... und das Leben geht weiter

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Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: ... und das Leben geht weiter
Titel USA: And The Band Played On
Genre: Drama
Farbe, USA, 1993

TV-Premiere in den USA

Kino Deutschland: 1994-02-03
Laufzeit Kino: 141 Minuten
Kinoverleih D:

Videocover
Videocover Video Deutschland: 1994-10-18
Kaufkassette: ja
Laufzeit Video: 135 Minuten
Anbieter: Kinowelt VMP


Szenenfoto 1976 wird der Virologe Don Francis in den Sudan geschickt, wo eine unerklärliche Blutkrankheit zahlreiche Opfer fordert. Für Don Francis bleiben die Bilder der Sterbenden für immer unvergeßlich ... Drei Jahre später taucht in New York bei einigen homosexuellen Männern das "Kaposi Sarkom" auf, eine bestimmte Art von Hautkrebs; noch aber ist der Zusammenhang zwischen Lebensstil und der Krankheit nicht hergestellt.

Erst als der, an der inzwischen als "gay-cancer" bezeichneten Krankheit leidende Airliner-Stewart Gaetan Dugas sein Leben schildert und von einer hohen Zahl von Sexualpartnern spricht, wird der Zusammenhang zwischen Promiskuität und Aids evident. Gaetan Dugas wird zum Patient "Zero". Inzwischen gelangt Don Francis zusammen mit seiner Kollegin Mary Guinan zu der Erkenntnis, dass ein Virus die Ursache der Krankheit ist, dass sie durch Blut und Geschlechtsverkehr übertragen wird und immer tödlich endet.

Szenenfoto Aids wird als "Schwulenkrankheit" stigmatisiert, Ärzte kämpfen vergeblich um mehr Foschungsgelder und um Öffentlichkeit, aber die Opfer haben keine Lobby. Zeitgleich häufen sich die Krankheitsfälle, und bald wird klar, dass es sich hierbei um eine internationale Epidemie handelt, die katastrophale Ausmaße annehmen wird. Versuche, Treffpunkte für schnelle sexuelle Kontakte schwuler Männer, wie etwa Saunen, zu schließen, stoßen auf heftigen Widerstand der Homosexuellen, der Saunabesitzer Papasano spricht von Diskriminierung und dem Wiederaufleben der McCarthy-Ära.

1982 wird das HIV-Virus isoliert, der berühmte und ehrgeizige Virologe Robert Gallo und das Pariser Pasteur-Institut streiten sich darum, wer das Virus als erster entdeckt hat ... eine Frage medizinischer Ehre, die den Millionen Kranken und Sterbenden nicht weiterhilft und der Krankheit, die längst auch außerhalb des homosexuellen Gettos zahllose Opfer gefordert hat, keinen Einhalt gebietet. Das isolierte Virus ist noch kein Heilmittel, und ein solches ist auch heute noch nicht in Sicht ...


SzenenfotoDarsteller: Matthew Modine (Dr. Don Francis), Alan Alda (Dr. Robert Gallo), Patrick Bauchau (Dr. Luc Montagnier), Nathalie Baye (Dr. Francoise Barre), Ian McKellen (Bill Kraus), Saul Rubinek (Dr. Jim Curran), Phil Collins (Eddie Papasano), Richard Gere (Choreograf), Anjelica Huston (Dr. Betsy Reisz), Lily Tomlin (Dr. Selma Dritz), Jeffrey Norlding (Gaetan Dugas), Glenne Headly (Mary Guinan), Steve Martin

Regie: Roger Spottiswoode

Stab: • Produzenten: Midge Sandorf, Sarah Pullsbury für HBO Downtown / Aaron Spelling Production • Drehbuch: Arnold Schuman • Vorlage: Roman "... und das Leben geht weiter" von Randy Shilts • Filmmusik: Carter Burwell • Kamera: Paul Elliott • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Victoria Paul • Schnitt: Lois Freeman-Fox • Kostüme: Patti Callicott • Make Up: - • Ton: - • Toneffektschnitt: - • Choreografie: Sarah Elgart •


SzenenfotoFilmkritiken

Dirk Jasper FilmLexikon: "... und das Leben geht weiter" ist ein packender dokumentarischer Spielfilm über den plötzlichen Ausbruch der Krankheit Aids, über wissenschaftlichen Ehrgeiz und berufliche Profilierungssucht der Forscher und über die menschlichen Tragödien, die sich im Umfeld dieser schweren Krankheit abspielen.

Lexikon des internationalen Films: Eine über weite Strecken fesselnde Zwischenbilanz, die in ihren Handlungssträngen sowohl medizinische als auch politische und soziale Aspekte der Problematik aufgreift und dabei ebenso mit Fakten und Dokumentarmaterialien informiert wie mit Einzelschicksalen erschüttert. Nur die mitunter klischeehafte Zeichnung einiger Figuren mindert den Wert des mit vielen prominenten Gastauftritten "veredelten" dokumentarischen Spielfilms.

SzenenfotoFischer Film Almanach 1995: Roger Spottiswoode (u. a. "Under Fire") ergänzt mit den präzisen Fakten seiner dokumentarischen Rekonstruktion in kongenialer Weise das gesellschaftspolitische Umfeld des melodramatischen Spielfilms Philadelphia.

Rhein-Zeitung 1996-11-30: Beeindruckendes Drama von Roger Spottiswoode.

F. F. Fernsehmagazin: Hochbrisant! Ein dramatischer Medizin-Thriller.

Kino: Spannend wie ein Thriller. Ein muß für alle.


SzenenfotoBemerkungen

Gegen den heftigen Widerstand der Filmbranche setzte der britische Regisseur Roger Spottiswoode die Realisierung des dokumentarischen Spielfilms durch, zu der auch Richard Gere einen wesentlichen Beitrag leistete. Ihm ist es zu verdanken, dass zahlreiche große Stars sich bereit erklärten, auch kleine Rollen in dem Film zu besetzen. Unter ihnen Phil Collins, Alan Alda, Anjelica Huston, Steve Martin und viele andere.

Das Buch zu dem hervorragend recherchierten Film "... und das Leben geht weiter" schrieb der mehrfach preisgekrönte US-Journalist Randy Shilts, ein anerkannter Experte auf dem Gebiet der Krankheit Aids, von der er selbst betroffen war. Am 18. Februar 1994 ist Randy Shilts nach langer Krankheit an den Folgen von Aids gestorben.

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