Die Spaziergängerin von Sans-Souci

• Inhalt • Darsteller, Regie, Stab • Filmkritiken •

Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Die Spaziergängerin von Sans-Souci
Titel Frankreich: La passante du Sans-Souci
Genre: Melodram
Farbe, Deutschland, Frankreich, 1982, FSK 12

Kino Deutschland: 1982-10-22
Laufzeit Kino: 102 Minuten
Kinoverleih D: Scotia Film

Videocover
Videocover Video Deutschland: ja
Laufzeit Video: 97 Minuten
Anbieter: UFA


Szenenfoto Berlin 1933. An einem Fenster steht eine Frau und sieht, wie die Nazis einen Mann zusammenschlagen und seinen Buben verwunden. Elsa und Michel Wiener nehmen den zwölfjährigen jüdischen Max Baumstein bei sich auf, nachdem sein Vater von der SA umgebracht wurde.

Aus Sicherheitsgründen schickt der anti-nationalsozialistische Verleger Frau und Pflegesohn nach Paris, bleibt selbst aber in Deutschland und landet schließlich im KZ. Kurz vor seiner Verhaftung vertraut er einem Paris-Reisenden, dem Champagner-Fabrikanten Bouillard, sein gesamtes Geld an, mit der Bitte, es seiner Frau zukommen zu lassen.

Bouillard trifft Elsa in Paris und wird ein guter Freund. Von ihm erfährt sie vom Schicksal ihres Mannes und setzt alles in Bewegung, ihn freizubekommen. Sie, die sich ihren Lebensunterhalt inzwischen als "Sängerin" verdienen muß, gibt sich dafür auch einem jungen deutschen Diplomaten hin, der ihr seit langem nachstellt.

Szenenfoto Ihr Mann wird tatsächlich entlassen, aber unmittelbar nach seiner Ankunft werden er und seine Frau aus einem fahrenden Auto heraus erschossen.

Die ganze Geschichte wird in Rückblenden erzählt - von dem inzwischen ergrauten Pflegesohn, der vor Gericht steht, weil er anscheinend motivlos einen südamerikanischen Botschafter erschossen hat: Er hatte in diesem den einstigen deutschen Diplomaten erkannt, der seine Pflegeeltern auf dem Gewissen hatte.

Auch seine junge Frau, die seiner Pflegemutter verblüffend ähnlich sieht, erfährt erst jetzt die dramatische Geschichte ihres Mannes.


SzenenfotoDarsteller: Romy Schneider (Elsa Wiener / Lina Baumstein), Michel Piccoli (Pflegesohn Max Baumstein), Wendelin Werner (Baumstein als Kind), Helmut Griem (Michel Wiener), Gerard Klein (Maurice Bouillard), Dominique Labourier (Charlotte Maupas), Mathieu Carriere (Ruppert von Leggaert), Maria Schell (Anna Hellwig), Jean Reno

Regie: Jacques Rouffio

Stab: • Produzenten: Raymond Danon, Artur Brauner für CCC Filmkunst / Elephant / Antenne 2 • Drehbuch: Jacques Rouffio, Jacques Kirsner • Vorlage: Roman "Die Spaziergängerin von Sans-Souci" von Joseph Kessel • Filmmusik: Georges Delerue • Kamera: Jean Penzer • Spezialeffekte: - • Ausstattung: - • Schnitt: Anna Ruiz • Kostüme: - • Make Up: - • Ton: - • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Dirk Jasper FilmLexikon: Joseph Kessel, der schon mit "Belle de jour" eine gute Filmvorlage lieferte, schrieb den Roman "Die Spaziergängerin von Sans-Souci" (gemeint ist eines der "Cabarets" in Paris) schon in den 30er Jahren. Regisseur Jacques Rouffio modernisierte die Vorlage und schuf eine bewegende, die Emotionen ansprechende Familien- und Liebesgeschichte vor dramatischem zeitgeschichtlichem Hintergrund. Der bekannten Konstellation - Frau kämpft mit allen Mitteln um die Freiheit ihres Mannes - wird hier die intensive Beziehung des Pflegesohns zur Pflegemutter gleichwertig zur Seite gestellt. Die unvergessene Romy Schneider fesselt mit einer menschlich beeindruckenden Doppelrolle. Ihr tragischer Tod machte diesen Film zu ihrem letzten.

Lexikon des internationalen Films: Als große Rückblende erzählter melodramatischer Liebesfilm mit politischen Bezügen, der arg konstruiert wirkt und die heraufbeschworene Nazi-Zeit eher als nostalgisch angehauchte Zeitkulisse einsetzt. Herausragend allein die schauspielerische Leistung Romy Schneiders in ihrer letzten Rolle.

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