Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben

• Inhalt • Darsteller & Stab • Filmkritiken • Oscar® • Filmplakate im Großformat: DeutschlandUSA

Titel Deutschland: Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben
Titel USA: Dr. Strangelove Or How I Learned To Stop Worrying And Love The Bomb
Genre: Satire
Schwarzweiß, England, 1963

Kino USA: 29. Januar 1964
Kino Deutschland: 10. April 1964
Kino Schweiz (D): -
Kino Österreich: -
Laufzeit Kino: 94 Minuten, FSK 16



Inhalt US-General Jack D. Ripper, Kommandant eines US-Fluggeschwaders, fühlt sich durch eine vermeintliche kommunistische Weltverschwörung mehr und mehr bedroht: Er ist der festen Meinung, dass die Russen das Trinkwasser der USA vergiftet haben.

Eines Tages dreht er völlig durch: Er ordnet "Plan R" an und hebt damit sämtliche Befehlsfolgen auf, er ernennt sich selbst zum führenden General und schickt die US-Atombomber-Flotte in Richtung UdSSR los. "Plan R" hat einen entscheidenden Nachteil: Er kann nur mit einem speziellen - und nur Ripper bekannten - Code wiederrufen werden. Alle Bemühungen seines Assistenten, Group Captain Lionel Mandrake, ihn zum Einlenken zu bewegen, bleiben wirkungslos.

Inzwischen wird man im Pentagon ganz unruhig: General "Buck" Turgidson mußs sich sogar extra von seiner Geliebten losreißen, um an der Krisensitzung teilzunehmen. Eine Lösung hat allerdings niemand. Nachdem man die Möglichkeit verworfen hat, bei dieser Gelegenheit Russland gleich komplett zu vernichten, um die Verluste bei der US-Zivilbevölkerung bei minimal nur 25 Millionen zu halten, informiert man die Russen schweren Herzens. Präsident Merkin Muffley nimmt Kontakt mit dem UdSSR-Premier Dimitri Kissov auf, um ihn auf den Einschlag vorzubereiten.

Als die Russen aber bemerken, dass die Bomber unwiderruflich die Atombomben abwerfen werden, machen sie den US-Präsidenten darauf aufmerksam, dass bei Abwurf der Bomben automatisch die neue russische "Weltvernichtungsmaschine" ihren Zeitzünder in Gang setzt, der ebenfalls nicht mehr aufzuhalten ist.

Der einzige Mann, der den Rückholcode für die Bomber hat, ist der General Ripper. Aber der hat sich in seinem Stützpunkt verrammelt, sich dann leider selbst erschossen und den Code für den Rückruf schließlich mit ins Grab genommen. Der Krisenstab, der unter der Leitung des Präsidenten der USA tagt, besteht anscheinend nur noch aus Wahnsinnigen und Verrückten, und auch der Dialog mit dem russischen Präsidenten ist alles andere als hilfsreich.

Schließlich ist Präsident Muffley gezwungen, dem Sowjetpremier am Roten Telefon alle Geheimnisse über die anschwebenden Todesbomber preiszugeben. Die Bomber werden von der Abwehr der UdSSR zerstört - bis auf einen ...


Darsteller & Stab Darsteller: Peter Sellers (Präsident Muffley, Dr. Strangelove, Group Captain Lionel Mandrake), George C. Scott (General "Buck" Turgidson), Sterling Hayden (General Jack D. Ripper), Keenan Wynn (Colonel Bat Guano), Slim Pickens (Major T. J.), Tracy Reed (Miss Foreign Affairs), Peter Bull (Botschafter Alexi de Sadesky)

Stab:Regie: Stanley KubrickProduktion: Stanley Kubrick, Victor Lyndon, Leon Minoff für Hawk • Drehbuch: Stanley Kubrick, Peter George, Terry Southern • Vorlage: Roman "Red Alert" von Peter George • Filmmusik: Laurie Johnson • Kamera: Gilbert Taylor • Spezialeffekte: Wally Veevers • Ausstattung: Ken Adam • Schnitt: Anthony Harvey • Kostüme: Bridget Sellers • Make Up: Stuart Freeborn (Make Up), Barbara Ritchie (Frisuren) • Ton: Richard Bird • Ton(effekt)schnitt: Leslie Hodgson • Stunts: - •


