Woody, der Unglücksrabe

• Inhalt • Darsteller & Stab • Filmkritiken • Hintergrund •

Titel Deutschland: Woody, der Unglücksrabe
Titel USA: Take The Money And Run
Genre: Komödie
Farbe, USA, 1969

Kino USA: -
Kino Deutschland: 7. Februar 1975
Laufzeit Kino: 85 Minuten, FSK 12

DVD Deutschland: 11. April 2002
Video Deutschland: 1993
Laufzeit DVD/Video: 82 Minuten



Inhalt Wer ist Virgil Starkwell? Diese Frage stellt ein Reporterteam, das Zeitzeugen aus Virgils unruhigem Leben befragt, um ein Porträt des zu 800 Jahren Knast verurteilten und zum "Verbrecher des Jahres" gekürten Mannes zu erstellen. Virgil selbst hofft, "nur die Hälfte absitzen zu müssen".

Seine Eltern - mit Pappnase und Schnurrbart unkenntlich gemacht -, sein Bewährungshelfer, sein Psychiater und ein FBI-Ermittler geben Auskunft über das, was den Slum geschädigten Tropf, dem schon als Kind alles schief ging, als Erwachsenen vollends aus der Bahn warf.

Als Gangster taugt er ebenso wenig wie ein Maulwurf als Blindenhund. So ist er immer auf der Flucht und auf seine guten Ideen angewiesen. Wie beispielsweise die Fluchtwaffe aus Seife, die sich im Regen leider in Seifenblasen auflöst.

Pech auch beim Banküberfall, der nur deshalb im Gefängnis endet, weil der Kassierer Probleme mit Virgils Handschrift hat und den Zettel mit der Geldforderung nicht lesen kann. Kein Grund zu Selbstzweifeln: Er meint trotzdem, Verbrechen lohnt sich - kurze Arbeitszeiten und man kommt eben viel rum!

Aber auch als Handtaschendieb versagt er völlig. Ausnahmsweise Glück hat der Pechvogel Virgil dabei, als er die hübsche Louise kennen lernt, denn statt der Beute handelt er sich im Park eine Ehefrau ein. Mit einem großen Coup will er nun für immer aussorgen ...


Darsteller & Stab Darsteller: Woody Allen (Virgil Starkwell), Janet Margolin (Louise), Marcel Hillaire (Fritz), Jacqueline Hyde (Miss Blaire), Lonny Chapman (Jake), Jan Merlin (Al), Louise Lasser (Kay Lewis), James Anderson (Aufseher), Howard Storm (Fred), Mark Gordon (Vince), Micil Murphy (Frank), Ethel Sokolow (Virgils Mutter), Henry Leff (Virgils Vater), Louise Lasser (Kay Lewis), Mark Gordon (Vince)

Stab:Regie: Woody Allen • Produzenten: Charles H. Joffe für Palomar / Orion • Drehbuch: Woody Allen, Mickey Rose • Vorlage: - • Filmmusik: Marvin HamlischKamera: Lester Shorr • Spezialeffekte: - • Ausstattung: - • Schnitt: Ralph Rosenblum, James T. Heckert, Ron Kalisch, Paul Jordan • Kostüme: Eric M. Hjemvik • Make Up: - • Ton: John Strauss • Ton(effekt)schnitt: - • Stunts: - •


Filmkritiken Dirk Jasper FilmLexikon: Kino-Clown Woody Allen als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller in einer Komödie mit hintergründigem Humor, satirischem Biss und Lust am groben Unfug. Woody Allens Regiedebüt aus dem Jahr 1969 ist eine vor Einfällen sprühende Satire auf Gangster- und Gefängnis-Filme. Woody Allen führt sich bereits als tragikomischen Verlierer ein und jongliert mit den hilflosen, grotesken, absurden und neurotischen Momenten im Leben von Virgil Starkwell, der schließlich zu 800 Jahren Haft verurteilt wird, schon so gekonnt wie in seinen späteren Komödien.

Lexikon des internationalen Films: Hintergründig-amüsante Unterhaltung; besonders in der ersten Hälfte einfallsreich und voller Gags. Woody Allen führt in diesem noch recht episodenhaft angelegten Film erstmals die Rolle des tragikomischen Verlierers ein, die er in den folgenden Jahren variiert und verfeinert.

Kölner Stadt-Anzeiger: Woody Allens erster Film als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller (...) Ideenreich inszeniert, eine turbulente Mischung aus quasidokumentarischen Szenen und absurden Gags.

Cinema: Aberwitzige Satire auf Gangster- und Knastfilme.


Hintergrund Obgleich Woody Allen sich schon mit What's new, Pussycat? (1965) and What's Up, Tiger Lily? (1966) als Erzkomödiant empfohlen hatte, feierte ihn die Kritik 1969 nach seinem Regiedebüt Woody, der Unglücksrabe erstmals als Genie. Die Pseudo-Doku, eine Präsentationsform, die er 1983 mit Zelig noch verfeinern sollte, erlaubte ihm, vordergründig harmlose Alltäglichkeiten subtil in ihrer Bösartigkeit zu entlarven und Neurotisches mit Nachdenklich-Sentimentalem zu vermengen. Heraus kam eine turbulente Mischung aus Slapstick, Hilflosem, Absurdem und Groteskem.

Die New York Times mochte vor allem die Ungezwungenheit des Films: "Man hat das Gefühl, einzelne Szenen, vielleicht sogar einzelne Akte herausnehmen und an anderer Stelle wieder einfügen zu können, ohne dass es einen großen Unterschied machen würde. Und das ist gut so, denn dadurch wirkt der Film, als sei er ohne jedwede Anstrengung entstanden." Woody Allen selbst sah den Film als Vorläufer solcher Kassenhits wie Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug - "auch wenn mein Film gerade mal ein Fünftel der Einspielergebnisse erreichte".

Woody, der Unglücksrabe steckt nicht nur voller Anspielungen auf Woody Allens Privatleben, sondern auch auf andere Filme, bzw. reale Ereignisse: Einmontiert in den Film sind authentische Aufnahmen von Richard Nixon beim Fischen mit Präsident Dwight Eisenhower und alte Wochenschauberichte von Kaiser Wilhelm, angeblich Woodys Großvater, der sich nach einem Schlag auf den Kopf für den Potentaten hält.

Der Film wurde in San Francisco und dem Gefängnis St. Quentin gedreht.

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Szenenfoto
Szenenfoto
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