E. T. - Der Außerirdische

Produktionsnotizen

Die Geburt einer Legende "Er hat Angst. Er ist ganz alleine. Er ist drei Millionen Lichtjahre von Zuhause entfernt."

So sah der erste Werbeslogan für E. T. - Der Außerirdische aus, und versprach damit einen Film voll von Abenteuer, Gefühl und himmlischen Geheimnissen. Was das Publikum letzten Endes auf der Leinwand sah, war viel mehr als dieses ursprüngliche Werbeversprechen.


Aber wie das so oft bei Legenden der Fall ist, entsprang E. T. nicht fix und fertig den Gedanken seiner Macher. Vielmehr begann sein Leben in einer eigentlich ganz anderen Geschichte und wandelte sich erst allmählich zu dem, was wir heute kennen. Alles begann damit, dass Steven Spielberg an einer Story interessiert war, die ihm während der Arbeit an seinem vorherigen Film begegnet war, in dem es um das erste Treffen der Menschheit mit Wesen aus einer anderen Welt ging: Unheimliche Begegnung der dritten Art.

"Es hatte mit einer Farmerfamilie zu tun, die eines Abends von Gremlinartigen Außerirdischen terrorisiert wird, die versuchen, sich Zugang zu ihrem Haus zu verschaffen, Kühe durch die Scheune ritten und die Leute verrückt machten", erinnert sich Steven Spielberg. Unter dem Titel "Night Skies" wurde sogar ein erster Drehbuchentwurf geschrieben, "aber als ich das Drehbuch las, fühlte es sich einfach nicht so an, als sei es ein Film, den ich gerne inszenieren würde. Es wendete sich gegen mich und das, woran ich glaube".

Schon als kleiner Junge war Steven Spielberg von dem Gedanken fasziniert, dass Außerirdische, die unseren Planeten besuchen, freundliche und nicht unbedingt feindselige Wesen sein könnten. "Im Alter von vier oder fünf sah ich meinen ersten Meteoritenschauer", erinnert er sich. "Mein Vater und ich fuhren irgendwo in die Einöde von New Jersey und legten eine Picknickdecke aus, schauten in den Himmel und sahen all diese Lichtstreifen über den Himmel wandern. Ich empfand das nie als furchteinflößend. Mein Vater las eine Menge Science Fiction, und für gewöhnlich ging es dabei um entsetzliche Aliens, die versuchen, die Welt zu erobern. Aber er sagte mir immer, dass, sollten Aliens die Technologie haben, um diese großen Strecken zu reisen, dann könne er sich nicht vorstellen, dass sie aggressiv wären und die Welt beherrschen wollten. Sie würden kommen, weil sie neugierig seien, und um ihr Wissen mit anderen Planetensystem und anderen Spezies, die vielleicht weniger fortschrittlich seien, zu teilen. Mein Vater setzte mir immer in den Kopf, dass, wenn es etwas da draußen gibt, dann ist es gut, nicht böse."

Aber ein Detail des "Night Skies"-Drehbuchs sprach Steven Spielberg an: Am Ende bleibt einer der Aliens auf der Erde zurück. Jedenfalls legte Steven Spielberg das Projekt erst einmal zur Seite, aber die Idee, einen zweiten Film über das Aufeinandertreffen fremder Welten zu machen, verfolgte ihn weiter ... und letztlich wandte er sich seinen ganz eigenen, tiefen Gedanken und Erinnerungen zu und begann, sich einen Film zurechtzulegen, der schließlich zu seinem vielleicht noch bis heute persönlichsten Werk werden sollte. "Ich wollte immer die Reaktion eines erst zehnjährigen Kindes auf die Trennung seiner Eltern verfilmen", merkt er dazu an, "und wie das den Rest seines Lebens beeinflusst. Vielleicht war E. T. eine unbewusste Fantasie meiner Kindheit, damit ich mich weniger einsam fühlte. Es war der Kindheitstraum eines besonderen Freundes, der einen Jungen vor der Traurigkeit einer Scheidung rettet."

Diese vagen Vorstellungen nahmen Formen an, als Steven Spielberg Muschelschalen inmitten von Sanddünen betrachtete, tausende Kilometer von zuhause weg.

"Wir drehten gerade "Jäger des verlorenen Schatzes", diesen Matineemäßigen Film. Ich saß einsam mitten in der tunesischen Wüste und fühlte mich ein bisschen, als würde ich irgendwie neben mir selbst stehen, was oft passiert, wenn ich drehe. Und dann ... BANG ... kam mir dieses Konzept. Plötzlich schoss mir die Geschichte von E. T. durch den Kopf und innerhalb der nächsten zwei Tage bekam das Ganze einen Anfang, eine Mitte und ein Ende."

Steven Spielberg erinnert sich, dass er "Der schwarze Hengst" geliebt hatte, diese Geschichte einer wachsenden Freundschaft zwischen einem Jungen und einem wilden Pferd, die nach einem Schiffsunglück zusammen stranden, elegant und oft ohne Dialoge von Carroll Ballard inszeniert. Der Drehbuchautor dieses Films war eine junge Autorin namens Melissa Mathison, die zufälligerweise gerade an der Seite ihres Ehemannes Harrison Ford in Tunesien weilte. "Ich hatte versucht, ein Drehbuch zu schreiben, das auf einem Buch basierte, für das ich die Option hatte, aber ich war sehr unglücklich damit und fühlte mich ziemlich elend", erinnert sich Mathison.

"Eines Tages drehten Steven und ich auf der Suche nach Skorpionen Steine um, als er mich fragte, ob ich es in Betracht ziehen würde, einen Film für ihn zu schreiben. Ich entgegnete ihm, ich würde das nie wieder versuchen, weil ich das Gefühl hatte, völlig mit den Skript zu versagen, an dem ich gerade arbeitete. Aber dann erzählte mir Steven von seiner Idee ... was wäre, wenn ein kleiner Alien auf die Erde käme und von ein paar Kinder gefunden wird?

"Ich dachte mir, Melissa wäre die geeignete Person, um E. T. zu schreiben", erzählt Steven Spielberg. "Sie hatte soviel Zuneigung für Kinder und Kindergeschichten, Fabeln und Märchen, und eine so großartige Verbindung zur Natur."

Und Mathison war sofort begeistert. "Die Idee, dass dieser Film ein Kinderfilm über ein Wesen aus dem Weltall sein sollte, war so einzigartig und interessant, dass ich es machen wollte", sagt sie.

Steven Spielberg und seine langjährige Mitarbeiterin Kathleen Kennedy überzeugten Mathison davon, nach ihrer Rückkehr nach Los Angeles einen ersten Entwurf zu versuchen. "Ich erinnere mich, dass ich vier oder fünf Tage lang in meinem kleinen Büro in Hollywood schrieb, und dann nach Marina del Rey rausfuhr, wo Steven in einem kleinen Apartment am Strand am Schnitt von "Jäger des verlorenen Schatzes" arbeitete", sagt Mathison. "Ich brachte ihm die Seiten und davon ausgehend sprachen wir über den nächsten Abschnitt, der zu schreiben war. Es dauerte etwa acht Wochen bis der erste Entwurf fertig war, was ziemlich schnell war. Es entstand und wuchs auf eine unheimlich organische Art und Weise."

"Melissa kam zu mir, während ich "Jäger des verlorenen Schatzes" schnitt, und wir warfen uns einfach die Bälle hin und her. Ich hatte mir im Großen und Ganzen das Gerüst und eine narrative Struktur zurechtgelegt, aber all die kleinen Dinge und Momente - wie die mentale Verbindung zwischen E. T. und Elliott - waren Melissas Beiträge, ebenso wie sämtliche Dialoge. Sie gab meiner Geschichte die Worte, und es war einfach ein geniales Drehbuch."

Als Melissa mit dem Schreiben anfing, hatte sie bereits eine Rohzeichnung davon, wie E. T. aussehen würde. In ihren frühen Besprechungen mit Steven Spielberg hatte man beschlossen, dass der kleine Alien nicht hässlich oder furchteinflößend sein sollte, sondern ein bisschen wie eine Schildkröte ohne Panzer. "Die Liebe, die man ihm entgegenbrachte, basierte nicht darauf, dass er süß aussah", erklärt sie.

Als Mathison ihren 107-seitigen ersten Drehbuchentwurf bei Steven Spielberg ablieferte, erinnert sich der Regisseur "las ich ihn in rund einer Stunde, was für mich ungewöhnlich ist, denn ich bin ein langsamer Leser. Es warf mich einfach um. Es war ehrlich, und Melissas Worte fanden einen direkten Weg in mein Herz. Nach Lesen des Drehbuchs hätte ich noch am selben Tag mit den Dreharbeiten anfangen können".

Nachdem Steven Spielbergdas Skript gelesen hatte, machte er sich umgehend auf die Suche nach Kathleen Kennedy und sagte zu ihr: "Bestell dir heute kein Dessert ... Melissas Drehbuch ist das Dessert!" Danach brachte Steven Spielberg Melissas Arbeit direkt zu seinem Freund und Mentor Sidney Sheinberg, dem Chef von Universal Pictures, zusammen mit einer Tonbüste von E. T.s Kopf und einigen Produktionsillustrationen, die Ed Verreaux vorbereitet hatte. Am nächsten Tag rief Sheinberg den jungen Regisseur an und gab ihm grünes Licht.

Die Erschaffung und Konstruktion von E. T. Die Besetzung menschlicher Rollen ist eine Sache ... aber das richtige Design für einen fantastischen Alien zu finden - und die Technologie der frühen 80er, mit der sich dies verwirklichen ließ - war eine andere. Steven Spielberg und seine ehemalige Assistentin Kathleen Kennedy - die inzwischen als eigenständige Produzentin arbeitet - begannen damit, bei den besten Special Effects Designern vorstellig zu werden, denn nur so ließ sich das fast Unmögliche machen. Schon im Vorfeld hatten sie mit dem anerkannten Produktionsillustrator Ed Verreaux hart daran gearbeitet, ein visuelles Konzept für E. T. auszuarbeiten.

