Lohn der Angst

• Inhalt • Darsteller & Stab • Filmkritiken • Hintergrund • Filmplakat im Großformat: Deutschland

Titel Deutschland: Lohn der Angst
Frankreich: Le salaire de la peur
Titel USA: The Wages Of Fear
Genre: Thriller
Schwarzweiß, Frankreich, Italien, 1953

Kino Frankreich: 22. April 1953
Kino Deutschland: 11. September 1953
Kino USA: 16. Februar 1955
Laufzeit Kino: 150 Minuten, FSK 16

DVD Deutschland: 1. Dezember 2004
Video Deutschland: 1984
Laufzeit DVD/Video: 142 Minuten


Inhalt Las Pedras, ein schmutziges Dorf in Lateinamerika, lebt von seinem einzigen Arbeitgeber, der Southern Oil Companie. Ohne einen Pfennig in der Tasche wartet hier ein Haufen Abenteurer, Aussteiger, Gangster und Nichtstuer in dem gottverlassenen Nest auf eine Chance, diesem Elend zu entkommen. Für die Chance, von hier wegzukommen, würde jeder einzelne von ihnen alle anderen ans Messer liefern.

600 Kilometer vom Dorf entfernt explodiert eine Ölbohrstelle. Es werden nun Freiwillige gegen Höchstbezahlung gesucht, die die Lastwagen mit hochexplosives Nitroglycerin von Las Pedras zur Unglücksstelle fahren. Die Ölfirma scheut nämlich das Risiko, eigene Arbeiter eine Tonne dieses extrem erschütterungsempfindlichen Sprengstoffs auf Lastwagen durch den Urwald zur brennenden Bohrstelle fahren zu lassen, also werden Freiwillige gesucht. Der Plan ist, das Feuer mit einer gigantischen Explosion zu ersticken.

Um ihre Heimreise finanzieren zu können, lassen sich Mario, Jo, Luigi und der Deutsche Bimbo auf dieses Himmelfahrtskommando ein. Eine mörderische Chance, eine Chance gleich Null, doch die vier setzen auf dieses Himmelfahrtskommando. Eine atemberaubende Fahrt mit einfachen Lastwagen beginnt, durch unwegsames Gelände, völlig ungesichert. Jede Kurve, jedes Schlagloch und jede morsche Brücke wird zur mörderischen Belastungsprobe und legt die Nerven blank.

Kurz vor dem Ziel geschieht dann auch das Unausweichliche, eine Explosion bedeutet Endstation für zwei von ihnen. Entsetzen lähmt die beiden Überlebenden, doch weiter geht es, der Freiheit entgegen oder dem Tod - auf jeden Fall ein Weg durch die Hölle!


Darsteller & Stab Darsteller (Rolle / Synchronstimme): Yves Montand (Mario / Howard Vernon / Udo Schenk), Charles Vanel (Jo / Walter Süßenguth / Wolfgang Völz), Peter van Eyck (Bimba / Peter van Eyck / Peer Augustinski), Luis de Lima (Bernardo), Jo Dest (Smernoff / Kurt Meister), Darío Moreno (Hernandez / Hans Walter Clasen / Thomas Nero Wolff), William Tubbs (Bill O'Brien / Wolf Martini / Charles Rettinghaus), Véra Clouzot (Linda / Lola Luigi / Monica Bielenstein), Folco Lulli (Luigi / Werner Lieven / Engelbert von Nordhausen), Antonio Centa (Chef des Camps)

Stab:Regie: Henri-Georges Clouzot • Produktion: Raymond Borderie, Henri-Georges Clouzot • Drehbuch: Henri-Georges Clouzot, Jérôme Géronimi • Vorlage: Roman "Lohn der Angst" von Georges Arnaud • Filmmusik: Georges Auric • Kamera: Armand Thirard • Spezialeffekte: - • Ausstattung: René Renoux • Schnitt: Madeleine Gug, Etiennette Muse, Henri Rust • Kostüme: - • Make Up: Georges Bouban • Ton: William Robert Sivel • Ton(effekt)schnitt: - • Stunts: - •


Filmkritiken Dirk Jasper FilmLexikon: Ein Action-Thriller, der einem den kalten Schweiß der Todesangst über den Rücken jagt. Regisseur Henri-Georges Clouzot setzte mit diesem spannungsgeladenen Film Maßstäbe für das anspruchsvolle Action-Thriller-Genre.

