Alvy Singer hatte schon als Kind seine Probleme mit der Welt und dem expandierenden Universum. Aufgewachsen in einer vielköpfigen jüdischen Familie in Brooklyn, ist er inzwischen ein erfolgreicher TV-Komiker, steckt mit seinen 40 Jahren in einer gepflegten Midlife-Crisis und hat chronische Schwierigkeiten mit den Frauen.
Beim Tennis lernt er nach zwei mißglückten Ehen und 15 Jahren psychoanalytischer Behandlung die fröhlich-konfuse Annie Hall kennen, Sproß einer wohlhabenden Familie, in der nicht nur die Großmutter keine Juden mag.
Nach einer halsbrecherischen Fahrt durch New York landen beide im Bett miteinander. Alvy findet Annie sensationell, und auch Annie ist zunächst sehr angetan von ihm. Aber mit der Zeit wird Alvy ihr zu anstrengend, und sie setzt sich von ihm ab, zu Alvys Leidwesen ausgerechnet ins sonnige Kalifornien, das er überhaupt nicht mag.
Filmkritiken
Dirk Jasper FilmLexikon: Mit subtilem Witz zeichnete Woody Allen hier das Porträt eines New Yorker Intellektuellen und seiner Umwelt. "Der Stadtneurotiker" kam 1977 bei Publikum und Kritik gleichermaßen glänzend an, war das Kinoereignis des Jahres und Woody Allens bis dahin erfolgreichster Film. In die Figur des selbstironischen Außenseiters aus dem jüdischen Getto ("Ich möchte keinem Club angehören, der Leute wie mich als Mitglied aufnimmt") hat Woody Allen viele autobiographische Elemente eingebracht.
Lexikon des internationalen Films: Die sprunghafte Gagfolge früherer Allen-Filme ist einer ausgewogeneren Geschichte gewichen, in der pointierte Ironie den Slapstick weitgehend verdrängt. Dabei erweist sich Woody Allen als überaus versierter Regisseur, der spielerisch mit verschiedenen Stilen und Erzählformen jongliert. Ein Klassiker der modernen Filmkomik, ausgezeichnet mit vier "Oscars".