Der gewalttätige und jähzornige Jahrmarktsartist und Gaukler Zampano kauft für ein paar Groschen das einfache Dorfmädchen Gelsomina, er will sie zu seiner Gehilfin und Sklavin machen. Während er alle die angenehmen Augenblicke des ärmlichen Lebens genießt, muß Gelsomina hart arbeiten. Obwohl Gelsomina von Zampano verachtet und misshandelt wird, hält sie unbeirrbar zu ihm und opfert sich für ihn auf. Ein fast unerträglicher Zustand für das sensible Mädchen.
Gelsomina unterwirft sich seinen Befehlen, aber den seiltanzenden Narren Matto, der sie menschlich behandelt, betet sie an. Zampano tötet den Seiltänzer im Streit und trennt sich von Gelsomina, weil er jede menschliche Bindung als Last empfindet. Nun gibt es für Gelsomina kein zurück mehr, und das Schicksal nimmt seinen Lauf.
Erst als Zampano später von ihrem Tod erfährt, läßt ein hemmungsloser Gefühlsausbruch ahnen, was er für sie empfunden hat.
Filmkritiken
Dirk Jasper FilmLexikon: Ein frühes Meisterwerk, mit dem Federico Fellini über Nacht berühmt und mit dem "Oscar" ausgezeichnet wurde.
Lexikon des internationalen Films: Mit der poetisch-bizarren Tragödie entfernte sich Fellini erstmals vom Neorealismus. Der Film hat eine soziale, eine humane und eine christliche Ebene. Ob man ihn als simple Geschichte über menschliche Beziehungen oder als Allegorie versteht, der durch den Zusammenklang aller künstlerischen Faktoren erzielten Intensität wird sich kaum ein Zuschauer entziehen können.
TV Spielfilm: Meisterhafte, poetische Ballade über die Ausbeutung der Frau und über die Suche nach Geborgenheit.
Rhein-Zeitung 1996-02-22: Poetisch-bizarre Tragödie von Italiens Starregisseur Federico Fellini.
Bemerkungen
Hauptdarstellerin und Ehefrau Giulietta Masina inspirierte Fellini zu seinen wichtigsten Filmen und erstrahlte unter seiner Regie als Charakterstar der 50er Jahre, besonders in den ebenso witzigen wie bewegenden Porträts naiver Kindfrauen in "La Strada" und "Die Nächte der Cabiria", die ihr zahlreiche Auszeichnungen einbrachten.
Auf diesem hohen Niveau waren Filmrollen jedoch äußerst rar und Giulietta Masina zog sich bald zurück, um unter anderem als Filmautorin zu arbeiten. Auch aus ihren späteren Filmrollen ragen die Fellini-Filme "Julia und die Geister" und "Ginger und Fred" hervor.