"Es war schwer, einen guten Look für E. T. zu finden, denn er sollte etwas Besonderes sein", merkt Steven Spielberg an. "Ich wollte nicht, dass er aussah wie Aliens aus anderen Filmen. Ich wollte, dass er anatomisch so anders war, dass das Publikum gar nicht erst auf den Gedanken kam, dass es sich bloß um einen Schauspieler im Kostüm und mit Reißverschluss auf dem Rücken handelte. Nach diesem Prinzip handelte ich, als ich mich mit Ed Verreaux zusammensetzte."

Eine enorme Herausforderung war, dass Steven Spielberg E. T. nur knapp einen Meter groß machen wollte, mit einem teleskopartigen Nacken und kurzen Stummelfüßen. Das schloss die Möglichkeit eines Darstellers aus, der in ein E. T.-Kostüm klettern konnte. Unter den Designern, die Steven Spielberg konsultierte, war auch Carlo Rambaldi, ein talentierter Italiener, der die langgliedrigen Aliens aus Unheimliche Begegnung der dritten Art entworfen hatte (die von ihrem Regisseur "Puck" genannt wurden).

"Wir gaben Carlo etwa sechs Entwürfe, die Ed Verreaux schon gemacht hatte", erzählt Steven Spielberg, "und mir gefielen die ursprünglichen Designs, die er sich für E. T. erdachte, wirklich sehr."

"Woran ich mich bei der Zusammenarbeit am E. T.-Design mit Steven wirklich sehr genau erinnere", sagt Verreaux, "ist, dass ich in sein Büro kam und dort all diese Bücher sah, die er als Referenz benutzte. Steven zeigte mir ganz bestimmte Bilder und hob Details ihrer Augen, Münder und anderer Merkmale heraus ... und fast alle davon waren sehr, sehr alte Leute." Tatsächlich wurde Steven Spielberg besonders von Fotografien von Albert Einstein, Ernest Hemingway und Cal Sandburg in ihren späten Lebensjahren beeinflusst. "Ich liebte ihre Augen", sagt Steven Spielberg, "und ich fragte Carlo, ob wir E. T.s Augen genauso leichtfüßig, weise und traurig machen könnten, wie es die Augen dieser Menschen waren."

Steven Spielberg und Rambaldi begannen, einen "polizeilichen Steckbrief" von E. T.s Gesicht zusammenzustellen. Sie durchforsteten Magazine und schnitten Babybilder aus, auf die sie die Augen von Einstein, Hemingway und Sandburg klebten. Ein weiterer Teil ihrer Inspiration kam von den Augen von Rambaldis Katze sowie von einem frühen Gemälde des Italieners namens "Women of Delta", einer Hommage an eine Frau aus einer abgelegenen Gegend seiner Heimat. All diese Köpfe, langgestreckte Nacken und Oberkörper beeinflussten E. T.s Kopf und Hals.

Anfang Januar 1981 - sechs Monate vor Beginn der Hauptdreharbeiten - erstellte Rambaldi ein 1:1 -Tonmodell vom Kopf E. T.s und überraschte Steven Spielberg damit, der sofort begeistert war. Der Regisseur machte mit dem Tonmodell eine Testaufnahme mit einer Videokamera, und stellte dabei fest, dass das entsprechende Licht die Effektivität des kleinen Aliens noch weiter unterstrich.

Für die Aufgabe, den kompletten E. T. zu erstellen, bekam Rambaldi Unterstützung von einem riesigen Team aus Special Effects-Künstlern und Technikern, und im März 1981 begann man mit der Herstellung des Alien. Steven Spielberg und Kennedy gaben Rambaldi auch weiterhin detaillierte Hinweise: so sollten zum Beispiel E. T.s Lippen feucht und dick sein, wie ein menschlicher Mund, aber die Textur sollte anders sein als der Rest seiner Haut und sehr nass und glibberig erscheinen. Außerdem sollte der Bereich seiner Augenwinkel feucht sein, wie bei menschlichen Augen.

Zur speziellen künstlerischen Beratung wurde Craig Reardon hinzugezogen, der für E. T.s Bemalung zuständig war, und der auch für sein einzigartiges "Herzlicht" zuständig war, an dem außerdem Robert Short mitarbeitete. Steven Spielberg beschrieb das "Herzlicht" wie den Glühsaft, den des Körperende von Leuchtkäfern produziert. Um alle Aspekte genau hinzubekommen, kämpften Reardon und Short bis kurz vor Drehbeginn mit den Konzepten des "Herzlichts", als Short beschloss, einen komplett neuen Torso aus transparentem Plastik zu erstellen, diesen zu bemalen und die beleuchtete Herzensgegend frei zu lassen. Dann fertigte er eine Halskrause, auf die E. T.s Kopf aufgesetzt werden konnte. Short schuf außerdem ein zweites "Herzlicht" - eine Gips-Brustplatte mit einer Halogenlampe, die auf einen E. T.-Anzug von Rambaldi geschnallt werden konnte, und der für die Szenen, in denen sich E. T. durch den Wald bewegt, eingesetzt wurde.

Eine weitere große Herausforderung war es, E. T.s Zunge realistisch umzusetzen. Hier hatte der technische Leiter, Steven Townsend, die durchschlagende Idee. Er konstruierte einen Mechanismus mit sechs verschiedenen Kabeln. Da Steven Spielberg immer darauf bestanden hatte, wie wichtig es war, E. T.s Augen absolut glaubhaft zu machen - "sie sind das Fenster zur Seele" - brachte Kathleen Kennedy sie in das berühmte Jules Stein Augeninstitut in Los Angeles - sicher eine der besten Einrichtungen dieser Art auf der Welt - und machte dort die Bekanntschaft einer jungen Frau namens Beverly Hoffman, die man schließlich engagierte, E. T.s Augen zu colorieren.

Schließlich baute man drei verschiedene E. T.-Modelle für den Film:

  • einen mechanischen Ganzkörper-E. T., der 48 Inches mit eingezogenem Hals maß und 56 Inches mit ausgefahrenem Hals. Der Kopf war 20 Inches lang, mit Augen im Durchmesser von drei Inches. Dieses wurde während der Dreharbeiten von 12 Männern gesteuert, über Kontrollkästen, die mit 20-Feet-langen Kabeln mit dem Modell verbunden waren
  • ein elektronisches Modell für Nahaufnahmen und Gesichtsausdrücke, das über Fernsteuerung betrieben wurde
  • ein Ganzkörper-E. T.-"Anzug", in den verschiedene talentierte Darsteller schlüpften, die auf unterschiedliche Funktionen spezialisiert waren
  • Außerdem wurden vier E. T.-Köpfe gebaut, die alle unabhängig auf verschiedenen Körpern zum Einsatz kommen konnten, und die alle E. T.s unverkennbaren langen Hals hatten.

    Die Modelle wurden aus Aluminium und Stahlgerüsten mit Überzügen aus Fiberglas, Polyurethan und Gummi hergestellt. Die mechanischen und elektrischen E. T.s hatten 87 verschiedene Bewegungsmöglichkeiten, vom Heben eines Armes bis zum Zwinkern eines Auges, und alleine das Gesicht hatte zehn Bewegungsabläufe. 1981 stellte das die absolute Spitze der Spezialeffekt-Möglichkeiten dar.

    Die "menschliche" Besetzung Steven Spielberg hat die Besetzung von E. T. - Der Außerirdische oft als "Feriencamp" bezeichnet, da so viele der wichtigen Rollen von Kindern oder Teenagern verkörpert werden. Während im März 1981 die E. T.-Modelle entstanden, hatte zeitgleich die Besetzungsauswahl begonnen. Als erstes wurden Dee Wallace Stone als Mary, die einsame aber liebende Mutter von Elliott, ausgewählt, außerdem Robert MacNaughton als sein älterer Bruder Michael sowie eine sechsjährige blonde Göre mit großer Fantasie (und einem nicht gerade unbekannten Familiennamen): Drew Barrymore, die Elliotts kleine Schwester Gertie darstellt.

    "Ich hatte für einen Film namens "Mit einem Bein im Kittchen" vorgesprochen, der von Steven Spielberg produziert wurde", erinnert sich Wallace Stone, "und wie sich herausstellte, war das mein Vorsprechen für E. T. Steven ist ein Meister, was das Casting angeht. Er beobachtet die Menschen sehr sorgfältig und hat ein echtes Talent dafür, zu erkennen, was ihre Qualität ausmacht und ihnen die Rollen zu geben, in die sie passen."

    "Da sah mich Steven im Fernsehen also Prostituierte und Call Girls spielen und besetzte mich für die Rolle von Elliotts Mama", lacht Wallace Stone.

    Robert MacNaughton war 14 Jahre alt, als er für E. T. vorsprach, und Steven Spielberg war beeindruckt von der Professionalität und der Bühnenerfahrung des jungen Mannes. "Ich trat in einem Stück in New York auf und sie ließen mich nach Los Angeles kommen, um für einen anderen Film vorzusprechen", erinnert sich MacNaughton. "Ich bekam die Rolle nicht, aber der Casting Director sagte, 'also, ich habe gehört, bei Steven Spielberg im Büro gibt's ein Projekt namens 'A Boy's Life'. Ich landete in einem späten Vorsprechen für den Film, und soweit ich mich erinnern kann, war es eigentlich kein wirkliches Vorsprechen, denn wir durften das Drehbuch nicht einmal sehen. Es war eher ein Interview mit Steven selbst."

