Produktionsnotizen zu Blood Simple

Die atemberaubende Noir-Groteske der kultisch verehrten Coen-Brüder Joel und Ethan als vier Minuten gekürzter Director's Cut. 1984 war der Erstling der Macher von "The Big Lebowski", "Fargo" und "Oh Brother Where Art Thou" gedreht worden und ein Jahr darauf auch in den deutschen Kinos gelaufen. Die neue Version feierte im Frühjahr 2000 ihre Deutschland-Premiere. Mit diesem meisterhaften Debüt konnten die Coen-Brüder den Grundstein zu ihrer großartigen Karriere liefern. In bester Hitchcock-Manier erzählen sie eine raffinierte Geschichte von Missverständnissen und Betrügern, die ihrerseits wieder betrogen und hinters Licht geführt werden.

Auch heute hat man noch den Eindruck, dieser frühe große Wurf habe Pate gestanden für so manchen David-Lynch- oder Tarantino-Film. Es ist definitiv ein erstklassiger Action-Thriller, der hier geboten wird, ein Kinostück, das souverän mit den Regeln des Genres und amerikanischen Mythen gleichermaßen spielt. Und dabei eine Geschichte von Angst, Verwirrung und Gewalt erzählt.

Frances McDormand ("Wonder Boys", "Madeline", Palookaville, " Lone Star, "Darkman", "Mississippi Burning - Die Wurzeln des Hasses"), die später für ihre Rolle in Fargo den Oscar erhielt, spielt Abby, die junge Frau des eifersüchtigen Barbesitzers. Sie betrügt ihn mit Ray, brillant gespielt von John Getz. Der vielseitige Charakterstar aus Iowa zählt Filme wie "Curly Sue", "Die Jay Leno-Story", "Fortunes of War", "Men at Work", "Geboren am 4. Juli" oder "Die Fliege 1 & 2" zu seinen größten Erfolgen. Demnächst wird er neben Timothy Bottoms und Dennis Hopper zu sehen sein.

Dan Hedaya ("Shaft", "Hurricane", "Alien - Die Wiedergeburt", "Der Club der Teufelinnen", "Marvin's Töchter" u.v.a.) - wunderbar als Nixon in "Ich liebe Dick" - ist der Barbesitzer Marty. Der "Emmy"-nominierte Star (für die Hitserie "NYPD Blue"), 1940 in Brooklyn, New York geboren, zählt seit Jahren zu den gefragtesten Character-Actors in Hollywood und bietet ebenso wie seine Mitstreiter in "Blood Simple" eine der erinnerungswürdigsten Leistungen seiner Karriere.

M. Emmet Walsh, 1986 für seine Rolle des schmierigen Privatdetektivs Loren Visser in " Blood Simple mit dem "Independent Spirit Award" ausgezeichnet, ist noch heute des Lobes voll für "das Debüt der Coen-Jungs. Es war und ist eine erstklassige Arbeit. Ein Film, der seinen Stellenwert in der amerikanischen Filmgeschichte hat." Walsh, 1935 in Ogdensburg, New York geboren, hat im Laufe seiner langen und glänzenden Karriere über 130 Filme gedreht. Sein Debüt lieferte er Ende der 60er Jahre in einer kleinen Rolle in Arlo Guthries Kulthit "Alice's Restaurant". Zu den größten Erfolgen dieses populären Veteranen zählen so unterschiedliche Kinoerfolge wie Julia Roberts Die Hochzeit meines besten Freundes, Barry Sonnenfelds Wild Wild West, "Begegnung des Schicksals", "Süchtig", "Free Willy 2", Robert Redfords "Milagro - Der Krieg im Bohnenfeld", "Bigfoot und die Hendersons", "Arizona Junior", ebenfalls von den Coens "American Wildcats" mit Goldie Hawn oder Ridley Scotts "Blade Runner".

Die Kamera in Blood Simple verantwortet übrigens kein Geringerer als der großartige Barry Sonnenfelds, dessen Megahit "Men in Black" kürzlich auch bei Columbia auf DVD erschienen ist. Sonnenfeld, der für Joel und Ethan Coen auch "Miller's Crossing" und "Arizona Junior" drehte, zählt heute zu den innovativsten Filmemachern in Hollywood. Von ihm stammen die beiden "Addams-Family"-Filme, "Schnappt Shorty" mit John Travolta und "Men in Black 2" ist zur Freude aller Fans bereits in Vorproduktion.

© 1994 - 2009 Dirk Jasper