Bei Anruf - Mord

• Inhalt • Darsteller, Regie, Stab • Filmkritiken • Bemerkungen •

Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Bei Anruf - Mord
Titel USA: Dial M For Murder
Genre: Thriller
Farbe, USA, 1954, FSK 16

Kino Deutschland: 1954-12-03
Laufzeit Kino: 106 Minuten
Kinoverleih D:

Videocover
Videocover Video Deutschland: ja
Laufzeit Video: 101 Minuten
Anbieter: Warner Home Video


Szenenfoto Um seine drohende Scheidung zu verhindern, plant der heruntergekommene ehemalige Tennis-Champion Tony Wendice, seine wohlhabende Frau Margot zu ermorden, die sich in den Krimischriftsteller Mark verliebt hat. Sein Plan ist raffiniert.

Er erpreßt seinen früheren Schulkameraden Lesgate, den Mord auszuführen. Sich selbst verschafft Wendice ein perfektes Alibi: Er geht am betreffenden Abend mit Mark aus. Unter einem Treppenabsatz hinterlegt er den Wohnungsschlüssel für Lesgate.

Unbemerkt gelangt der Mörder so nachts in die Wohnung. Er versteckt sich hinter einem Vorhang und wartet auf den verabredeten Anruf von Tony, der Margot zum Telefon locken soll, wo Lesgate sie erdrosseln will. Aber Margot gelingt es, ihren Angreifer in Notwehr zu töten.

Im Verlauf der anschließenden Ermittlungen kann Tony der Polizei gegenüber den Anschein erwecken, Margot habe Lesgate vorsätzlich ermordet, um einen Mitwisser ihrer Beziehung zu Mark aus dem Wege zu schaffen. Margot wird tatsächlich verhaftet und zum Tode verurteilt.

Mit einem Trick gelingt es Mark und Inspektor Hubbard in letzter Sekunde, den wahren Schuldigen zu entlarven.


SzenenfotoDarsteller: Ray Milland (Tony Wendice), Grace Kelly (Margot Wendice), Robert Cummings (Mark Halliday), Anthony Dawson (Captain Swan Lesgate), John Williams (Inspektor Hubbard), Leo Britt (Erzähler), Patrick Allen (Pearson), George Leigh (William), George Alderson (Detektiv), Robin Hughes (Polizist)

Regie: Alfred Hitchcock

Stab: • Produzenten: Alfred Hitchcock, Alexander Korda für Warner Bros. / First National Picture • Drehbuch: Frederick Knott • Vorlage: Theaterstück "Bei Anruf: Mord" von Frederick Scott • Filmmusik: Dimitri Tiomkin • Kamera: Robert Burks • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Edward Carrere, George James Hopkins • Schnitt: Rudi Fehr • Kostüme: Moss Mabry • Make Up: - • Ton: Oliver S. Garretson • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Lexikon des internationalen Films: Aus einem Grusel-Theaterstück schuf Hitchcock mit scharfsinnig berechneter Spannung einen meisterhaften, im 3-D-Verfahren fotografierten Kriminalfilm.

FAZ: Heute zählt diese Geschichte (...) zu den Glanzstücken von Hitchcocks Regie-Arbeiten.

Rhein-Zeitung 1996-04-20: Herausragender Thriller von Alfred Hitchcock.


SzenenfotoBemerkungen

Der Dialogfilm basiert auf einem erfolgreichen Theaterstück von Frederick Knott. Die Filmrechte hatte der Produzent Alexander Korda für 1.000 Pfund erworben. Für 30.000 Pfund verkaufte er sie Warner Brothers weiter. Da Anfang der 50er Jahre das Fernsehen dem Kino den Rang abzulaufen drohte, wurden viele Filme in 3-D gedreht. Auch Hitchcock mußte sich dieser Bedingung unterordnen.

Suspense-Meister Alfred Hitchcock drehte "Bei Anruf: Mord" in nur 36 Tagen und fast ausschließlich in einem Raum. Hitchcock drehte dabei nur ein halbes Dutzend Einstellungen außerhalb der Wohnung von Tony und Margot. Hitchcock: "Die ganze Handlung spielt in einem Salon, aber das ist ohne Bedeutung. Ich würde auch gern einen ganzen Film in einer Telefonzelle drehen."

Weitaus mehr behinderte den Regisseur die gewaltige Kamera, denn "Bei Anruf: Mord" wurde auf Wunsch des Warner Bros.-Studios im 1952 nur für kurze Zeit populären 3-D-Format gedreht, obwohl schon bald feststand, dass er später in Normalformat in die Kinos kommen würde. Die plastischen Effekte interessierten Hitchcock wenig, in der Hauptsache wurden sie dadurch erzielt, dass die Kamera sich in einem Graben auf Höhe des Fußbodens befand.

Szenenfoto Als Inspektor verpflichtete Hitchcock John Williams, der die Rolle bereits in der Vorlage, Frederick Knotts erfolgreichem Theaterstück, auf der New Yorker Bühne gespielt hatte. Ebenso hatte er mit Hitchcock bereits "Der Fall Paradin" gedreht.

Für die weibliche Hauptrolle fand er in der damals noch unbekannten Grace Kelly die Idealbesetzung und, wie er später sagte, eine der kooperativsten Schauspielerinnen, die er je erlebt hatte. Das Verhältnis zwischen dem von Schauspielern gefürchteten Regisseur und seinem neuen Star war ungewöhnlich gut und erwies sich als ausgesprochen fruchtbar: Grace Kelly spielte auch in den nächsten beiden Hitchcock-Filmen, Das Fenster zum Hof und Über den Dächern von Nizza die Hauptrolle.

Hitchcock, der gewohnten Freiheit mit der Kamera beraubt, beschäftigte sich besonders intensiv mit den Kostümen. Grace Kelly - die den Regisseur übrigens erst selbst überzeugen mußte, dass sie in der nächtlichen Mordszene ein Nachthemd tragen sollte und kein luxuriöses rotes Samtkleid - ist zu Beginn des Films hell und farbenfroh gekleidet. Je düsterer sich das Schicksal von Margot Wendice entwickelt, desto dunkler werden auch ihre Kostüme.

Die berühmte Mordszene wurde immer wieder geprobt und gedreht, und es dauerte fast eine Woche, bis die Sequenz fertiggestellt war. "Das war ganz nett", sagte Hitchcock nach einer Aufnahme, "aber die Schere glänzt nicht genug. Ein Mord ohne blitzende Schere ist wie Spargel ohne Sauce Hollandaise - fade."

Dirk Jasper FilmLexikon
© 1994 - 2010 Dirk Jasper