    "Ich war einfach der Ansicht, Robert sei ein wirklich guter Schauspieler", sagt Steven Spielberg dazu. "Von allen Kindern war er am professionellsten, und er war ein echter Fixpunkt, denn er hatte bereits viel gearbeitet und hatte mit einer Menge von Leuten zu tun gehabt. Robert war ein fester Bezugspunkt."

    Die kleine Drew Barrymore hatte Steven Spielberg zum ersten Mal bei "Poltergeist" getroffen; er mochte sie sofort, denn sie war "eine bezaubernde Lügnerin". Heute erinnert sich Barrymore: "Als ich für 'Poltergeist' vorsprach, sagte Steven nur 'nein, für das hier bist zu nicht richtig, aber vielleicht für ein anderes Projekt, das ich in Arbeit habe, also komm bitte wieder'. Was ich tat, mehrmals. Zuerst wollte er mich einfach nur treffen und kennen lernen, und ich war so glücklich, weil da endlich mal ein Erwachsener war, der mit tatsächlich zuhörte. Er hörte sich meine Geschichten an und liebte sie."

    Und Steven Spielberg fügt hinzu: "Ich sah mir eine Menge potentielle Gerties an, aber als Drew zum Vorsprechen kam, da hatte sie die Rolle in dem Augenblick, in dem sie das Zimmer betrat, denn sie begann, sich diese Geschichten auszudenken, dass sie eine Punkrockerin war, die mit ihrer Band auf eine Tour durch 20 Städte gehen würde ... und Drew war gerade mal sechs Jahre alt! Sie erfand immer mehr Geschichten, und diese Stories wurden größer und größer und größer und wilder und wilder, und sie warf mich schlichtweg um, besonders als sie dann sagte, sie könne mir helfen, meinen Film besser zu machen! Da hatte ich einfach keine andere Wahl."

    Ein weiterer wichtiger Teil der Besetzungsliste war Peter Coyote als Wissenschaftler Keys. "Als ich Steven zum ersten Mal traf", erinnert sich der Schauspieler, "wurde ich von dem Casting Agenten Mike Fenton von Fenton & Feinberg vorgeschlagen, der mich wegen der ?Indiana Jones'-Rolle in "Jäger des verlorenen Schatzes" treffen wollte. Mike fragte mich, ob ich einen Hut tragen könne, und ich sagte, ich hätte sowieso ständig Hüte auf. Also gab er mir einen Filzhut, und sagte, es sei für die Rolle eines schwertschwingenden Abenteurers, und dass ich hingehen und Steven treffen sollte."

    "Ich betrat also den Raum", erzählt Coyote mit grinsender Miene, "und fiel über einen Lampenständer."

    "Hätte ich "Jäger der verlorenen Komödie" gedreht", witzelt Steven Spielberg heute, "ich hätte Peter Coyote als Indiana Jones besetzt, denn bei unserem ersten Treffen war er irgendwie tapsig und ungeschickt. Aber er machte einen guten Eindruck auf mich, und diese Erinnerung nahm ich mit. Als ich also jemanden für die Rolle des Keys suchte, sagte ich: 'Was ist eigentlich mit dem Kerl, der damals beinahe unsere Einrichtung zerlegt hat?'."

    Und dann war da natürlich noch die nicht gerade unwichtige Aufgabe, einen jungen Schauspieler zu finden, der den zentralen Part des Elliott spielen konnte ...

    Denn wenn E. T. das Herz (und das Herzlicht) des Filmes ist, dann ist Elliott ganz sicher die Seele. Als das Ende des Sommers 1981 näher rückte, "hatte ich noch immer keinen Elliott gefunden", erzählt Steven Spielberg. "Ich hatte lange gesucht, mindestens sechs Monate, und fand den richtigen Darsteller einfach nicht. Schließlich machte ich einem Jungen ein Angebot, von dem ich dachte, er könne ein guter Elliott sein, aber seine Eltern wollten nicht, dass er den Film machte und das Ganze kam nicht zustande. Wir waren also nur noch vier oder fünf Wochen vom Drehbeginn entfernt und ohne einen Elliott."

    "Aber dann", erzählt er weiter, "sprach ich mit Jack Fisk - der gerade für Universal einen Film namens 'Raggedy Man' abgedreht hatte - und er erzählte mir von diesem großartigen zehnjährigen Kerlchen aus San Antonio in Texas namens Henry Thomas, den er für die Rolle als Sissy Spaceks Sohn engagiert hatte. Jack, der noch mit dem Schnitt seines Filmes beschäftigt war, war so nett, ein paar Szenen von Henry zusammenzuschneiden und mir zu zeigen."

    Daraufhin lud Steven Spielberg den Jungen für ein erstes Treffen ein. "Mein Vorsprechen machte mir ziemlich Angst", erinnert sich Thomas. "Ich hatte das Drehbuch nicht gelesen, nur eine kleine Vorstellung davon, worum es in dem Film gehen sollte, und ich las zwei willkürlich ausgesuchte Szenen. Ich erinnere mich, dass mir durch den Kopf ging: 'Ich lese das wirklich nicht sehr gut, ich werde diese Rolle nicht bekommen'. Steven sagte: 'Nun, lass uns improvisieren - hier ist die Situation: du hast dieses Wesen gefunden, und du liebst es ... es ist wie dein Hund, dein Haustier ... und die Regierung will es dir wegnehmen und Experimente mit ihm machen'."

    Vor dem Auge der eingeschalteten Videokamera liefen dem kleinen Henry Thomas die Tränen übers Gesicht, vielleicht in Erinnerung an einen geliebten Hund, der drei Jahre zuvor gestorben war, "und damit überzeugte mich Henry, dass er Elliott war", sagt Steven Spielberg.

    "Jeder im Raum hatte Tränen in den Augen. Ich weiß nur noch, dass ich mich an Henry wendete und sagte: 'Okay Junge, du hast die Rolle'."

    Die Dreharbeiten ... oder wie man das Unglaubliche glaubhaft macht Die Hauptdreharbeiten zu E. T. - Der Außerirdische begannen am 8. September 1981 in und um Los Angeles, in den Laird Studios in Culver City (heute The Culver Studios) und in den außerstädtischen Wohnsiedlungen Tujunga und Northridge. Die Szenen in den Redwood-Wäldern entstanden in der Nähe der nordkalifornischen Stadt Crescent City, nahe der Grenze zu Oregon. Es waren 65 Tage Drehzeit angesetzt, und aus Sicherheitsgründen - und um das ganze Projekt unter der Decke zu halten - hatte man den nichtssagenden Arbeitstitel "A Boy's Life" gewählt.

    Schon am allerersten Drehtag standen der Regisseur und sein junger Star vor einer großen Herausforderung: wie bringt man den zehnjährigen Henry Thomas dazu, in der Szene, in der Elliott in der Schule die Frösche befreit, um sie von ihrem schrecklichen Schicksal der Sezierung zu bewahren, ein Mädchen auf die Lippen zu küssen. "Henry wollte das absolut nicht machen", sagt Steven Spielberg, "und wenn er das tun müsse, dann wolle er kein Filmschauspieler sein. In diesem Augenblick sah ich schon, wie er seine ganze Karriere wegen eines simplen Kusses hinschmiss!"

    Thomas bestätigt Steven Spielbergs Erinnerungen: "Das war die eine Stelle im Drehbuch, mit der ich große Schwierigkeiten hatte. Ich weiß noch als ich es zum ersten Mal las, da dachte ich 'ein Raumschiff ... cool ... ein Alien ... cool. Ein Mädchen küssen?? Ohne mich!!! mußs ich das wirklich machen???!!!"

    Am Ende nahm Thomas dann doch all seinen Mut zusammen und die Szene lief perfekt. Die junge Schauspielerin, der er einen Kuss aufdrücken mußste, war übrigens Erika Eleniak, die, wie Thomas, mittlerweile auch als Erwachsene auf eine erfolgreiche Karriere blickt.

    Das Aussehen des Films wurde von Steven Spielberg und seinem Chefkameramann Allen Daviau - der mit dem Regisseur bereits bei seinem Kurzfilm "Amblin" zusammengearbeitet hatte und für den E. T. so ziemlich das vielversprechendste Kinofilmdebüt darstellte - genauestens geplant. Sie entschieden sich für einen naturalistischen Look, der fantastische Elemente bekommt, sobald E. T. mit Elliott und seiner Familie interagiert. Daviau arbeitete auch eng mit Produktionsdesigner James D. Bissell zusammen, der eine angemessene Umwelt gestaltete. Die erschien sowohl vertraut (widergespiegelt in den häuslichen Nettigkeiten von US-Vororten) als auch wie von einer anderen Welt, wenn man an die nebelige, geheimnisvolle Eröffnungssequenz denkt, in der E. T. und seine Alien-Kollegen botanische Proben im Redwood Forrest sammeln.

    "Eine der Sachen, die Steven schon von Anfang an wusste", sagt Daviau, "war, dass E. T. in den frühen Sequenzen des Filmes nur eine sehr schattenhafte, kaum zu sehende Figur sein würde, und dass es eine Weile dauern sollte, bis wir ihn entdecken. Wir experimentierten mit verschiedenen Farbtönen, und seine bräunliche Haut mit purpurfarbenen Anklängen entstand aus diesen frühen Tests. Für die ersten Stadien der Story entwickelten wir einen Prozess, bei dem wir starkes Rücklicht auf E. T. einsetzten und sein Gesicht größtenteils im Schatten hielten und nur ein Glitzern in seinen Augen ließen."

    "Als wir E. T.s Beleuchtung ausgetüftelt hatten", erzählt Daviau weiter, "überlegten wir, wie wir die Szenerie um ihn herum beleuchten sollten, damit alles einen Sinn ergab. Eine der ersten Dinge, die mir nach dem Lesen des Drehbuchs klar waren, war, dass alles, was mit Elliots Zuhause zu tun hatte, mit seiner Nachbarschaft und seiner Familie, sehr sehr real sein mußste. Alles mußste natürlich motiviert sein, denn die Magie würde mit der Präsenz von E. T. eintreten. Das Haus würde nach außen hin das gleiche bleiben, aber Elliotts Zimmer sollte zu einem magischen Ort werden."

