Spanien im Frühjahr 1931. Während
sich das Land im politischen Umbruch befindet, ist der junge
Fahnenflüchtige Fernando auf der Flucht vor der Armee. Er
findet Unterschlupf im Haus des alten Malers und Freidenkers
Manolo, der weltverdrossen in der Abgeschiedenheit lebt.
Doch Manolos Gastfreundschaft währt vorerst nur bis zum Beginn des Sommers. Dann kommen nämlich Manolos Töchter aus Madrid zu Besuch. Um erotische Komplikationen zu vermeiden, will Manolo seinen Gast recht schnell wieder loswerden. Doch vergebens! Als Fernando die vier bildhübschen jungen Frauen aus dem Zug steigen sieht, ist es um ihn geschehen. Er ist von Clara, Violeta, Rocio und Luz derart fasziniert, dass er seine Abreise ganz einfach vergißt. Offiziell arbeitet er fortan für die Familie als Koch, doch insgeheim sorgt er nicht nur für kulinarische Genüsse. So unterschiedlich Manolos
Töchter auch sein mögen, eines haben sie gemeinsam: Sie
sehnen sich nach erotischer Erfüllung. Der Sommer in Manolos
Haus wird für Fernando zur schönsten, aber auch
aufregendsten Zeit seines Lebens ... Darsteller: Penélope Cruz (Luz),
Miriam Diaz-Aroca (Clara), Gabino Diego (Juanito), Fernando
Fernán Gómez (Manolo), Michel Galabru (Danglard), Ariadna
Gil (Violeta), Augustin González (Don Luis), Chus Lampreave
(Dona Asun), Mary Carmen Ramirez (Amalia), Jorge Sanz (Fernando),
Maribel Verdú (Rocio)
Regie: Fernando Trueba Stab: • Produzenten:
Fernando Trueba für PCSA / Lola Films / Animatografo / French
Production • Drehbuch: Rafael Azcona • Vorlage: Geschichte von Rafael Azcona,
José Luis Garcia Sanchez, Fernando Trueba • Filmmusik: Antoine Duhamel •
Kamera: José Luis Alcaine • Spezialeffekte: - •
Ausstattung: Juan Botella • Schnitt: Carmen Frias •
Kostüme: Lala Huete • Make Up: Ana Lorena • Ton:
Georges Prat • Toneffektschnitt: - • Stunts: -
• Filmkritiken
Dirk Jasper FilmLexikon: Der Titel "Belle Epoque" dieser hinreißenden spanischen Erotik-Komödie ist doppeldeutig. Gemeint ist die ereignisreiche Phase im Leben des jungen Fernando, in der er die Liebe entdeckt und eine schmerzhaft-schöne "Erziehung des Herzens" erlebt. Gemeint ist aber auch jene geschichtliche Periode in den 30er Jahren, als Spanien zwischen abgedankter Monarchie und aufkommendem Faschismus eine kurze Zeit der Freiheit und der utopischen Hoffnung erlebte und von vielen alten Moralvorstellungen erleichtert Abschied nahm. "Belle Epoque" verbindet die beiden Aspekte überzeugend zu einem höchst unterhaltsamen, sinnlichen und hintergründig-komischen Bilderbogen voller Nostalgie und Lebensfreude. "Belle Epoque" wurde nicht nur in Spanien zu einem überwältigenden Erfolg. Nachdem der Film den nationalen spanischen Filmpreis in insgesamt neun Kategorien gewonnen hatte, folgte der große internationale Triumph: der Hollywood "Oscar" für den besten fremdsprachigen Film 1993.
Rhein-Zeitung 1996-08-22: Heiteres Erotik-Verwirrspiel von Fernando Trueba. Treffpunkt Kino: Frivole,
ausgelassene und erotische Komödie. Oscar ®
Oscar für 1993 für "Belle
Epoque" (Bester Auslandsfilm).
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Spanien im Frühjahr 1931. Während
sich das Land im politischen Umbruch befindet, ist der junge
Fahnenflüchtige Fernando auf der Flucht vor der Armee. Er
findet Unterschlupf im Haus des alten Malers und Freidenkers
Manolo, der weltverdrossen in der Abgeschiedenheit lebt.
Darsteller: Penélope Cruz (Luz),
Miriam Diaz-Aroca (Clara), Gabino Diego (Juanito), Fernando
Fernán Gómez (Manolo), Michel Galabru (Danglard), Ariadna
Gil (Violeta), Augustin González (Don Luis), Chus Lampreave
(Dona Asun), Mary Carmen Ramirez (Amalia), Jorge Sanz (Fernando),
Maribel Verdú (Rocio)
Filmkritiken
Berliner Morgenpost: Das Viermädelhaus verwandelt sich
zum Tollhaus der Gefühle, der herzigen wie der komischen
Katastrophen, wobei die junge Witwe Clara erotisch ebenso aktiv
wird wie die schöne Rocio. Selbst die lesbische Violeta
schreitet zum Angriff, nachdem sie sich karnevalistisch als feschen
Soldaten und den hübschen Fernando als Kammerkätzchen
herausgeputzt hat. Und auch für Luz, die Jüngste, die
Jungfrau, wird noch die Stunde schlagen ... Spaniens Star Fernando
Fernán Gómez, der kulleräugige Jorge Sanz und ein
bezauberndes Damenquartett holten sich einen
Riesenerfolg.
Der Spiegel 50/1993: Als dieser spanische Film auf der
vergangenen Berlinale lief, reagierte die deutsche Kritik ebenso
unbedarft wie ungnädig: "überwältigend belanglos".
Die Spanier dagegen rühmten das leichthändige Werk, das
nun in deutsche Kinos kommt, als "intelligent und schlau": Sie
verstanden, was der hintersinnige Regisseur servieren wollte: eine
amüsante Parodie auf das alte Spanien, auf König und
Krieger, Kirche und Keutschheit.
Oscar ®