Heavenly Creatures

• Inhalt • Darsteller, Regie, Stab • Filmkritiken • Bemerkungen •

Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Heavenly Creatures
Titel Neuseeland: Heavenly Creatures
Genre: Drama
Farbe, Neuseeland, Deutschland 1994, FSK 16

Kino Deutschland: 1995-01-12
Laufzeit Kino: 108 Minuten
Kinoverleih D: Senator Film

Videocover
Videocover Video Deutschland: ja
Laufzeit Video: 104 Minuten
Anbieter: BMG UFA

DVD Deutschland: 2002-11-04
Laufzeit DVD/Video: 95 Minuten



Szenenfoto Im Jahre 1952 nimmt die Direktorin der Mädchenschule in Christchurch, Neuseeland eine neue Schülerin auf, die 15jährige Juliet Hulme. Bald schon freundet sich die Tochter einer wohlhabenden Akademiker-Familie mit ihrer Klassenkameradin Pauline an, die in armseligen Verhältnissen aufwächst. Ansonsten teilen die Mädchen viele Gemeinsamkeiten, darunter ihre Vorliebe für den Tenor Mario Lanza.

Mit nie versiegender Kreativität schaffen sie sich eine kitschig-bunte Welt aus mittelalterlichen Königreichen und paradiesischen Gärten. Die Helden dieser fiktiven Welt, Charles und Deborah, verehren sie wie Heilige, auch schlüpfen sie immer wieder in deren Rollen. Als Juliet an Tuberkulose erkrankt und für vier Monate in einem Sanatorium verweilen muß, besuchen Pauline und ihre Mutter Honora regelmäßig das kranke Mädchen.

Die Traumwelt der Mädchen nimmt aggressivere Töne an. Personen, die sich in die ungewöhnlich enge Freundschaft einmischen wollen, werden in ihrer Phantasie ermordet. Tatsächlich macht den Eltern die Beziehung viel Sorge, und als der Psychiater Dr. Bennett das Wort "Homosexualität" ausspricht, wollen die Eltern den Kontakt ihrer Töchter einschränken. Pauline beginnt, ihre Mutter zu hassen.

Im April 1954 erfährt Juliet von ihren Eltern, dass diese sich scheiden lassen wollen. Juliet soll zu Verwandten nach Südafrika ziehen. Da somit der Traum eines gemeinsamen Lebens in Hollywood geplatzt ist, wollen die Mädchen wenigstens zusammen nach Südafrika reisen. Doch Pauline erhält hierfür nicht das notwendige Einverständnis ihrer Mutter.

Ein verhängnisvolles Verbot. Am 22. Juni 1954 erschlagen die Teenager Paulines Mutter im "Victoria Park" mit einem Ziegelstein.


SzenenfotoDarsteller: Melanie Lynskey (Pauline Parker), Kate Winslet (Juliet Hulme), Sarah Peirse (Honora Parker), Simon O'Connor (Herbert Rieper), Diana Kent (Hilda Hulme), Clive Merrison (Henry Hulme), Gilbert Goldie (Dr. Bennett)

Regie: Peter Jackson

Stab: • Produzenten: Jim Booth • Drehbuch: Frances Walsh, Peter JacksonVorlage: - • Filmmusik: Peter Dasent • Kamera: Alun Bollinger • Spezialeffekte: W.E.T.A. • Ausstattung: Grant Major • Schnitt: Jamie Selkirk • Kostüme: - • Make Up: - • Ton: - • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Dirk Jasper FilmLexikon: Ein sensibles durchdachtes Werk, das Emotionen wachrüttelt und Diskussionen provoziert.

Kölner Stadt-Anzeiger: Ausgerechnet Splatter-Regisseur Peter Jackson, in dessen Filmen bislang das Innenleben der Menschen vor allem in Form ihrer Gedärme berücksichtigt wurde, hat sich nun dieses ungewöhnlichen Verbrechens angenommen, um mit der Distanz von 40 Jahren die Umstände des Muttermordes genauer zu betrachten. Was er suchte und fand, ist die Poesie im Schrecklichen, das Verletzliche hinter der Grausamkeit. ... Mit seinem vierten Film beweist der 33jährige Neuseeländer Jackson, was die Fans seiner witzig und blutrünstig überdrehten Alpträume längst wußten: dass er ein ungemein talentierter Filmemacher ist.

Filmecho/Filmwoche: Peter Jackson erzählt die auf einem authentischen Fall basierende Geschichte einer ungewöhnlichen Teenager-Freundschaft weniger als subtile psychologische Studie, denn als kraftvolles Drama voller Emotionen, surrealer Phantasmen und poetischer Schönheit.

Blickpunkt: Film: Ein sensibles durchdachtes Werk, das Emotionen wachrütteln und Diskussionen provozieren wird.

Cinema: Exzellenter Psycho-Horror mit "Blue Velvet"-Touch und edlen Tricks.


SzenenfotoOscar ®

Oscar-Nominierung für 1994 für Frances Walsh, Peter Jackson (Drehbuch)


SzenenfotoBemerkungen

Am 22. Juni 1954 erschlugen die 15jährigen Mädchen Pauline Parker und Juliet Hulme in Neuseeland Paulines Mutter. 1959 wurde Juliet Hulme aus dem Gefängnis entlassen. Sie lebt seitdem unter dem Namen Anne Perry in einem schottischen Fischerdorf und verfaßt erfolgreich Romane. Von Pauline Parker hat man seit ihrer Verurteilung nichts mehr gehört.

Neuseelands Enfant terrible Peter Jackson sorgte mit seinem Erstling "Bad Taste" (1988) für Furore. Was Jackson "als teures Privatvergnügen für mein Heimkino" nennt, bezeichnet die Presse als den "abgedrehtesten, blutrünstigsten und witzigsten Horrorfilm aller Zeiten." Dasselbe geschieht mit seinem zweiten Werk, dem respektlosen Puppenfilm für Erwachsene, "Meet The Feebles" (1990), und seinem Splatter-Film "Braindead" (1991). Sein bisher erfolgreichster Film "Heavenly Creatures" wurde 1994 bei den Filmfestspielen in Venedig mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet. Bereits in den USA im Kino war sein neuester gruseliger Spaß "The Frighteners", den er mit Michael J. Fox in Szene setzte.

Melanie Lynskey gab in "Heavenly Creatures" ihr Spielfilm-Debüt.

Die Engländerin Kate Winslet war in Michael Gottliebs "Knightskater" (1995) und in Ang Lees "Sinn und Sinnlichkeit", für den sie eine "Oscar"-Nominierung erhielt, zu sehen.

Dirk Jasper FilmLexikon
© 1996 BMG UFA © Premiere © 1994 - 2010 Dirk Jasper