    Ein bemerkenswerter Aspekt der Produktion war, wie die verschiedenen E. T.s von der Crew und den Schauspielern behandelt wurden - nämlich so, als wären sie echt. Das war besonders für E. T.s Designer Carlo Rambaldi befriedigend: "Während der Dreharbeiten vergaßen alle die mechanischen Innereien der Modelle", sagt er. Eines Tages machte sich ein Besucher, der nichts mit der Produktion zu tun hatte, auf dem Set lustig über E. T. - und wurde umgehend mit dem Schweigen der nicht sehr belustigten Darsteller und des Teams bestraft. Ein anderes Mal meinte ein Make-Up-Assistent scherzhaft und an E. T. gewandt, er solle doch mal seinen Kopf drehen... und die Puppenspieler taten dies dann auch und erschreckten den armen Make-Up-Mann fast zu Tode.

    Denn aus was für einer Art Material E. T. auch gemacht war: er war ein echter Charakter mit seiner eigenen Präsenz. "Es war aufregend zu sehen, wie er zum Leben erweckt wurde", erinnert sich Mathison. "Die Figur hatte den Respekt der Leute errungen und sie behandelten diesen Gummikerl voller Hochachtung."

    "Wir hatten es mit einem Alien zu tun, den alle drei Kinder im Film, Henry, Drew und Robert für echt hielten", so Daviau. "Obwohl sie all die Puppenspieler, die Kabel und die Spezialeffekt-Techniker im Hintergrund sahen - obwohl die Kinder aus den Augenwinkeln heraus wahrnahmen, dass das Bedienen eines Hebels ein Augenzwinkern bedeutete - behandelten sie ihn alle wie ein lebendiges Wesen."

    "Es war verblüffend, wie echt es wurde, sobald alles zum Dreh bereit war, die Kameras liefen und man in der Szene war", erzählt Henry Thomas. "Zur Hälfte der Dreharbeiten hatte ich so viel mit E. T. gearbeitet, dass mir das alles zum Greifen nahe schien."

    "Ich glaube nicht, dass ich irgendwann sonst in meinem Leben so leicht weinen konnte", sagt Drew Barrymore über ihre ergreifendsten Momente mit E. T.

    "Eines der Dinge, die allen Kindern und dem Filmteam wirklich half, war die Tatsache, dass ich darauf bestand, den Film in der richtigen Reihenfolge zu drehen", sagt Steven Spielberg. "Dadurch wussten die Kinder, auf einer emotionalen Basis, wo sie sich am Vortag befunden hatten, und sie hatten nicht allzu viel Ahnung davon, was am nächsten Tag passieren würde. So war jeder Tag, wie im wahren Leben, eine Überraschung, und alle Erfahrungen, die sie machten, wurden von Tag zu Tag mehr und sammelten sich in ihren Herzen an. Als E. T. dann schließlich starb, glaubten Henry, Robert und Drew, dass das wirklich passierte. Ihr Schauspiel konnte man zu diesem Zeitpunkt eigentlich nicht mehr als solches bezeichnen. Es war die Reaktion darauf, dass ihr bester Freund im ganzen Universum sie verließ."

    Es gab zwölf Puppenspieler, von denen jeder ganz spezifische Aufgaben wahrnahm. "Ich hatte immer das Gefühl, dass E. T. zwölf Herzen hatte", sagt Steven Spielberg, "und jedes Herz gehörte zu einem der Puppenspieler, die die Aufgabe hatten, seine Wangen zu bewegen, ein Lächeln zu erschaffen, ein Augenzwinkern oder das Pulsieren des Blutes durch die Venen an seinem Hals zu bewegen."

    Auch die Darsteller der speziellen E. T.-Bewegungen, die zu verschiedenen Zeiten die Alien-"Anzüge" überstreiften, liehen der Figur ihr Herz und ihr Können und erweckten ihn damit zum Leben: Pat Bilon (ein 2'10'' großer 45 Pound schwerer ehemaliger Mitarbeiter des Sheriffs aus Youngstown, Ohio, der die meisten der Lauf-Szenen drehte), Tamara De Treaux Matthew De Merritt (die E. T. in seiner "betrunken"-Szene darstellte), Tina Palmer, Nancy MacLean und Pam Ybarra.

    Eine der Herausforderungen für Steven Spielberg und sein Team war die Notwendigkeit der absoluten Geschicklichkeit von E. T.s Armen und Hände, damit er so diffizile Aufgaben wie das Pflücken einer Blume oder das Aufheben winziger Stücke von Reese's Pieces Candy (obwohl ursprünglich eine andere Süßware im Drehbuch stand, deren Hersteller jedoch die Beteiligung ablehnte, und damit der Konkurrenz half, nach Veröffentlichung des Films die Verkaufszahlen um Millionen zu steigern). "Der mechanische Arm, den Carlo Rambaldi entwickelte, war große Klasse", erinnert sich Steven Spielberg, "aber so wie die Technologie in den frühen 80ern war, gab es was ich einen 'wogga wogga'-Effekt nannte. Ein Arm stoppte und machte eine ruckelige 'wogga wogga'-Bewegung, und dabei war mir klar, dass E. T. eigentlich fast ballettmäßige, graziöse Arme haben mußste."

    Daraufhin entstand die Idee, für diese und einige andere Szenen die Hände eines Schauspielers in speziell konstruierte E. T.-Arme zu stecken. Ein paar Handschuhe, die wie E. T.s Hände aussahen, wurden entworfen und aus sehr feinem Latex gefertigt, komplett mit Reißverschlüssen und Kabeln und Röhrchen am Ellenbogen, damit durch das Einpumpen von Luft ein Puls simuliert wurde.

    Verschiedene Darsteller sprachen vor und schließlich bekam die sehr erfahrene Caprice Rothe die Rolle, mit hervorragenden und oftmals unerwarteten Ergebnissen. "Ich erinnere mich an einen wundervollen Moment", sagt Steven Spielberg, "wenn Caprice morgens viel Kaffee trank und wir mit der Arbeit anfingen, dann zitterten ihre Hände doch tatsächlich. Mir erschien das, als habe sie etwas in E. T.s Charakter entdeckt! In der gleichen Szene gab es einen wunderbaren Augenblick, in dem E. T. eine Wassermelone isst und ein bisschen Frucht ihm an den Lippen hängen bleibt. Caprice griff nach oben und wischte dieses kleine Stückchen von E. T.s Lippen. Es war die natürlichste Sache der Welt. Ich meine, wer hätte an so etwas gedacht außer jemand, der sehr viel von unserem Verhalten versteht, und von dem, was wir mit unseren Händen, Gesichtern und Körpern tun. Es ist nur ein winziger Moment im Film, den die meisten Leute nicht einmal bemerken, aber ich bin wirklich stolz darauf, was Caprice in diese Szene einbrachte, wie sie dadurch E. T. zum Leben erweckte. In diesem Moment war er lebendig, völlig lebendig. Niemand bediente ihn. Es gab keine Kabel, keine Motoren liefen. Es war, als würde Caprice E. T. mit ihren Gedanken steuern."

    Obwohl die mit dem Oscar ausgezeichneten Effekte von Industrial Light & Magic, entstanden unter der Leitung von Dennis Muren, eine Schlüsselrolle bei "E. T. - Der Außerirdische" spielten, sagt Kathleen Kennedy: "Einer der Hauptgründe, weshalb der Film nicht aus der Mode gekommen ist, dürfte die Tatsache sein, dass er im Grunde nie als 'Effekt-Film' gedacht war. Steven wollte sich immer auf die Figuren und die Geschichte konzentrieren und die Effekte so unauffällig wie möglich einbinden."

    Nichtsdestotrotz kreierten die Effektspezialisten von ILM einige der unvergesslichsten Bilder: das erste Auftauchen des fremden Raumschiffes (entworfen von Ralph McQuarrie) und seiner einzigartigen Insassen. Der vielleicht berühmteste Effekt ist der hinreißende Flug des Fahrrads mit Elliott und E. T. vor der Silhouette eines riesigen, detaillierten Mondes (der schließlich sogar zum Symbol für Steven Spielbergs Firma Amblin Entertainment werden sollte). Und dann der Höhepunkt des Filmes, die spannende Fahrrad-Flucht von E.T, Elliott, Michael und ihren Freunden, als sie der Polizei und den Regierungsagenten entkommen müssen.

    Nicht zu vergessen der magische Regenbogen am Ende. Unter der Leitung von Dennis Muren begann das Spezialeffekt-Team im Mai 1981 mit der Arbeit an E. T., und revolutionierte - in bester Tradition der Kollaborationen zwischen Steven Spielberg und ILM - die Effekttechnik beim Film mit zahlreichen innovativen Techniken.

    Das außerirdische Raumschiff, entworfen von Ralph McQuarrie, hatte einen fast retro-mäßigen Jules Verne-Stil, und sein Bau dauerte drei Monate. Die Kuppel des Schiffes, die den Himmel und die Landschaft reflektierte, war eine Idee von Steven Spielberg selbst. Chefmodellbauer Charlie Bailey (der sich diese Position mit Mike Fulmer teilte) konstruierte für die Dreharbeiten zwei Raumschiffe, ein sehr detailliertes mit einem Durchmesser von ungefähr zwei Fuß, das mit einem Joystick und einem Computer bedient wurde, und ein zweites, das drei Fuß Durchmesser hatte und für Aufnahmen der Gesamtform und der Lichter verwendet wurde.

