Hintergrund zu Forrest Gump

Szenenbild "Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen - man weiß nie, was man bekommt!" Der Film: Auf einer Bank - neben einer Bushaltestelle - irgendwo im Süden der USA: Hier sitzt Forrest Gump (Tom Hanks), neben ihm steht ein gepackter Koffer, auf seinen Knien eine Packung Pralinen. Jedem, der sich ein paar Minuten zu ihm setzt, erzählt Forrest einen Teil der schier unglaublichen Geschichte seines bewegten Lebens: Durch eine Rückgratverkrümmung gehbehindert, kann er sich von Kindesalter an nur mit Hilfe eines Schienenkorsetts bewegen. Doch nicht nur physisch, auch geistig ist der kleine Forrest Gump den Gleichaltrigen weit unterlegen. Nur dem Einsatz seiner Mutter (Sally Field) ist es zu verdanken, dass Forrest die Schule besuchen kann.

Außer zu der kleinen Jenny findet Forrest kaum Kontakt zu seinen Mitschülern. Die beiden Kinder schmiedet eine Freundschaft aneinander, die sich bis in die High School-Zeit fortsetzt. Es ist Jennie, die Forrest zum Laufen ermutigt, als er von älteren Jungs gehänselt wird: "Lauf, Forrest, lauf. Vergiss deine Schienen und lauf!" Und Forrest Gump läuft und läuft, als ginge es um sein Leben. Die Schienen lösen sich von seinen Beinen, und wie der Wind fegt der Junge über Stock und Stein, selbst ein Auto kann ihm nicht mehr folgen.

Jahre später, bei einem ähnlichen Fluchtversuch, verirrt sich der mittlerweile erwachsene Forrest auf ein Football-Feld und prescht durch das Stadion - so schnell wie niemand zuvor. Seine läuferischen Fähigkeiten verschaffen dem intellektuell Retardierten unverhofft ein Sport-Stipendium an der Universität. Schon bald gehört Forrest zum "All-American"-Team und schüttelt sogar die Hand von Präsident Kennedy.

Das Attentat von Dallas lähmt die Nation, und der Vietnamkonflikt will nicht enden. Forrest sieht es als seine Pflicht, dem Vaterland zu dienen, und zieht in den Krieg. Er trifft auf zwei unterschiedliche Menschen, die seine Freunde werden: Dem farbigen Bubba (Mykelti Williamson) kann Forrest trotz aller Bemühungen das Leben nach einem Feuergefecht nicht retten. Lieutenant Dan Taylor (Gary Sinise) überlebt, aber eine zweifache Beinamputation macht ihn zum Krüppel und lässt ihn am Leben verzweifeln.

Wieder in Amerika, mausert sich Forrest zu einem Weltklasse-Tischtennisspieler, reist in dieser Funktion als erster US-Bürger in die Volksrepublik China und erregt damit globales Interesse an seiner Person. In Washington schüttelt ihm Präsident Nixon lächelnd die Hand. In der Hauptstadt trifft Forrest kurz darauf Jennie (Robin Wright) wieder, die sich Hippies angeschlossen hat. Die beiden Freunde aus Kindertagen haben sich aber nichts mehr zu sagen und gehen getrennter Wege.

Wird Forrest seine große Liebe jemals wiedersehen?


Tom Hanks: Dem sympathischen Schauspieler gelang das Kunststück, in zwei aufeinanderfolgenden Jahren gleich zweimal den "Oscar" als bester männlicher Hauptdarsteller zu gewinnen: 1994 für Philadelphia und 1995 für Forrest Gump. Nach seiner ersten Spielfilm-Regie That Thing You Do! (1996) stand der gebürtige Kalifornier unter der Leitung von Steven Spielberg für dessen neuen Film Der Soldat James Ryan in England und Frankreich vor der Kamera. Das Drama, das im Zweiten Weltkrieg spielt, kam am 12. Juni 1998 in die US-Kinos.

In zweiter Ehe ist der Schauspieler mit seiner Kollegin Rita Wilson ("Schlaflos in Seattle") verheiratet, das Paar hat zwei Kinder. Tom Hanks wurde schon während seiner ersten Ehe zum zweifachen Vater.

Auszeichnungen: In bis dato unbekannter Vollkommenheit vermischten die Macher von Forrest Gump reale Archivaufnahmen von Politikern und geschichtlichen Ereignissen mit neugedrehten Sequenzen und kreierten so eine perfekte Illusion. Besonders das "Aufeinandertreffen" von Tom Hanks mit den US-Präsidenten Kennedy, Nixon und Ford stellte die Spezialeffekt-Experten vor große Probleme. Das komplizierte Blue Box-Verfahren zwang Tom Hanks mehr als 100 Mal, vor einer blauen Leinwand stehend, einem imaginären Staatsoberhaupt die Hand zu schütteln. Die Mühe wurde von den Zuschauern mit Erstaunen und Begeisterung belohnt, und von der Filmwelt mit unzähligen Preisen honoriert.

Dirk Jasper FilmLexikon
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