wolle, verneint sie zu seiner Irritation, die noch gesteigert wird, als er erfährt, dass sie nie mit Lacenaire dort war. Sie klärt ihn über Lacenaire und ihre Beziehung zu ihm auf.

Edouard wünscht, dass sie Lacenaire nicht wiedertrifft. Er ist eifersüchtig und möchte, dass Garance ihn liebt. Aber Garance sagt ihm ehrlich, dass sie dazu nicht in der Lage sei, dass sie einen anderen Liebe, der sie aber vergessen habe und dass sie deshalb aus Paris fortgehen wolle.

Baptiste hat seine Familie und das Funambules verlassen und sich in Garance altes Zimmer bei Madame Hermine geflüchtet. Er ist verzweifelt, macht sich Vorwürfe und kann nichts mehr essen.

Madame Hermine kümmert sich wie eine Mutter um ihn, informiert jedoch heimlich Nathalie, die sich bei ihr nach Baptiste erkundigt. Sprechen möchte sie ihn nicht.

Man solle Schlafwandler nicht aufwecken, sagt sie zu Madame Hermine, sonst stürzen sie ab; man müsse warten, bis sie aufwachen. Nathalie ist sicher, dass Baptiste von ganz allein zu ihr zurückkehren wird.

Garance und Edouard gehen ins Grand Théatre, um Frédérick als Othello zu sehen. Edouard wird eifersüchtig, als er bemerkt, mit welcher Aufmerksamkeit Garance Frédérick betrachtet.

Frédérick bemerkt ihre Anwesenheit und schickt ihr durch einen Boten einen prächtigen Blumenstrauß in die Loge mit der Nachricht, er sei nicht mehr eifersüchtig.

Dies steigert Edouards Gereiztheit. Garance versichert ihm, Frédérick sei nicht der Mann, den sie liebe. Im Parkett sitzt Lacenaire und sieht glücklich dem Spiel auf der Bühne zu. Als das Stück zu Ende ist, jubeln die Zuschauer, nur Avril weint über das Schicksal Desdemonas.

Baptiste, den die Unruhe ins Theater getrieben hat, sieht Garance und Edouard die Loge verlassen. Als Edouard zu Frédérick geht, um ihn herauszufordern, begegnen sich Baptiste und Garance zufällig im Foyer. Überwältigt vor Freude lässt sich Garance auf den Balkon führen.

Sie klären ihr Missverständnis auf und küssen sich. Lacenaire, der sie belauscht hat, geht zu Edouard, der mit Frédérick und zwei Dandys zusammensteht, erzählt ihm, dass er soeben von Garance betrogen werde und öffnet in einer theatralischen Geste den Vorhang zum Balkon, auf dem Garance und Baptiste sich umarmen.

Lacenaire triumphiert über den düpierten Edouard. Frédérick ist empört über das Verhalten seines neuen Freundes. Edouard will ihm deutlich machen, dass ihn das nichts angehe.

Als Frédérick antwortet, die Eifersucht gehe jeden an, auch wenn die Frau zu niemanden gehöre, fordert Edouard ihn zum Duell für den nächsten Morgen.

Lacenaire freut sich diabolisch darüber, dass er es geschafft hat, zwei Männer zum Duell wegen einer Frau zu bringen, kommt aber bei näherer Überlegung zu dem Schluss, dass er der Gedemütigte ist und überlegt einen Plan.

Am nächsten Morgen: ein türkisches Bad am Boulevard du Crime. Edouard erwartet Frédérick und ist erstaunt, als Lacenaire und Avril erscheinen. Lacenaire erdolcht Edouard vor Avrils Augen.

Nachdem er Avril fortgeschickt hat, klingelt er nach dem Aufseher, um sich der Polizei zu stellen, wohlwissend, dass ihn der Henker erwartet.

Baptiste und Garance haben die Nacht in der Pension verbracht. Sie ahnen noch nichts von dem Mord. Garance hat Angst, Frédérick könnte beim Duell sterben und möchte Edouard bitten, ihn zu verschonen.

Sie will mit Edouard fortgehen, vielleicht will sie zurückkommen. Baptiste fleht sie an, bei ihm zu bleiben, aber sie sagt, irgendwann müsse sie ohnehin fort. Nathalie, die Baptiste bitten wollte, mit ihrem Sohn zum Karneval zu gehen, überrascht ihn mit Garance. Nathalie ist sprachlos und geschockt.

Baptiste ist peinlich berührt. Garance, von Nathalie zur Wahrheit aufgerufen, versichert, dass sie all die Jahre nur Baptiste geliebt habe. Dann geht sie fort. Baptiste möchte ihr nachlaufen, aber Nathalie hält ihn auf.

Sie möchte die Wahrheit wissen und mußs nun entdecken, dass er immer nur an Garance gedacht hat. Als sie Garance Namen nennt, erwacht Baptiste wie aus einem Traum, lässt Nathalie wortlos stehen und läuft Garance nach.

Aber der Boulevard du Crime ist voller Menschen, die Karneval feiern. Baptiste wird von der Menge aufgehalten. Garance fährt in ihrer Kutsche davon.

Szenenfoto
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