    Trotz all der harten Arbeit hatten trotzdem alle genug Spaß, teilweise auch wegen der ungezwungenen Atmosphäre, die Steven Spielberg am Set schuf. Drehbuchautorin Melissa Mathison wurde von dem Regisseur auch als Associate Producerin engagiert und war jeden Tag am Set, um mit den Kindern zu üben. "Sie erwischten mich bei Schreibfehlern, oder machten mir das Leben schwer wegen eines Stücks Dialog, oder es fiel ihnen etwas ein, was sie für besser hielten", lacht Melissa bei dem Gedanken an die Arbeit damals. "Am Ende mußste ich ihnen dann manchmal klar machen, wer hier der Chef war!" Henry Thomas zum Beispiel hatte seinen Kampf mit einem der berühmtesten Dialogstücke: die Szene, in der er seinen älteren Bruder "Penis breath" nennt. "Ich bin so erzogen worden, zu wissen, dass Kinder derlei Sachen nicht sagen, aber am Ende beschloss ich dann, dass es nicht so sehr schlimm sein konnte, denn es war ja ein anatomischer Ausdruck. Ich dachte mir, damit könnte meine Oma wohl leben!"

    Steven Spielberg als Regisseur gestand den kleinen Darstellern ein gewisses Maß an Freiheit zu, auch um zu versuchen, möglichst realistische Dialoge und Situationen zu kreieren. "Ich fragte Henry oder Drew, was sie sagen würden, wenn ihnen diese Dinge in der Realität passieren würden, um die Kinder so dazu zu bringen, ihre eigenen Dialogstücke zu erfinden. Die Szene, in der Gertie E. T. zum ersten Mal ansieht ohne hysterisch zu werden, und sagt 'ich mag seine Füße nicht', das ist ein von Drew Barrymore selbst improvisierter Text. Viele der Kinder sagten wunderbare Dinge, die aus ihren eigenen Wahrheiten heraus entstanden."

    "Steven hatte keine Angst davor, die Kinder Kinder sein zu lassen und dadurch etwas Neues in den Film einzubringen", bemerkt Henry Thomas. "Für die Szene, in der Elliott E. T. zum ersten Mal in sein Zimmer bringt, hatte Steven einen Tisch mit all diesen Star Wars-Spielzeugen und kleinen Gadgets aufgebaut, und er erklärte mir die Situation. Er gab mir die Regieanweisung, die Reihe durchzugehen, und E. T. alle Spielzeuge vorzustellen. Im Grunde habe ich dann die ganze Szene improvisiert. Wir bekamen Gelegenheiten, das Ganze durch die Augen von Kindern zu erzählen."

    Die Beziehung des Regisseurs zu seinen jungen Stars war durchweg von gegenseitiger Unterstützung geprägt. "Henry dachte teilweise, ich sei sein neuer bester Freund, und dann wieder war ich wie ein Lehrer, denn ich redete ununterbrochen mit ihm. Selbst während die Kameras liefen und er in seinen Dialog vertieft war, sprach ich so häufig mit Henry, dass er, als er den Film zum ersten Mal sah, noch immer meine Stimme zu hören glaubte."

    Als die Halloween-Szene gedreht werden sollte, stellte Steven fest, dass die Kinder ihn überraschen und bereits kostümiert ans Set kommen wollten, also drehte er den Spieß um und erschien als Lehrer verkleidet ... oder besser gesagt, als Lehrerin, komplett mit Schleier, Lippenstift, Hut und orthopädischen Schuhen!"

    Eine weitere kleine Anekdote zu besagter Halloween-Szene war der Überraschungsauftritt von Yoda, dem weisen Jedi-Ritter aus den Star Wars-Filmen, den Steven Spielberg als Überraschung für seinen Freund George Lucas arrangierte. "Ich dachte, es wäre witzig, wenn E. T. versuchen würde, Yoda zu folgen, denn wissen Sie, die Galaxis ist unter uns Filmemachern ein recht kleiner Ort."

    Am Ende der Produktion, in der Wald-Szene, in der Elliott und seine Geschwister sich von E. T. verabschieden, "versuchten alle Kinder, sich zusammenzureißen", erinnert sich Steven Spielberg. "Und wenn ich drei oder vier Takes machen ließ, dann rissen sie sich bei jeder Aufnahme ein Bein aus, denn sie wussten, dass dies ihr letzter Tag mit E. T. war, und sie ihn nie mehr wiedersehen würden. Kurz bevor E. T. zu Elliott sagt 'Ich werde hier sein', ging ich zu Henry und flüsterte ihm ins Ohr 'Das ist es. Das ist der letzte Moment zwischen euch beiden'. Und an diesem Punkt brach Henry das Herz, aber er beherrschte sich. Und als ich dann 'Action' rief, kamen all seine Gefühle zum Vorschein."

    Wie man E. T.s Stimme und die Musik fand ... und von der Erstaufführung eines Phänomens Die Originalstimme von E. T. - wenngleich diese nie für den fertigen Film so bleiben sollte - war die von Steven Spielberg selbst, der Henry Thomas und den anderen Schauspielern hinter der Kamera die Stichworte für ihre Dialoge gab. Zwei Jahrzehnte lang ging außerdem das Gerücht um, dass die eigentliche Stimme von E. T. die von Debra Winger war. Tatsache ist, dass sie als Freundin von Steven Spielberg auf das Filmset eingeladen war, und zwar während der Halloween-Sequenz, in der sie einen Inkognito-Auftritt als Arzt mit einer furchteinflößenden Maske hat. "Debra hat diese tiefe, rauchige, schöne Stimme, und deshalb fragte ich sie, ob sie den Dialog von E. T. in das Aufnahmegerät sprechen würde", erinnert sich Steven Spielberg, "denn ich wollte nicht, dass meine Stimme die einzige war, die die Leute hörten, wenn sie sich den Rohschnitt ansahen. Was sie auf dem provisorischen Audiotrack hörten, war ein bisschen von mir, aber meistens Debra. Aber niemand von uns hatte je vor, das für den fertigen Film zu verwenden. Sie tat nur einem Freund einen Gefallen."

    Aber nachdem die Hauptdreharbeiten abgeschlossen waren und die komplexe Nachbearbeitungsphase begann, entdeckte der brillante und vielfach ausgezeichnete Stimmen- und Sounddesigner Ben Burtt - dessen Arbeit schon in George Lucas "Star Wars" für außergewöhnliche Effekte gesorgt hatte - eine Frau namens Pat Welsh. Sie war in den Sechzigern, war Hausfrau, lebte im kalifornischen Marin County und arbeitete gelegentlich als Amateurfotografin.

    "Obwohl Pat immer gerne Schauspielerin geworden wäre und dieses Ziel auch einmal für kurze Zeit verfolgt hatte, war sie kein Profi", erinnert sich Burtt. "Ich erklärte, was ich tat, und zwar für eine außerirdische Figur eine ganz spezielle Qualität in einer Stimme zu suchen. Pat hatte echten Sportgeist, und sie nahm sämtliche Dialoge von E. T. auf, die ich dann elektronisch in der Höhe veränderte. Dann vermischte ich ihre Stimme mit dem Atmen von Tieren, den ich aufgenommen hatte, um einen nicht-menschlichen Aspekt einzubringen."

    "Ich sollte erwähnen, dass E. T.s Stimme alles in allem aus 18 verschiedenen Bestandteilen zusammengesetzt ist", fügt Burtt hinzu, "darunter tierische und verschiedene menschliche Laute, manchmal nur ein Schnarchgeräusch, oder ein Atmen oder ein Rülpser. Aber ganz sicher war die Mitarbeit von Pat Welsh der große Hauptteil, denn sie hat den tatsächlichen Dialog gesprochen."

    Währenddessen arbeitete Cutterin Carol Littleton daran, den Film auf eine annehmbare Länge zu bringen. "Wir haben einige ziemlich heftige Brocken herausgeschnitten", erinnert sie sich, "und weil man nie weiß, ob diese Teile nicht zu irgendeinem Zeitpunkt doch wieder eingefügt werden, wurden sie in ihrer Ganzheit herausgenommen und so belassen."

    Eine dieser Sequenzen war eine witzige Szene, in der Elliott E. T. mit ins Badezimmer nimmt, ihn wiegt und ihm den Unterschied zwischen kaltem und warmem Wasser zeigt. Dann verlässt Elliott das Bad, um ans Telefon zu gehen, und als er zurückkommt, findet er E. T. in der Badewanne, unter Wasser. Für diese Szene baute Carlo Rambaldi einen speziellen E. T., aber Steven Spielberg befand, dass das Ganze aufgrund der technologischen Grenzen der damaligen Zeit nicht richtig funktionierte.

    Was die Musik anging, wusste Steven Spielberg schon, wem er den Soundtrack anvertrauen wollte: seinem langjährigen Komponisten John Williams. "Ich hatte das Gefühl, dass John immer wie eine Art musikalischer Autor war, der mir meinen Film umschrieb", kommentiert Steven Spielberg. "Er kam ins Studio, sah meinen Film und schrieb das ganze Ding dann sozusagen musikalisch um und verbesserte damit das, was ich gemacht hatte. Er kann einen einzelnen Moment nehmen und ihn heraus heben, so als habe man eine Träne im Auge und er bringt sie dazu, zu fallen."

    Für John Williams war es eine gewaltige Aufgabe, die Musik für Szenen zu schreiben, die er noch gar nicht sehen konnte. "Als ich E. T. zum ersten Mal sah, da gab es das Fahrrad vor der Mondsilhouette nicht, denn der Effektshot war noch nicht fertig, und bei derlei Sequenzen hat man als Komponist dann nicht immer den Vorteil, die wunderschöne Optik eines Filmes vor sich zu haben. Wir müssen also unsere Vorstellungskraft einsetzen und das musikalische Vokabular bis an seine Grenzen bringen."

