Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verlieben sich die bildschöne Jeanne und der sympathische Offizier Louis ineinander und feiern kurz darauf ein rauschendes Hochzeitsfest. Obwohl Jeanne ihren Mann aufrichtig liebt, kann die sinnliche Frau der Versuchung nicht widerstehen und läßt sich auf eine Affäre mit einem Kameraden von Louis ein.
Als Louis aus dem Krieg wiederkehrt und von seiner Familie über das skandalöse Verhalten seiner Gattin informiert wird, kann er sich trotzdem nicht von der geliebten Frau trennen und bleibt bei ihr. Gemeinsam ziehen sie 1945 in das vom Krieg gezeichnete Berlin, wo Louis stationiert ist. Doch viel Zeit bleibt ihnen nicht.
Louis verläßt Jeanne aufs Neue, um die letzten Kolonialkriege für die französische Armee in Indochina und Algerien zu bestreiten. Jeanne verliebt sich - diesmal in den jungen Deutschen Mathias.
Obwohl Jeanne für Mathias weit mehr empfindet als für ihre erste Affäre, kann sie sich nicht von Louis trennen. Die Ehe wird auf eine harte Probe gestellt, keiner will nachgeben. Louis will nicht zulassen, dass Jeanne ihn verläßt, und Jeanne kann genausowenig auf Mathias verzichten, der sie heiraten will.
Als Jeanne dann mit ihrem Mann und den Kindern nach Damaskus zieht, wo Louis den Posten als Militärattaché übernimmt, scheinen die Fronten geklärt. Doch Mathias kann nicht von der Geliebten lassen. Er reist ihr hinterher und provoziert einen blutigen Zusammenstoß ...
Filmkritiken
Cinema: Für Régis Wargnier, der mit "Eine französische Frau" das Leben seiner Mutter erzählt, mag das Unterfangen therapeutisch gewirkt haben. Was der familiär unvorbelastete Zuschauer zu sehen bekommt, ist allerdings von trister Ehebruchs-Mentalität, gegen die ein, zwei gelungene Szenen auch nichts ausrichten können. Auf Teufel komm raus wird die große Geste zelebriert, doch am Ende weiß man nur: Das Melodram ist auch nicht mehr das, was es mal war.
Rhein-Zeitung: Schön fotografierter Stimmungsfilm um eine Frau, die keine Kompromisse eingehen will.
Die Woche: Wargnier ... feiert einen spießigen Mythos, denn außer um die Möglichkeit, mit anderen Männern zu schlafen, kämpft diese Frau, von den Verwandten verflucht, von ihrem Mann verständnislos beäugt wie ein seltenes Tier, um rein gar nichts, was das geschwätzige Pathos des Films lohnen könnte. So bleibt nur biederes Seufzen: Mein Gott, ist die verführerisch!
Blickpunkt: Film: Von 1944 bis 1954 begleiten wir die Beziehungen der bildschönen Jeanne, die zwischen ihrem von Liebesehnsucht geprägten Selbstverständnis und dem gesellschaftlich genormten Frauenbild zerrissen ist ... Ein thematisch ambitionierter, zugänglich erzählter und schön fotografierter Film.
Focus: Intensive Emotionen in Hülle und Fülle.
Filmecho / Filmwoche: Ließ Régis Wargnier 1992 in "Indochine" alles um Catherine Deneuve kreisen, ist es nun Emmanuelle Béart, diese hübsche filigrane Schauspielerin, die durch ihre ungewöhnliche Leinwandpräsenz nachhaltig in Erinnerung bleibt.
Bemerkungen
Regisseur Régis Wargnier inszenierte u. a. "Die Frau meines Lebens" (1986) und den "Oscar"-Gewinner für den besten ausländischen Film, "Indochine" (1992).
Daniel Auteuil, Jahrgang 1951, war u. a. in "Jean Florette", "Einige Tage mit mir", "Milch und Schokolade" und "Die Bartholomäusnacht" in den Kinos zu sehen.
Gabriel Barylli machte sich bereits als Autor, Regisseur und Schauspieler in "Butterbrot" (1991) und "Honigmond" (1995) einen Namen.