Mrs. Parker und ihr lasterhafter Kreis

• Inhalt • Darsteller, Regie, Stab • Filmkritiken • Bemerkungen • US-Filmplakat im Großformat

Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Mrs. Parker und ihr lasterhafter Kreis
Titel USA: Mrs. Parker And The Vicious Circle
Genre: Drama
Farbe, USA, 1994

Kino Deutschland: 1995-07-27
Kino USA: 1994-12
Kino Frankreich: 1995-09-07
Kino Großbritannien: 1995-03-10
Kino Spanien: 1995-06-09
Kino Portugal: 1996-05-24
Laufzeit Kino: 135 Minuten
Kinoverleih D: Scotia Film

Videocover
Videocover Video Deutschland: 1996-02-12
Laufzeit Video: 119 Minuten
Anbieter: BMG UFA


Szenenfoto Das Leben der Journalistin und Autorin Dorothy Parker eigentlich nichts als ein langes Sterben. Exzessiver Alkoholkonsum, mehrfache Selbstmordversuche und eine unbändige, nahezu immer präsente Depression prägten ihr Dasein.

Parker, die in den zwanziger Jahren zum verrucht-schicken Künstler- und Literaten-Zirkel New Yorks zählte, schrieb Gedichte voll gnadenlosem Zynismus, Zeitungskolumnen von schockierender Offenherzigkeit und brach auch in den wenigen Drehbüchern, die die konservative Filmindustrie sie schreiben ließ, so manches Tabu.

Doch so kämpferisch und frech ihre Texte waren, so hilflos war sie im wirklichen Leben: Ihr Mann kehrte als Kriegsveteran zu ihr zurück, alkohol- und morphiumabhängig, und quälte sie mit dem Anblick seines Zerfalls.

Szenenfoto Ihre Liebschaften mit Männern wie dem verlogenen Charles MacArthur und dem oberflächlichen Deems Taylor scheiterten - nicht zuletzt, weil der einzige Mensch, den Dorothy Parker je wirklich liebte, ein treuer Familienvater war: Ihr Kollege Robert Benchley.

Während sie vordergründig das Establishment mit ihren Texten schockte, in freizügigen Theater-Revuen mitwirkte und allabendlich bei der legendären "Tafelrunde" im Algonquin-Hotel mit anderen intellektuellen Größen rhetorisches Gift verspritzte, sehnte sie sich tief in ihrem Innersten immer nur nach dem ganz konventionellen Glück: Liebe, Zärtlichkeit und Geborgenheit.

1958 gab ihre Leber endgültig auf. Auf ihrem Grabstein, so wünschte Mrs. Parker, sollte stehen: "Wer dies lesen kann, steht mir zu nah'". Die Friedhofsverwaltung weigerte sich.


SzenenfotoDarsteller: Jennifer Jason Leigh (Mrs. Dorothy Parker), Campell Scott (Robert Benchley), Matthew Broderick (Charles McArthur), Andrew McCarthy (Eddie Parker), Tom McGowan (Alexander Woocott), Nick Cassavetes (Robert Sherwood), Lili Taylor (Edna Ferber)

Regie: Alan Rudolph

Stab: • Produzenten: Robert Altmann für Fine Line Features • Drehbuch: Randy Sue Coburn, Alan Rudolph • Vorlage: - • Filmmusik: Mark Isham • Kamera: Jan Kiesser • Spezialeffekte: - • Ausstattung: - • Schnitt: - • Kostüme: - • Make Up: - • Ton: - • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Die Woche: Entstanden ist kein chronologisches Porträt ... Im ersten Drittel, wenn er fast 30 Figuren zu etablieren und die Schlagfertigkeit der Quasselbande ins Bild zu setzen hat, gerät der Film ins Stocken. Über Parkers unglückliche Lieben - ein konventionelleres Sujet - kommt er in Fahrt, da gewinnen auch die Schauspieler an Profil: allen voran Jennifer Jason Leigh, aber auch Campbell Scott und Matthew Broderick. So fügt Rudolph die Fragmente zusammen, enthüllt Stück für Stück den widersprüchlichen Charakter seiner Heldin - und bewahrt ihren Reiz.

Lexikon des internationalen Films: Mit Einfühlungsvermögen und bestechender formaler Eleganz nähert sich der Film der Tragik seiner widersprüchlichen Hauptfigur. Inszeniert in der für Alan Rudolph charakteristischen romantisch-melancholischen Art, unterstützt von einem außergewöhnlichen Darsteller-Ensemble und herausragenden Einzelleistungen bei Kamera, Ausstattung und Soundtrack, erinnert der Film eindringlich an die persönliche Verantwortung für das eigene Glück.

SzenenfotoCinema: Aber zum Nostalgiker macht einen der Film gewiß nicht. Ganz im Gegenteil läßt einen die wohltemperierte Langeweile seiner seelenlosen Filigranarbeit häufig die Realität nach dem Abspann herbeisehnen. Keine Magie also. Eher gediegenes Handwerk ... Arg vergeistigte Künstler-Biographie, die unter ihrer Schwermut erstickt.

Die Zeit: Alan Rudolph hat einen jener schwarzen, bösen talkies gedreht, die Dorothy Parker in Holywood nicht schreiben durfte. Mrs. Parker: kein tolles Leben. Aber ein toller Film.

Süddeutsche Zeitung: Eine bemerkenswerte Frau und ein bemerkenswerter Film; ein ganz kleiner zwar, und trotzdem der beste bisher beim Cannes Filmfestival.


SzenenfotoBemerkungen

Die 'US-National Society Of Film Critic's' kürte 1994 Jennifer Jason Leigh zur "Besten Darstellerin des Jahres".

Es gibt zahllose Gastauftritte, u. a. von Gwyneth Paltrow, Jennifer Beals, James Le Gros, Lili Taylor, Peter Gallagher und Keith Carradine.


Dirk Jasper FilmLexikon
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