    "Wenn man dieses Gefühl hat", so John Williams weiter, "fühlt man es mit dem Herzen. Für die Flugsequenz holte ich tief Luft und fühlte dann die Freiheit und die Bestätigung dieser Vision, dass man mit einem Wesen gemeinsam fliegen kann, das nicht von unserer Art ist, aber doch von unserer eigenen geistigen Offenheit. Und dann können wir über den Mond hinausfliegen, und das ist eine fantastische Idee, die großartige Musik braucht und ein großartiges Gefühl von Freiheit. Wir lassen die Schwerkraft hinter uns, wir sind im Weltraum und endlich frei. Das ist es, was das Orchester und der Komponist für eine Szene wie diese herausholen müssen."

    "Als John E. T. sah, war er wirklich glücklich über den Film", erinnert sich Steven Spielberg. "dass John zufrieden ist, erkenne ich daran, dass wir keine großen musikalischen Diskussionen haben. Er hat dann schon die Themen im Kopf. Also habe ich ihn einfach seine Arbeit tun lassen, und eines Tages rief er an und fragte, ob er zu mir ins Büro kommen könne ... um mir ein bisschen was von der Musik auf dem Klavier vorzuspielen."

    "Es war mehr, als ich zu hoffen gewagt hatte", fährt Steven Spielberg fort. "Ich hatte Tränen in den Augen, saß an Johns Klavier und heulte los. Ich machte mich zum Narren vor ihm. Ich liebte die Musik und ich sagte ihm, er solle keinen einzigen Ton ändern. Ich konnte kaum den Tag abwarten, an dem wir die Musik für den Film einspielen sollten." Williams Musik für E. T. - Der Außerirdische wurde zu einer der beliebtesten und gefühlvollsten Filmsoundtracks des vielfach geehrten Komponisten, und beeindruckt noch heute mit den vielen Momenten voller musikalischer Virtuosität, egal ob in Augenblicken des Zaubers, in ruhigeren und nachdenklicheren Passagen, oder in Szenen voller Spannung oder Bedrohung.

    Den letzten Schliff erhielt der Film schließlich im Frühjahr 1982. Die erste Sneak Preview-Vorstellung war für den 7. Mai 1982 in Houston angesetzt, einen Monat vor dem offiziellen Kinostart. Steven Spielberg hatte wirklich keine Ahnung, was er zu erwarten hatte. "Ich machte mir nicht vor, dass E. T. etwas anders war als ein Film über Kinder und gedreht von einem Kind, denn damals war ich noch ein Kind. Verdammt, ich bin auch heute noch ein Kind!"

    "Aber die Sneak Preview war fast eine religiöse Erfahrung", fährt er fort. "Es war emotional, es war voller Liebe, es war so großzügig von Seiten des Publikums. Man weiß nie, was man in der Hand hat, bevor man es nicht zum ersten Mal den Zuschauern zeigt, Sie reagierten auf jede Nuance des Films. Sie verstanden jedes Lachen, jeden Witz, von dem ich dachte, sie würden ihn nicht begreifen. Während der Vorführung hatten wir sechsmal spontanen Applaus und drei Minuten ununterbrochenes Klatschen am Schluss, fast den ganzen Abspann hindurch."

    Auch Melissa Mathison erinnert sich lebhaft daran. "Steven saß neben mir und er klopfte mir ständig aufs Bein. 'Sie mögen es, sie mögen es.' Am nächsten Tag hatte ich lauter blaue Flecke! Die Reaktion des Publikums zu sehen, war umwerfend, und am Ende des Filmes standen sie auf und applaudierten und jubelten."

    "Da war ein echtes Gefühl der Identifikation", fügt Steven Spielberg hinzu. "Man konnte das förmlich in der Luft spüren. Es war eine wunderbare, warmherzige Erfahrung, die ich nie vergessen werde. Wir waren alle im siebten Himmel ... und dann zeigten wir den Film auf dem Filmfestival in Cannes."

    Produzentin Kathleen Kennedy erzählt weiter: "Etwas 15 Minuten vor dem Ende des Filmes begann das Publikum in Cannes zu klatschen und mit den Füßen stampfen. Und wir dachten, 'oh Gott, sie mögen den Film nicht'. Uns drehte sich der Magen um. Und dann wurde uns klar, dass das genaue Gegenteil der Fall war. Sie liebten den Film."

    Steven Spielberg erinnert sich; "Ich war zum ersten Mal in Cannes, und das war vielleicht ein Auftakt! Ich bekam ein Telegramm von Francois Truffaut, das mir so viel bedeutet. Darin stand: 'Du gehörst hier mehr her als ich', was ein Satz ist, den er in Unheimliche Begegnung der dritten Art zu Richard Dreyfuss sagt. Und am Ende des Festivals bekamen wir Standing Ovations und ich erinnere mich noch, wie ich dachte: ?Dieses Gefühl wird sich nie wiederholen lassen'."

    Ein weiterer herrlicher Moment kam für Steven Spielberg, als er George Lucas und den Kindern der ILM- und Skywalker-Angestellten aus der Bay Area-Gegend den Film vorführte. "George begann laut zu lachen, als er Yoda in der Halloween-Szene auf der Leinwand sah, und er schubste mich gutgelaunt mit dem Ellenbogen in die Seite. Es war ein sehr süßer Moment."

    "Und dann", erinnert sich Steven Spielberg, "gleich nachdem die Kinder auf ihren Fahrrädern vom Boden abheben, lehnte sich George zu mir hinüber und sagte: 'Okay, du kannst für eine Weile die Nummer Eins sein'. Später fragte ich ihn, was er damit gemeint hatte, und George sagte: 'E. T. wird der größte Kinoerfolg aller Zeiten werden. Das hier wird ?Star Wars' schlagen, denk an meine Worte."

    "Ich dachte, George sei verrückt. Ich dachte, er wolle nur einfach ganz, ganz nett sein, und mir ein Riesenkompliment machen. Ich dachte nicht, dass er recht haben würde, bis es dann passiert ist."

    Als der Film in den Kinos anlief, löste er sowohl bei den Kritikern wie beim Publikum Begeisterungsstürme aus und brach den Box Office-Rekord. Kurzum, er wurde zu einem kulturellen Phänomen, das dem amerikanischen Lexikon mindestens einen Ausdruck hinzufügte (E. T.s berühmtes "nach Hause telefonieren"), er brachte nicht nur einen, sondern gleich zwei Hitsongs hervor (gesungen von den generationsübergreifenden Stars Neil Diamond und Michael Jackson), er zog eine große Anzahl von unterdurchschnittlichen Nachahmern nach sich, in denen es um die neugefundene Freundschaft zwischen Kindern und Aliens ging (und von denen die meisten heute gnädigerweise in Vergessenheit geraten sind) ... und er brachte die unumgängliche Diskussion um eine Fortsetzung in Gang. Vielfach geehrt, wurde E. T. - Der Außerirdische unter anderem für neun Oscars nominiert, darunter in den Kategorien Bester Film, Beste Regie und Bestes Originaldrehbuch. Er gewann die begehrte Statuette für die Filmmusik, die Visuellen Effekte, den Ton und den Toneffekt-Schnitt.

    Kennedy erinnert sich an ihre eigene Überraschung in Anbetracht der internationalen Reaktionen: "Dank E. T. hatte ich die einmalige Gelegenheit, während der Publicity Tour überall in der Welt herumzureisen und zu sehen, wie das Publikum auf unseren Film reagierte. Es machte mir deutlich, dass, wenn man einen Film zeigt, der auf so fundamentaler Weise die innersten Emotionen anspricht, wir uns alle so gleich sind. Ich sah französische, deutsche, japanische und indonesische Zuschauer alle fast in der gleichen Art an exakt denselben Stellen reagieren."

    Der Film veränderte das Leben aller, die an seiner Entstehung beteiligt waren, er war der Karrierestart für Henry Thomas und Drew Barrymore (ebenso wie für die jungen Nebendarsteller C. Thomas Howell und Erika Eleniak), er festigte die Karrieren von den "Veteranen" Dee Wallace Stone und Peter Coyote und war ein Glanzpunkt in der Vita aller Teammitglieder, was in den kommenden Jahrzehnten bei möglichen Arbeitgebern stets für hochgezogene Augenbrauen sorgte.

    Für Steven Spielberg, der schon mit Der weiße Hai, Unheimliche Begegnung der dritten Art und Jäger des verlorenen Schatzes riesige Erfolge gefeiert hatte, war E. T. - Der Außerirdische der Beginn von persönlicheren Geschichten. "Die Farbe Lila", "Das Reich der Sonne", Schindlers Liste, Amistad, Der Soldat James Ryan und A. I. - Künstliche Intelligenz waren unvermeidliche Weiterentwicklungen von Filmen über die Lebenssituationen von Menschen anstelle reiner Abenteuergeschichten. Meine Karriere ist sozusagen auf zwei parallel verlaufenden Straßen mit zwei Arten von Filmen abgelaufen. Ich denke, E. T. - Der Außerirdische hat mir den Mut gegeben, eine neue, zweite Art von Filmen zu drehen."

    "Ich mag es nicht, wenn ich aus meinen Filmen einen Lieblingsfilm herausdeuten soll, denn das ist so ein bisschen als würde man sagen, man hat ein Lieblingskind", bemerkt Steven Spielberg. "Der bedeutungsvollste Film, den ich gemacht habe, ist Schindlers Liste, aber der persönlichste Film, den ich gemacht habe, ist E. T. - Der Außerirdische. Mittlerweile ist es ja zum Klischee geworden zu sagen, dass ein Film das Kind in uns allen anspricht. Aber ich denke, dass E. T. - Der Außerirdische für die Menschen ist, die wir sind, die wir waren und die wir wieder sein wollen."

