Die Valachi-Papiere

• Inhalt • Darsteller, Regie, Stab • Filmkritiken • Bemerkungen •

Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Die Valachi-Papiere
Titel Deutschland: Der Zeuge
Titel Italien: Carteggio Valachi
Titel Frankreich: Cosa Nostra
Titel USA: The Valachi Papers
Genre: Thriller
Farbe, Italien, Frankreich, 1972, FSK 18

Kino Deutschland: 1973-02-01
Laufzeit Kino: 125 Minuten
Kinoverleih D:



Szenenfoto Die USA in den 20er Jahren: Der Kleinkriminelle Joe Valachi lernt im Knast den Mafioso Petrilli kennen und wird von ihm nach seiner Entlassung in die "ehrenwerte Gesellschaft" eingeführt. Bald arbeitet Valachi als Fahrer des obersten Mafia-Mitglieds Salvatore Maranzano, der versucht, die in Clans zerfallene Unterwelt zu reorganisieren und Drogengeschäfte zu verbieten. Doch sein Bemühen eskaliert in blutigen Bandenkriegen und der eigenen Ermordung.

Valachi tritt nun in die Dienste von Lucky Luciano und Vito Genovese und arbeitet sich in drei Jahrzehnten vom Chauffeur zum Auftragskiller und Restaurantbesitzer hoch - bis eines Tages er und Genovese verhaftet werden. Genovese, der eine Intrige Valachis vermutet, setzt 100.000 Dollar auf seinen Kopf aus.

Nach mehreren Anschlägen auf sein Leben sieht Valachi nur einen Ausweg: Der 35fache Mörder stellt sich dem FBI als Kronzeuge zur Verfügung ...


SzenenfotoDarsteller: Charles Bronson (Joseph Valachi), Lino Ventura (Vito Genovese), Gerald S. O'Loughlin (FBI-Agent Ryan), Amedeo Nazzari (Gaetano Reina), Jill Ireland (Maria Valachi), Walter Chiari (Dominick "The Gap" Petrilli), Joseph Wiseman (Salvatore Maranzano), Fausto Tozzi (Albert Anastasia)

Regie: Terence Young

Stab: • Produzenten: Dino de Laurentiis für Euro France • Drehbuch: Stephen Geller • Vorlage: Tatsachenroman "Die Valachi-Papiere" von Peter Maas • Filmmusik: Riz Ortolani • Kamera: Aldo Tonti • Spezialeffekte: - • Ausstattung: - • Schnitt: John Dwyre • Kostüme: - • Make Up: - • Ton: - • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Lexikon des internationalen Films: Eine authentische Dokumentation von Aussagen eines Mafia-Gangsters über Organisation und Einfluß des organisierten Verbrechertums in den USA während der 30er Jahre wird zum Gegenstand eines mit reißerischer Perfektion gearbeiteten Thrillers. Er peilt zwar die mafia als gesellschaftliches Phänomen an, versäumt aber eine genauere Erklärung ihrer gesellschaftlichen Bedingungsgrundlagen zugunsten eines vordergründigen Aktionsreichtums.


SzenenfotoBemerkungen

Im September 1963 erhielt die US-Öffentlichkeit eine Geschichts-Nachhilfestunde der besonderen Art: Freimütig plauderte Joe Valachi, zigfacher Hitman der Mafia, vor einem Senatsausschuß über Strukturen und Innenleben der US-Mafia, über Alkoholschmuggel und Drogenhandel, Erpressung, Bestechung und Geldwäsche. Dabei waren Fernsehkameras permanent auf den prominenten Mafia-Aussteiger gerichtet.

Mit dieser publikumswirksamen Inszenierung wollte der damalige Justizminister Robert Kennedy härtere Gesetze gegen das organisierte Verbrechen durchsetzen. Doch nach seiner Ermordung wehte ein sanfterer Wind: Präsident Johnson wies seine neuen Justizminister sogar an, das Buch des Journalisten Peter Maas über die Valachi-Untersuchungsprotokolle verbieten zu lassen. Maas prozessierte durch alle Instanzen, bevor sein Buch 1969 endlich erscheinen durfte.

Der Italiener Dino de Laurentiis erwarb die Filmrechte, aber ähnlich wie bei "Der Pate" störte die Mafia die Dreharbeiten so massiv, dass der Streifen in Rom fertiggestellt werden mußte. Obwohl ungleich härter und direkter inszeniert als Coppolas oft romantisierendes Epos, avancierten auch die "Valachi-Papiere" zu einem Kassenhit.

Dirk Jasper FilmLexikon
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