Filmkritiken Dirk Jasper FilmLexikon: Kult pur: Oscar-Preisträger Stanley Kubrick ("2001 - Odyssee im Weltraum", "Shining") hat mit dieser bitterbösen Alptraum-Komödie einen zynischen Blick auf Bombenhysterie und Antikommunismus, soldatische Tugenden und tödlichen Bürokratismus, auf die Perversion von Selbstschutz und andere typische Zivilisationskrankheiten unserer Weit geworfen. Die Menschheit hat die Wahl, entweder Vogel Strauß zu spielen, oder sich an dem Kampf gegen ein kollektives Harakiri zu beteiligen. Stanley Kubrick hat den zweiten Weg gewählt und eine bitterböse Atomkrieg-Alptraum-Satire-Komödie geschrieben und inszeniert, die das Zwerchfell erzittern und die Haare zu Berge stehen lässt.

Jeff Shannon (Amazon.de): Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben ist wahrscheinlich die großartigste schwarze Komödie, die jemals gedreht wurde. Stanley Kubricks Klassiker des Kalten Kriegs ist die ultimative Satire auf das nukleare Zeitalter. Der Film ist eine perfekte Parodie auf den politischen und militärischen Wahnsinn. Dies beginnt mit General Jack D. Ripper (Sterling Hayden), einem manischen Krieger, der von der "Reinheit der kostbaren Körperflüssigkeiten" besessen ist. (...) Peter Sellers spielt auch einen britischen Militärattaché und den verrückten Bomberhersteller Dr. Strangelove. George C. Scott ist wunderbar außer sich als General Buck Turgidson, dessen Rat an den Präsidenten hauptsächlich aus Panikattacken und Statistiken über "annehmbare Verluste" besteht. Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben enthält Dialoge und Bilder (Slim Pickens Charakter, der auf der Bombe reitet), die Teil unseres kulturellen Vokabulars geworden sind. Nicht zuletzt deshalb erscheint Stanley Kubricks Film immer wieder auf der Liste der besten Filme aller Zeiten.

VideoWoche: Messerscharfe Satire des britischen Regiegenies Stanley Kubrick, der in diesem pechschwarzen Pointenreigen mehr Realitätsnähe schuf, als den meisten Militärs und Politikern lieb sein konnte. Sprüche wie die des durgedrehten Generals konnte man 1964 tatsächlich nicht nur aus dem Munde offensichtlicher Verrückter vernehmen, und erst 1962 war die Welt in der Kubakrise dem Atomkrieg nur knapp entronnen. Auch heute hat Dr. Seltsam nichts an Aktualität eingebüßt, lässt sich doch die Rolle des wahnsinnigen Generals - wie zum Beispiel bei 'Terminator' - bequem auf fehlgeleitete Computerprogramme übertragen.

Lexikon des internationalen Films: Stanley Kubricks böse Atomkriegs-Satire zeigt die militärischen und politischen Umtriebe konsequent als Pandämonium des Irrsinns. Die groteske Stilisierung der Figuren und Schauplätze entlarvt das "Gleichgewicht des Schreckens" als labiles Konstrukt, das jederzeit durch banale Zufälle und menschliche Schwächen zum Alptraum werden kann.

Blickpunkt : Film: Dr. Seltsam ist vermutlich der bissigste Kommentar auf die Absurditäten des kalten Krieges, den die Filmgeschichte je hervorbrachte.

DVD & Video Report: Bissige weltberühmte Satire des Kultregisseurs Stanley Kubrick auf die Absurditäten der Hochrüstung und des kalten Krieges.

Frankfurter Neue Presse: Einer der radikalsten, bittersten und treffsichersten Filme zum Thema.

Kölner Stadt-Anzeiger: Brillante, alptraumhafte schwarze Komödie.


Oscar®
  • Oscar-Nominierung für 1964: Stanley Kubrick, Victor Lyndon, Leon Minoff (Bester Film)
  • Oscar-Nominierung für 1964: Peter Sellers (Hauptdarsteller)
  • Oscar-Nominierung für 1964: Stanley Kubrick, Peter George, Terry Southern (Drehbuch-Adaption)
  • Oscar-Nominierung für 1964: Stanley Kubrick (Regie)
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