    Und heute erscheinen die 20 Jahre, die seit der Uraufführung von E. T. - Der Außerirdische vergangen sind, wie ein Wimpernschlag im Auge der Ewigkeit, obwohl die Teenager, die den Film damals voller Begeisterung für sich entdeckt haben ihn jetzt ihren Kindern zeigen (und die Baby Boomer-Generation macht dasselbe mit ihren Urenkeln). Im kollektiven Bewusstsein des Publikums ist Henry Thomas - der heute ein angesehener Schauspieler im Alter von 30 Jahren ist - noch immer ein munterer und seelenvoller Zehnjähriger auf der Suche nach seinem besten Freund. Drew Barrymore - ein jugendlicher Filmstar und sowohl als Schauspielerin als auch als Produzentin eine nicht zu unterschätzende Kraft im Filmgeschäft - ist noch immer die lebhafte, reizende und liebenswerte Sechsjährige.

    Und E. T.s letztes Versprechen gegenüber Elliott, sein beleuchteter Finger, der diese Botschaft für immer in die Gedanken und das Herz des Jungen eingeprägt hat ... "ich werde genau hier sein" ... das erscheint den Zuschauern ein ergreifendes Gelöbnis zu sein, egal ob damals, heute oder auf ewig.

    Zwei Jahrzehnte später: Restaurierung, Bewahrung und Erweiterung eines Klassikers Aber damit hört die Geschichte noch lange nicht auf ... Weil Film eine verderbliche Ware ist, forderten 20 Jahre ihren Tribut am Zustand des Originalnegativs von E. T. - Der Außerirdische. Darüber hinaus erlaubten die enormen Fortschritte, die die Technologie der visuellen Effekte seit der Dämmerung des digitalen Zeitalters gemacht hat, Steven Spielberg nicht nur die Möglichkeit, seinen Film zu restaurieren, sondern ihn auch aufzubessern und auf eine Art und Weise zu "reparieren", die in Bezug auf Struktur und Inhalt ebenso wie im Bezug auf Technik seiner ursprünglichen Version treu blieb.

    "Ich wollte niemals eine Fortsetzung von E. T. - Der Außerirdische drehen", sagt er, "aber ich dachte mir, es wäre toll, den Film anlässlich seines 20-jährigen Jubiläums erneut in die Kinos zu bringen, mit ein paar Erweiterungen, um den Perfektionisten in mir zu befriedigen, und auch für das alte sowie das neue Publikum. Ich habe den Film oft mit meinen Kindern auf Video gesehen, während sie groß wurden, und bin immer über technische Fehler gestolpert, die vielleicht nur ich bemerkt habe. Zum Beispiel wollte ich immer E. T.s Lauf am Anfang des Films ändern, wenn Keys ihn verfolgt, denn das war einfach nur der Umriss von E. T. der sich auf einer Schiene und mit seinem "Herzlicht" durch ein bisschen Grünzeug bewegte. Dann gab es da Momente im ersten Film, die wir aus der damaligen Fassung herausschneiden mußsten, und ich dachte, es wäre großartig, diese wieder einzufügen."

    "Der 20. Jahrestag des Filmes stand vor der Tür", erklärt Kathleen Kennedy, "und es gab eine Diskussion, ob es von Wert sei, den Film wiederaufzuführen oder nicht. Und wenn ich von Wert spreche, dann meine ich den Wert für das Publikum. Wir erkannten, dass E. T. - Der Außerirdische ein Film ist, der so viele Generationen anspricht, und die Tatsache, dass da eine ganze Generation ist, die diesen Film nie auf einer Kinoleinwand gesehen hat, war uns nur allzu klar."

    "Ich habe inzwischen ein fünfjähriges und ein dreijähriges Kind", fügt Kennedy hinzu, "und Steven hat sechs Kinder. Wir haben uns den Film alle gemeinsam in einem kleinen Kino angesehen, und es war so unglaublich, ihre Reaktionen zu sehen. Stevens Jüngster und mein Jüngster hatten E. T. nie gesehen, und der Film rief bei ihnen dieselbe Begeisterung hervor wie bei Kindern ihres Alters vor 20 Jahren. Ich würde also wetten, dass es jede Menge Eltern mit kleinen Kindern gibt, die sich an diesen Film als ein echtes persönliches Erlebnis ihrer Kindheit erinnern, und das können sie nun mit ihren eigenen Kindern teilen. Und ich glaube, es gibt eine Menge Jugendlicher, die damit aufgewachsen sind, diesen Film zu sehen, und die jetzt im College-Alter sind, und die eine ganz andere Erfahrung machen werden, wenn sie ihn jetzt als Erwachsene wieder ansehen."

    "Es war auch klar", fährt Kennedy fort, "dass wir hier sitzen mit dem neuem Handwerkszeug der Computergrafik, und wir erinnerten uns an Sachen wie 'weißt du noch, der Tag als E. T.s Lippe sich verfing und wir es nicht mehr rechtzeitig für die nächste Aufnahme reparieren konnten?' Das brachte die Diskussion in Gang, ob wir uns dranmachen sollten, geringe Korrekturen an Dingen vorzunehmen, die uns immer gestört hatten, ohne dabei jedoch die Atmosphäre, den Charme und all die Dinge, die wir an E. T. so lieben, zu verändern."

    "Der Schlüssel zu diesen kreativen Veränderungen war Stevens Bedingung, dass sich diese Verbesserungen wirklich in das einfügen ließen, was diesen Film für die Menschen ausmachte."

    Für Hilfe bei dieser Aufgabe wandte sich Steven Spielberg einmal mehr an Industrial Light & Magic und führte damit eine kreative und künstlerische Zusammenarbeit weiter, die 1981 begonnen hatte. "Dies war ein sehr einzigartiger Film für uns", kommentiert Bill George von ILM, der als Leiter für die Visuellen Effekte der 20-jährigen Jubiläums-Ausgabe von E. T. - Der Außerirdische tätig war. "Zum einen bedeutete es, noch vor den Verbesserungen, die Restaurierung eines Filmes, an dem ILM zwanzig Jahre zuvor gearbeitet hatte. Zugleich gingen wir es aber anders an als bei den meisten anderen Filmen. Normalerweise denkt man sich Entwürfe für einen Film aus und dreht ihn dann mit den Effekten im Kopf. Das hier war etwas völlig anderes. Wir reden hier von etwas, was schon existierte, und unsere Aufgabe war es, es zu restaurieren."

    "Unser Ansatz war, dass E. T. - Der Außerirdische ein Stück klassischer Architektur war, das baufällig war", fährt George fort. "Wir mußsten die Böden renovieren und die Wände neu streichen, um so nah wie möglich an die Originalfassung heranzukommen. Es ist ein bisschen wie der Unterschied, ob man seine Oma in den Schönheitssalon schickt oder zum Schönheitschirurgen. Wir wollten sie in den Schönheitssalon schicken, denn wir lieben sie. Wir wollten sie nicht verändern... sie nur ein bisschen attraktiver machen."

    Steven Spielberg bemerkt: "Ich war sehr vorsichtig, nicht die Substanz der Geschichte zu verändern. Es war, als ob man einen sehr feinen Pinsel nimmt und ein bisschen Rouge auf ein sehr blasses Gesicht aufträgt."

    Und so ging Steven Spielberg den gesamten Originalfilm durch und vermerkte jede Einstellung, die er mittels neuester visueller Effekte bearbeitet haben wollte, um damit den existierenden Film zu verbessern anstatt ihn unwiederbringlich zu verändern. "Wenn man diesen Film heute drehen würde", merkt George an, "dann stehen die Chancen nicht schlecht, dass E. T. - Der Außerirdische komplett aus dem Computer käme. Aber dieser Film entstand nicht heute, sondern in den Jahren 1981/82, und die E. T.-Puppen, so brillant sie auch sind, hatten ihre Grenzen. Aber diese Grenzen trugen auch etwas zu der Figur als solcher bei. Es liegt etwas sehr elegantes und bedächtiges in seinen Bewegungen. Und daher versuchten wir sehr stark, niemals von dem Charakter oder den Bewegungen des E. T.s im Originalfilm abzuweichen, außer an den Stellen, an denen wir ihn lebendiger machen konnten als er es zuvor war."

    Man verteilte die Aufgaben auf zwei ILM-Teams, wobei George die Leitung der technischen Seite inne hatte und Colin Brady als Supervisor für die Animation zuständig war, wobei natürlich beide Gruppen unter der Anleitung von Steven Spielberg eng zusammenarbeiteten. Die erste Aufgabe war es, die ursprünglichen Filmelemente zu restaurieren. "Das Material war in bedauernswertem Zustand", erzählt George. "Einige der Negativrollen waren zerkratzt und sehr stark verschmutzt. Wir mußsten ein bisschen Archäologie-Arbeit leisten und recherchieren, um zum Beispiel herauszufinden, welche Kameraobjektive der damalige Chefkameramann Allen Daviau verwendet hatte."

    Es war wichtig, dass alle Verbesserungen bei den visuellen Effekten dem Originalfilm angepasst wurden, sodass diese Teile nicht nach etwas Neuem aussahen. Dadurch sind viele der Verbesserungen nur ganz fein, wie zum Beispiel die Erweiterung der Gesichtsausdrücke von E. T. oder die Erneuerung eines Matte-Hintergrundes mit neuer Technologie, die es erlaubt, sich bewegende Wolken oder den durch die Bäume fegenden Wind darzustellen. Und obwohl für bestimmte Einstellungen ein völlig digitalisierter E. T. entworfen wurde, sehen wir die meiste Zeit nur die Computer-Verbesserungen über die Originalpuppen gelegt. George, Brady und ihre Kollegen achteten auf kleinste Details, wie beispielsweise die Bearbeitung von Elementen bei Elliotts erstem Fahrradflug mit E. T., bei dem sein Halloween-Kostüm im Wind flattert, während es in der Originalfassung statisch bleibt.

