Casablanca
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Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Casablanca
Titel USA: Casablanca
Genre: Melodram
Schwarzweiß, USA, 1943, FSK 6

Kino Deutschland: 1952-08-29
Kino Deutschland: 2002-07-18 (WA)
Laufzeit Kino: 102 Minuten
Kinoverleih D:

Videocover
Videocover Video Deutschland: ja
Laufzeit Video: 99 Minuten
Anbieter: Warner Home Video

DVD Deutschland: 2000-06-28
Laufzeit DVD: 98 Minuten
Anbieter: Warner Home Video


Szenenfoto Casablanca, 1941. Rick Blaine, ein zynischer Amerikaner und Einzelgänger führt nahe dem Flughafen einen gut frequentierten Nachtclub. In Ricks "Café Américain" treffen sich Flüchtlinge aus allen Teilen Europas, die von einem Flug nach Amerika träumen. Schieber, Spieler, Diebe und leichte Mädchen.

Unter den Gästen befinden sich aber auch Captain Renault, Repräsentant der Vichy-Regierung, und Gestapo-Major Strasser, der den bekannten Résistance-Kämpfer Victor Laszlo am Verlassen des Landes hindern will.

Rick, im Spanischen Bürgerkrieg auf republikanischer Seite und während der italienischen Invasion in Äthiopien als Waffenschmuggler für den Widerstand aktiv, hat mit der großen Politik aufgehört und verhält sich neutral, ist nur sich selbst verpflichtet. Erst als er erfährt, dass seine frühere Geliebte Ilsa Laszlos Frau ist, brechen alte Wunden in ihm auf.

Ilsa gesteht Rick, ihn immer noch zu lieben und ihren Mann verlassen zu wollen. Aus Bewunderung für Laszlos Arbeit geht der abgebrühte Amerikaner zum Schein auf ihr Angebot ein, indem er jenem ein Visum für die Ausreise besorgt. Doch am Flughafen opfert Rick seine Liebe für die "Sache". Er läßt Ilsa zusammen mit Laszlo nach Amerika fliegen und erschießt Major Strasser, als dieser ihre Flucht verhindern will.


SzenenfotoDarsteller: Humphrey Bogart (Richard "Rick" Blaine), Ingrid Bergman (Ilsa Lund), Paul Henreid (Victor Laszlo), Claude Rains (Captain Louis Renault), Conrad Veidt (Major Heinrich Strasser), Sydney Greenstreet (Senor Ferrari), Peter Lorre (Ugarte), S. K. Sakall (Carl), Madeleine LeBeau (Yvonne), Dooley Wilson (Sam), Joy Page (Annina Brandel), Helmut Dantine (Jan Brandel), John Qualen (Berger), Leonid Kinskey (Sascha), Curt Bois (Taschendieb), Marcel Dalio (Croupier), Dan Seymour (Abdul), Corinna Mura (Sängerin), Ludwig Stossel, Ilka Gruning, Charles la Torre, Frank Puglia

Regie: Michael Curtiz

Stab: • Produzenten: Hal B. Wallis für Warner Bros. • Drehbuch: Julius B. Epstein, Philip G. Epstein, Howard Koch • Vorlage: Theaterstück "Everybody Goes To Rick" von Murray Burnett, Joan Alison • Buch zum Film Roman "Casablanca" von Steven Barkley • Filmmusik: Max Steiner • Kamera: Arthur Edeson • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Carl Jules Weyl, George James Hopkins • Schnitt: Owen Marks • Kostüme: Orry-Kelly • Make Up: Peter Westmore • Ton: Francis J. Scheid • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Lexikon des internationalen Films: Das spannende, zuweilen witzige Melodram mit zeitgeschichtlichem Hintergrund besticht durch optisches Raffinement, darstellerische Präzision, dramaturgisches Timing und dichte Atmosphäre. 1952 gelang eine gekürzte und in der Synchronisation verfälschte in die bundsdeutschen Kinos: Alle Hinweise auf Nationalsozialismus und Vichy-Regime waren getilgt, die politischen Konflikte zu einer Agentengeschichte vereinfacht und der Wiederstandskämpfer in einer norwegischen Atomphysiker verwandelt. Erst Mitte der 70er Jahre ermöglichte eine Neusynchronisation den Zugang zur authenischen Fassung des inzwischen zum Kultfilm avancierten Werkes.

