Waterworld

• Inhalt • Darsteller, Regie, Stab • Filmkritiken • Oscar ® • Bemerkungen • Hintergrund von Erich Kocian

Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Waterworld
Titel USA: Waterworld
Genre: SF-Abenteuer
Farbe, USA, 1995, FSK 12

Kino Deutschland: 1995-09-21
Laufzeit Kino: 135 Minuten
Kinoverleih D: UIP

Videocover
Videocover Video Deutschland: ja
Laufzeit Video: 129 Minuten
Anbieter: CIC Video

DVD Deutschland: 1999-07-01
Laufzeit DVD: Minuten
Anbieter: Columbia Tristar



Szenenfoto Die Zukunft: Die Polareis-Kappen sind geschmolzen, die Erde ist seitdem ein einziger Ozean. Die Überlebenden dieser globalen Katastrophe haben sich auf künstlichen Atollen niedergelassen, die aus Stahl und Zivilisationsmüll gefertig sind. Sie haben eigene Techniken entwickelt, um auf dem Wasser existieren zu können. Die Atoller sind friedfertig, sie haben ein Gemeinwesen entwickelt, das an das früherer Siedler und Pioniere erinnert.

Bedroht werden sie jedoch nicht nur von den Naturgewalten, sondern auch von den "Smokers". Das sind marodierende Piraten, die von einem ehemaligen, noch schwimmfähigen Supertanker des 20. Jahrhunderts aus die weiten Wasser von "Waterworld" tyrannisieren. Die "Smokers" haben einen Weg gefunden, das noch im Bauch des Tankers lagernde Öl zu raffinieren. Damit treiben sie eine Armada aus Booten und Wassergleitern an. Sie fertigen Waffen und Munition, indem sie ihr Schiff, der einzige Boden unter ihren Füßen, langsam zusammenschmelzen.

Anführer der "Smokers" ist Deacon, ein sadistischer, gnadenloser Glatzkopf. Die Geschichte beginnt mit Mariner: Er ist ein Einzelgänger, der auf einem mächtigen Trimaran lebt und dem der Ruf des unbeugsamen Helden in dieser tristen Welt vorangeht. Er lebt von dem, was das Meer ihm gibt, und vom Handel. Bei seinen Tauchgängen bringt er Gegenstände der alten Zivilisation empor, die er tauscht. Kostbarstes Gut in dieser Welt ohne Land ist eine Handvoll Sand. Im Atoll, der nächsten schwimmenden Siedlung, hofft er, es gegen frisches Wasser, eine Tomatenpflanze und andere Kleinigkeiten tauschen zu können.

Man offeriert ihm aber noch mehr: eine junge Frau, die ein Kind von ihm austragen soll. Der Mariner lehnt dankend ab und sieht sich umgehend in einem Stahlkäfig gefangen, als die "Smokers" einen Angriff starten. Helen, eine junge Frau, die mit einem zehnjährigen adoptierten Mädchen namens Enola auf dem Atoll lebt, ist bereit, ihn zu befreien - wenn er sie und das Kind mit sich nimmt. Mariner läßt sich auf diesen Handel ein - die Alternative für ihn wäre der Tod.

Die Flucht der drei gelingt, doch bald haben sie wieder die "Smokers" hinter sich. Der Grund für deren Anhänglichkeit: Die kleine Enola trägt auf ihrem Rücken eine kryptische Tätowierung. Es geht die Sage, dass diese an eine Karte erinnernde Zeichnung den Weg zu Dryland, einem trockenen Stück Land, weisen würde. Auch Helen und Enola glauben fest an diesen Mythos, der Mariner denkt da pragmatischer.

Er segelte im Lauf der Jahre von einem zum anderen Ende von "Waterworld", doch Land hat er nie gesehen. Nach und nach verlieren sich indes Feindschaft und Ablehnung zwischen ihm und den beiden Frauen auf seinem Boot, und nach einem Überfall der "Smokers", bei dem sie Enola entführen, macht der Mariner sich allein auf, das Kind und nicht nur dessen Zukunft zu retten.