    Die riesigen Fortschritte, die die Technik zwischen 1981 und heute gemacht hat, erlaubte es den Künstlern von ILM Szenen zu restaurieren, die aus der Originalfassung herausgeschnitten worden waren, darunter den zuvor bereits erwähnten Badezimmer-Spaß von E. T. und Elliott sowie eine Erweiterung der Halloween-Sequenz, in der Mary nach Elliott sucht. "Mit dem Einfügen der Badewannen-Szene gibt es ein bisschen mehr Gelegenheit für E. T. und Elliott, sich kennenzulernen und zusammenzufinden", bemerkt Steven Spielberg. "Und dann gibt es da noch eine Szene, die dem Publikum verdeutlicht, dass E. T. und Elliott gegenseitig ihre Gefühle verstehen können. Als das Telefon klingelt, zuckt Elliott zusammen, und E. T. ebenfalls, aber nicht weil er vom Telefon erschreckt wurde, sondern weil Elliotts Herz einen Satz gemacht hat. Dies fügt auch den Augenblick wieder ein, in dem E. T. seinen langen Hals ausstreckt und offen legt, was eine schöne Geste für das wachsende Vertrauen der zwei neuen Freunde zueinander ist."

    Was die Halloween-Sequenz angeht, "das wollte ich immer schon wieder einfügen, denn es beinhaltet einen der besten Momente von Drew Barrymore", sagt der Regisseur.

    Natürlich waren die Visual Effects-Künstler bei ILM wirklich herausgefordert, und sie hatten außerordentliche Respekt vor dem Originalfilm. "Als ich zum ersten Mal gefragt wurde, ob ich an einer Wiederaufführung von E. T. - Der Außerirdische mitarbeiten wolle, zögerte ich etwas", gibt Colin Brady zu. "Es war immer einer meiner Lieblingsfilme, und ich hatte einfach immer angenommen, jede Bildeinstellung sei perfekt. Es war fast so, als werde man gefragt, ob man die Mona Lisa übermalen wolle, um sie zu verschönern. Aber in diesem Fall war es ja Da Vinci selbst, der bei uns anfragte, ob wir unter seiner Aufsicht diese Arbeit machen wollten."

    "Die größte Herausforderung", fährt Brady fort, "ist, dass E. T. mehr ist als nur irgendein Etwas oder ein Alien. Er ist auch keine Zeichentrickfigur. Wir mußsten ihn wirklich als lebendiges, atmendes Wesen ansehen, und wir wollten genauso an ihn herangehen, als sei er von einem Menschen dargestellt worden. Wir wollten E. T. nicht über Gebühr glatt oder fließend machen in seinen Bewegungen, was mit Computeranimation kein Problem gewesen wäre. Die Art und Weise, wie sich der Original-E. T. bewegte, hatte eine so schöne Wärme, so eine Art kindliche Unschuld kombiniert mit einer zappeligen Qualität, die seinen Charakter vertiefte. Wir verglichen ihn auch mit verschiedenen Tieren. Manchmal wirkt er wie eine Katze, zu anderen Zeiten wie ein Häschen oder eine Schildkröte. Das half uns dabei, einige seiner Bewegungen neu zu definieren, dort wo es notwendig war."

    Ein Beispiel für die Überarbeitung einer Sequenz durch ILM ist der spannende Moment, wenn E. T. in der Eingangszene durch den Wald rennt bei dem Versuch, den ankommenden Wissenschaftlern zu entfliehen. "Das war der eine Augenblick, von dem jeder meinte, man könne ihn ersetzen", sagt Brady, "denn E. T. bewegte sich sehr linear, als würde er auf Schienen laufen. Wir mußsten uns wirklich zusammensetzen und überlegen, wie dieser kleine Kerl rennen würde, denn er hat so kurze Stoppelbeine und kleine Füße. Schließlich fanden wir dann eine Lösung, mit der auch Steven Spielberg zufrieden war."

    Da keines der Original E. T.-Modelle mehr existierte, mußsten George, Brady und ihren Teams das Ausgangsmaterial Einstellung für Einstellung durchgehen und die Körperlichkeit des Aliens so gut wie irgend möglich zu erfassen, damit ein neues Modell gebaut werden konnte, das dann digital gescannt wurde. Aber wie Colin Brady zugibt, "wenn wir mit 'E. T.' heute noch mal bei Punkt Null anfangen würden, könnten wir viele der wunderbaren Tricks, die im ersten Film zum Einsatz kamen, nicht mehr anwenden. Wenn E. T. nur ein digitaler Charakter wäre, dann hätten Henry Thomas und die anderen Schauspieler keinen 'echten' E. T. gehabt, mit dem sie agieren und auf den sie reagieren konnten!"

    Vielleicht die wichtigste Änderung, die Steven Spielberg bei der Jubiläumsausgabe von E. T. - Der Außerirdische machte, war etwas, was er bereits seit Jahren im Kopf hatte: die Waffen aus den Händen der Polizisten und Regierungsbeamten, die in der außergewöhnlichen Verfolgungsjagd (die dann in den Fahrradflug übergeht) hinter E. T., Elliott und ihren Freunden her sind, zu entfernen. 1995 sagte Steven Spielberg in einem Interview:

    "Wenn ich jemals einen Film als Wiederaufführung ins Kino bringe, dann will ich irgendwie die Schusswaffen entfernen ... ich bedauere zwei Sachen in dem Film. Ich bedauere, dass eine Waffe benutzt wurde, um Kinder auf Fahrrädern zu stoppen. Überhaupt bedauere ich es, Waffen in dem Film eingesetzt zu haben. Und sollte ich ihn jemals wiederaufführen, dann werde ich das digitale Wunder der Computeranimation verwenden, und den Polizisten die Waffen aus den Händen nehmen."

    In dem Zeitraum von 1981 bis 82, in dem E. T. - Der Außerirdische entstand, wurde Steven Spielberg Vater und bekam eine neue Perspektive dem Leben gegenüber. Und obwohl das Ersetzen der Waffen in den Händen der Polizisten mit harmlosen Walkie-Talkies eine gewisse Kontroverse unter manchen eingeschworenen Fans verursachen wird, so empfindet der Filmemacher doch eine Verantwortung gegenüber seinem oft sehr jungen Publikum.

    "Das Klima für Waffen war 1982 nicht so aufgeheizt wie heute", bemerkt er, "aber ich war dennoch sehr, sehr empfindlich was den Einsatz von Waffen in E. T. - Der Außerirdische betraf. Nachdem 1985 mein Sohn Max zur Welt kam, beschäftigte es mich noch mehr, besonders als er größer wurde und ich anfing, die Welt ernster zu nehmen. Ein Kind zu bekommen, war die größte Veränderung und Läuterung in meinem Leben, so wie das wahrscheinlich den meisten Eltern geht, die ihr erstes Kind bekommen. Ich begann, die Waffen als unpassend innerhalb des Filmes zu empfinden, und hatte das Gefühl, die Jubiläumsfassung sei eine großartige Gelegenheit, sie loszuwerden."

    "Ich weiß, dass einige Leute meinen, ich wäre nachgiebig und weich geworden", sagt Steven Spielberg weiter, "und ich bin sicher, dass die NRA (die nationale Waffenvereinigung in den USA) auch etwas ärgerlich mit mir sein wird. Aber ich stehe zu meiner Entscheidung."

    "Von einem logischen Ansatz aus gesehen", bemerkt Kathleen Kennedy, "erkannte Steven, dass es höchst unwahrscheinlich sein würde, dass die Polizei bei der Verfolgung einer Gruppe von Kindern auf Fahrrädern ihre Waffen ziehen würde. Abgesehen vom ethischen Standpunkt, macht es jetzt auch mehr Sinn, was den Realismus der Geschichte angeht."

    Ähnlich gelagert ist die Szene, in der Elliotts Mutter ihm nicht mehr länger verbietet, an Halloween als "Terrorist" verkleidet aus dem Haus zu gehen. In Melissa Mathisons ursprünglichem Drehbuch wurde an dieser Stelle das Wort "Kommando" benutzt, aber nun wurde das Wort in das gewaltfreie "Hippie" geändert.

    Bill George, Colin Brady und alle anderen bei ILM, die mit der Arbeit an der Special Edition von E. T. - Der Außerirdische beteiligt waren, fühlten eine enorme Verantwortung. "Eines meiner persönlichen Ziele bei diesem Projekt war es, sicherzustellen, dass die Effekte so gelingen, wie das Publikum sie in Erinnerung behält - nämlich dafür, dass sie nicht auffallen", betont George. "Unsere Hoffnung ist, dass sie nicht auffallen, dass sie einfach so mitlaufen und denselben Charme haben wie das Original. Und ich glaube auch, das ist uns gelungen. Wenn die Leute sich diese Fassung von E. T. - Der Außerirdische ansehen werden, werden sie nicht merken, was wir verändert haben, es sei denn, sie sind vorher darüber informiert worden. Und das sollten sie nicht sein, denn was sie sich ansehen sollen ist der Film - E. T. - Der Außerirdische und nicht die Effekte."

    Was den Ton angeht, dazu sagt Produzentin Kennedy: "Was wir mit der Musik von John Williams machten, war im Grunde nur, sie zu digitalisieren und sie auf sechs Spuren zu verteilen, was einen sehr viel volleren Sound erzeugt. Wir haben nichts nachträglich aufgenommen, aber dank der technologischen Fortschritte der letzten 20 Jahre konnten wir den Sound ebenso wie die Dialoge und die Musik von E. T. - Der Außerirdische ins 21. Jahrhundert heben."

    Szenenfoto
    Szenenfoto
    Szenenfoto
    Szenenfoto
    Szenenfoto
    Szenenfoto
    Szenenfoto
    Szenenfoto
    Szenenfoto

    Dirk Jasper FilmLexikon

    © Fotos: UIP © 1994 - 2010 Dirk Jasper