Die 50er Jahre waren die Zeit des Optimismus in den USA - die Kriege waren vor-über, die Wirtschaft boomte, die Männer waren aus den Schlachten nach Hause ge-kommen und alle Regeln änderten sich. Für einige war es eine Chance, alle die Pläne, die sie in den letzten Jahren gemacht hatten, endlich in die Realität umzusetzen. Für andere war es Zeit, sich an die Straße zu stellen, eine Münze zu werfen und die Richtung einzuschlagen, die der Zufall wollte ...
Caroline Wolff, geschieden, ein Kind, ist einer der klassischen Optimisten. Doch er-folglos versucht sie sich und ihrem Sohn Toby eine solide Existenz zu schaffen. Ein idealer Ehemann, der perfekte Vater, das war es, wonach sie suchten. Doch es klappt nie so, wie sich die Mutter das vorstellt.
Nach jeder neuen Affäre wechseln sie deshalb die Stadt. Als ihr Sohn sich zu einem Kleinkriminellen zu entwickeln droht, flüchtet sie sich in die Ehe mit Dwight Hanson. Aber er war nicht das, was sie suchten! Dwight will aus Toby einen "richtigen" Mann machen will. Der anfänglich charmante Dwight Hansen entpuppt sich als jähzorninger Tyrann.
Durch die Heirat seiner Mutter wird ein Junge mit einem Mann konfrontiert, der seine Minderwertigkeitsgefühle brutal an den Schwächeren abreagiert. Für Toby und seine Mutter Caroline wird deshalb der neue Mann im Haus zum Alptraum. Besonders Toby hat unter ihm zu leiden, schließlich sieht er nur noch einen Ausweg aus der Hölle ...
Filmkritiken
Fischer Film Almanach 1994: "Kinderspiele" auf amerikanisch. Das heißt, mehr Mobilität, mehr Psychosen, mehr Härte. Nach der Biographie von Tobias Wolff zeichnet Michael Caton-Jones zunächst eine Symbiose von Mutter und Sohn, die nach jedem Lover die Stadt wechseln. Bis sie an einen geraten, der von Robert de Niro in einer Fast-Zusammenfassung seiner kaputten Scorsese-Helden gespielt wird. (...) Die Realistik wäre bei uns im Kino kaum zu erreichen. Insofern fällt diese amerikanische Produktion positiv aus dem Rahmen. Als hätte die Enge der dargestellten sozialen Verhältnisse den Horizont der Filmemacher erweitert.
Lexikon des internationalen Films: Eine beeindruckend und stimmig inszenierte, hervorragend gespielte Milieu- und Charakterstudie, die einen realistischen Blick auf eine Kleinstadt und ihre geistige Enge vermittelt.
Zoom: Robert de Niro spielt Dwight mit gewohnter Bravour, ansonsten ist die Geschichte einer schwierigen Jugend hollywood-amerikanisch konventionell erzählt.