SzenenfotoDarsteller: Kevin Costner (Mariner), Dennis Hopper (Deacon), Jeanne Tripplehorn (Helen), Tina Majorino (Enola), Michael Jeter (Gregor), Gerard Murphy (Nord), John Fleck (Doctor), R. D. Call (Verräter), Chaim Jeraffi (1. Drifter), Kim Coates (2. Drifter), Jack Kehler (Banker)

Regie: Kevin Reynolds

Beteiligte: • Produzenten: Charles Gordon, John Davis , Kevin Costner für Universal Pictures • Drehbuch: Peter Rader, David Twohy • Vorlage: - • Filmmusik: James Newton Howard • Kamera: Dean Semler • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Dennis Gassner, David Klassen, Nancy Haigh • Schnitt: Peter Boyle • Kostüme: John Bloomfield • Make Up: - • Ton: Steve Maslow, Gregg Landaker, Keith A. Wester • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Filmkritik von Gerhard Heeke

Hintergrundbericht von Erich Kocian

Kölner Stadt-Anzeiger 26.08.1995: Der bislang teuerste Film der Geschichte ist besser als sein ihm zugeflogener Ruf. Die Erwartungen, die seine Produktionsgeschichte weckte, könnten sowieso jeden Film erschlagen. Mit seinen opulent photographierten Szenarien erinnert er eher an altmodische Abenteuerspektakel; ein "Mad Max"-Aufguß für Roger Corman hatte es irgendwann einmal werden sollen.

Blickpunkt Film: Das Mammutprojekt, dessen Kosten sich auf geschätzte 175 Millionen Dollar belaufen, wartet mit einr mehr als nurbeeindruckender Vision einer Welt auf,in der es nach dem Schmelzen der Polarkappen kein Land mehr gibt. Der Triumph von Regisseur Kevin Reynolds liegt darin, diese postapokalyptische Szenario restlos glaubwürdig an die Leinwand gezaubert zu haben.

film-dienst 19/1995: Ziemlich fantasielos in Charakteren und Story, erreicht "Waterworld" seine Höhepunkte bei der Beschreibung der bizarren Szenerie und den artistischen Stunts der Kampfszenen. Stilistisch ein gigantisches Recycling-Unternehmen. Filmecho/Filmwoche: James Bond und Indiana Jones fallem einem als Kevin Costners Vorbilder ein. Doch diesmal ist eben alles viel nasser.

Cinema 9/1995: "Mad Max" zu Wasser: Costners SF-Öko-Epos bietet viel Action, aber wenig Story.


SzenenfotoOscar ®

Oscar-Nominierung für 1995 für Steve Maslow, Gregg Landaker, Keith A. Wester (Ton)


SzenenfotoBemerkungen

Die Außenaufnahmen wurden in Kawaihae Harbor auf Hawaii gedreht. Die schlechten Wetterbedingungen vor Hawaii führten im Lauf der 166 Drehtage (geplant waren 96 Tage) zu unvorhersehbaren Verzögerungen. Riesige Meereswellen führten zum Versenken einer Plattform, die für die Aufbauten des Sets benötigt wurde und gehoben werden mußte. Zwei schwere Tauchunfälle führten zu Auseinandersetzungen, Costners Stuntdouble Norman Howell wäre unter Wasser fast ums Leben gekommen. Noch Anfang Juli 1995 wurden von Kevin Costner Szenen nachgedreht.

Fehlkalkulationen, Dreh-Streß, Seekrankheit und schwere Unfälle führten zu einer angespannten Situation. Schon nach wenigen Wochen war das Budget von 100 Mio. Dollar überzogen. Der Film ist mit 180 Millionen Dollar Produktionskosten der bis dahin teuerste Film aller Zeiten.

Regisseur ist Kevin Reynolds, der jedoch von Produzent Kevin Costner bei der Abnahme der ersten Schnittversion gefeuert wurde.

Dirk Jasper FilmLexikon
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