Easy Rider

Produktionsnotizen: Das Road Movie

Das Roadmovie ist ein klassisch nordamerikanisches Genre, dessen Wurzeln im Western, dem ?antiken Drama Amerikas? (Peter Fonda) mit seinem Frontier-Motiv, dem Übergang zwischen Zivilisation und Einöde und der Figur des Outlaws zu finden sind.

Im Mittelpunkt steht die Reise, der Weg in eine ungewisse Zukunft, die Flucht. Statt auf Pferden jagt man jetzt mit Motorrädern durch die Prärie. Schauplatz sind die weiten Wüstenlandschaften, die von schnurgeraden, endlosen Highways durchzogen sind und sowohl für zügellose Freiheit als auch Einsamkeit stehen.

Marlon Brando spielt bereits 1953 in ?Der Wilde? einen jungen Gesetzlosen, der in Lederkluft gegen Spießertum und feindliche Rocker ins Feld zieht. Mit dieser Rolle legt er den Grundstein für zukünftige Charaktere. In die ?Die wilden Engel? von Roger Corman verkörpern Peter Fonda und Nancy Sinatra zwei Mitglieder der Hell's Angels, welche sich entlang des Highways mit Saufgelagen und Prügeleien die Zeit vertreiben.

Zwei Jahre später erscheint ?Easy Rider? als bis dahin schlagkräftigstes Werk des jungen Genres - drei Männer gehen auf die Suche nach Amerika und finden nichts als gewalttätige Rednecks, die ihrem Leben ein Ende setzen.

Auch der Gangster kommt im Roadmovie zu neuen Ehren. In Arthur Penns ?Bonnie und Clyde? hinterläßt ein Pärchen auf einem Raubzug eine blutige Spur. Die Gewalttaten werden romantisiert und zur Sinnsuche stilisiert. Diese Tendenz findet erst 1994 mit Oliver Stones ?Natural Born Killers? ein Ende. Hier wird die Bluttat zum Selbstzweck.

Doch das Roadmovie ist nicht auf den amerikanischen Raum begrenzt, auch europäische Regisseure greifen, wie beispielsweise Antonioni in ?Zabriskie Point?, Motive des Genres auf.


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Dirk Jasper FilmLexikon

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