Georg Seeßlen: Casablanca ist ein Zustand völliger Unsicherheit, alles ist hier möglich, und doch ist auch alles unmöglich. Wie sich in Casablanca die Emigranten treffen, so finden sich in Hollywood die Künstler, die vor dem Faschismus geflohen sind, und auch ihre Haltung zum Leben ist geprägt von Unsicherheit; für sie wird Hollywood zu Casablanca, zu einer Zwischenstation auf dem Weg zu Freiheit und Erfolg, die sich freilich bei den weniger Glücklichen als Endstation erweisen kann, als das zum Zustand gewordene 'Warten auf eine bessere Welt'.


Oscar ®Oscar ®

Oscar für 1943 für "Casablanca" (Bester Film)
Oscar für 1943 für Julius B. Epstein, Philip G. Epstein, Howard Koch (Drehbuch)
Oscar für 1943 für Michael Curtiz (Regie)

Oscar-Nominierung für 1943 für Humphrey Bogart (Hauptdarsteller)
Oscar-Nominierung für 1943 für Arthur Edeson (Kamera)
Oscar-Nominierung für 1943 für Max Steiner (Musik)
Oscar-Nominierung für 1943 für Claude Rains (Nebendarsteller)
Oscar-Nominierung für 1943 für Owen Marks (Schnitt)


SzenenfotoBemerkungen

Drehbeginn sollte der 10. April 1942 sein. Tatsächlich wurde erst am 25. Mai 1942 mit den Dreharbeiten begonnen.

Zu Drehbeginn war das Drehbuch noch nicht fertig, es wurde teilweise täglich entwickelt. Es war auch lange Zeit unklar, wie der Schluß des Films aussehen sollte.

Insgesamt wurden 50 Drehtage auf den Bühnen 9 und 21 in den Warner Studios am Warner Boulevard 4000 in Burbank, Nord-Hollywood, Kalifornien, benötigt.

Festliche Premiere war am 27. November 1942 im Warner Bros.-Kino "Hollywood Theatre" in Manhattan, New York. Bei der Uraufführung glaubte niemand an einen Erfolg dieser melodramatischen Dreiecksgeschichte von Michael Curtiz: weder das Publikum, der Produzent noch die unentschiedene, zurückhaltende Presse. Erst als am 14. bis 24. Januar 1943 die sogenannte "Casablanca-Konferenz" einberufen wurde, auf der Roosevelt und Churchill die Landung der Alliierten auf Sizilien beschlossen, war die marokkanische Stadt über Nacht schlagartig bekannt. Die Produktionsfirma Warner Brothers nutzte das Geschenk des Himmels und verlegte den geplanten Massenstart von "Casablanca" auf den Februar 1943 und verhalf damit dem Film zu einem ungeheuren Publikumserfolg.

Szenenfoto "Casablanca" strahlte in der Folgezeit eine weltweite Faszination aus, wie sie nur ganz wenigen Kultfilmen zu eigen ist, von jeder nachwachsenden Generation immer wieder neu entdeckt und liebevoll verehrt. Das zeitlose Meisterwerk aus Hollywoods Unterhaltungsproduktion mit seiner intensiven, erregenden Atmosphäre stürzt den Zuschauer in ein regelrechtes Wechselbad der Emotionen. Und einige Kernsätze des Films wie "Ich seh' dir in die Augen, Kleines" oder "Das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft" wurden längst zum geflügelten Wort, fanden sogar Eingang und Nachahmung in der Werbebranche.

"Casablanca" kam 1952 in einer um 24 Minuten gekürzten und unglaublich verfälschten Fassung in die deutschen Kinos. Der Widerstandskämpfer Victor Laszlo wurde kurzerhand in Larssen, einen norwegischen Atomphysiker, umbenannt, der irgendwelche geheimnisvollen "Delta-Strahlen" erfunden hatte. dass der Forscher mehrere Jahre in einem deutschen KZ interniert war, fehlte ebenso wie die wichtige Figur des SS-Majors Strasser. Die antifaschistische Propagandatendenz des Films sollte nach der "Entnazifizierung" die junge Republik nicht verunsichern und an ihre unrühmliche Vergangenheit erinnern.

Im Wilhelm Heyne Verlag ist das Buch Casablanca - Der Kultfilm erschienen, welches hinter die Kulissen blickt und die schönsten und entscheidenden Filmszenen genauer unter die Lupe nimmt.

Dirk Jasper FilmLexikon
© Fotos: Warner Bros. © 1994 - 2010 Dirk Jasper