Ein Wolkenbruch überrascht drei Menschen aus verschiedenen sozialen Schichten, die in einer halb verfallenen Tempelruine Schutz suchen. Ein Zen-Priester, ein Holzfäller und ein Knecht.
Sie unterhalten sich, um die Wartezeit zu überbrücken, und ihr Gespräch kreist um eine abscheuliche Gewalttat im Rashomon, dem japanischen Wald der Dämonen, der Wald der Versuchung. Ein berüchtigter Bandit überfällt ein Ehepaar, vergewaltigt die Frau vor den Augen des gefesselten Mannes Gewalt an und tötet ihn dann.
Der Holzfäller erzählt von einem Verbrechen, das sich vor einigen Tagen ereignet hat. Vor einem imaginären Gericht sagen die daran Beteiligten aus, und jedes Mal wird das Geschehen anders dargestellt. Doch welcher der vier Versionen soll man glauben?
Eine unheimliche Geschichte, die ein tödliches Verbrechen aus verschiedenen Perspektiven der Beteiligten und Tatzeugen schildert. Dabei spiegeln sich die menschlichen Schwächen und Läuterungen wider und zeigen deutlich, wie fließend die Grenze zwischen Wahrheit und Unwahrheit ist.
Filmkritiken
Dirk Jasper FilmLexikon: Ein Meisterwerk um die Problematik der Suche nach der objektiven Wahrheit.
Lexikon des internationalen Films: Der inszenatorisch wie darstellerisch fulminante Film schildert das Gewaltverbrechen aus der unterschiedlichen Perspektive von Beteiligten und Tatzeugen, wobei die Begriffe "Wahrheit" und "Wirklichkeit" kritisch hinterfragt werden. dass die durch Rückblenden kunstvoll verknüpfte und kaleidoskopartig gebrochene Handlung ins 11. Jahrhundert zurückverlegt ist, gibt ihr einen eigenartigen Legendenglanz, nimmt ihr aber nichts von seiner zeitlos-"modernen" Grundsätzlichkeit.