VideoWoche: Einer der größten internationalen Erfolge des französischen Kinos, Beginn der Karriere von Yves Montand. Meisterwerk als einer der spannendsten Filme aller Zeiten, Muster an Präzision in permanenter Steigerung von Suspense-Situationen. Henri-Georges Clouzots grundsätzlicher Pessimismus wird in der ausführlichen Einführung in der drückenden Atmosphäre von Las Piedras deutlich. Das Remake von William Friedkin (1978) ist heute vergessen.

Lexikon des internationalen Films: Ein Klassiker des anspruchsvollen Spannungskinos, zugleich ein schockierendes Drama menschlicher Angst und Erniedrigung, dessen Helden - sentimentale Zyniker und weichherzige Rüpel - mit einer seltenen Intensität dargestellt werden.

Cinema: Hochexplosiver, schnörkelloser Actionklassiker. Setzte Maßstäbe für das gesamte Genre.


Hintergrund Jedes Land hatte seine eigenen Vorstellungen davon, wie mit sozialkritischen Aspekten im Film umzugehen sei. Daraus entstand eine fast unüberschaubare Anzahl von Schnittfassungen:
  • 1953: Original (F): 151 Minuten
  • 1953: BRD: 150 Minuten
  • 1954: USA: 138 Minuten
  • 1957: DDR: 144 Minuten
  • verschiedene TV-Fassungen: zwischen 124 und 127 Minuten
  • 1999: DVD Criterion: 148 Minuten
  • 2003: TV-Fassung ZDF: 144 Minuten
  • 2004: DVD Concorde: 142 Minuten
Die deutsche Fassung des Films, die 1953 mit 150 Minuten in die Kinos kam, wurde 2003 vom ZDF restauriert, allerdings war nur eine verkürzte Fassung aufzufinden. Die Originalsprecher waren verstorben, daher mußsten die ergänzten Szenen mit anderen Sprechern nachsynchronisiert werden. Die 2004 veröffentlichte DVD der deutschen Langfassung wurde wieder um einige Minuten gekürzt (ZDF 2003: 144 Minuten, DVD Concorde: 142 Minuten).

In der DDR lief der Film ab 1957 in einer DEFA-Fassung mit eigenen Synchronsprechern.

In den USA stand der Film 1954 auf dem Index, weil der Hauptdarsteller Yves Montand damals mit dem Kommunismus sympatisierte. Die us-amerikanische Fassung wurde auf 138 Minten geschnitten. Insbesondere wurden Szenen entschärft, in denen die Handlungsweise us-amerikanischer Firmen als ausbeuterisch dargestellt wurde.

Jean Gabin, der ursprünglich für die Rolle des Jo vorgesehen war, schlug die Rolle aus, weil er keinen Verlierer darstellen wollte.

In der Nähe von Uzès in der Camargue wurde das ganze Filmdorf Las Piedras aus Steinhäusern nachgebaut. Für das stimmige Lokalkolorit wurden die Statisten und Tiere (z. B. die in den Anfangsszenen sichtbaren Geier und Schaben) eigens aus Mittelamerika eingeflogen.

Zwischen den Dörfern Poulx und Pont St. Nicolas in der Provence liegt die Strecke, auf der die Lastwagen durch die Serpentinen fahren.

Das 1976 erstellte Remake "Sorcerers" von William Friedkin enthält keine sozialkritischen Aspekte und verlässt sich fast ausschließlich auf den Thrill, welche Herausforderung die Protagonisten als Nächstes zu meistern haben.

Filmplakat
Video-Cover
DVD-Cover
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
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Szenenfoto
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Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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