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Klaus Kinski, Georges Bataille, ein
streitendes Ehepaar und natürlich der pure Zufall sind die
Gründe, die die junge Französin Celine und den Amerikaner
Jesse im Zug von Budapest nach Paris zusammenführen. Ein
kurzer Blick genügt beiden um, festzustellen, dass sie
mindestens in ein paar Dingen die gleiche Wellenlänge haben.
Der Funke springt über, sie kommen miteinander ins
Gespräch.
Jesse ist Autor, eine Art Journalist und voller Pläne, Ideen und Konzepte. Sein Reiseziel ist Wien, von dort geht am kommenden Morgen sein Flugzeug zurück in die USA. Celine ist Studentin, sie hat in Budapest ihre Großmutter besucht und ist auf dem Heimweg nach Paris. Jesse und Celine verstehen sich ausgezeichnet.
Schon bald sprechen sie wie
selbstverständlich über die intimsten Dinge miteinander,
über Liebe, Tod, Kindheitserfahrungen und Pläne für
die Zukunft. Die Zeit vergeht wie im Flug, der Zug fährt in
Wien ein, sie verabschieden sich. Doch es ist offensichtlich, dass
dies noch nicht das Ende sein kann.
Jesse, bereits halb ausgestiegen, hastet noch einmal zurück und fragt sie, ob sie nicht mit ihm kommen wolle. Er habe eh' zu wenig Geld für ein Hotel. Sie hatten beide die ganze Nacht vor sich, um zusammenzusein und zu reden. Falls er sie nerve, Celine könne ja immer noch den nächsten Zug nach Paris nehmen. Celine zögert nur kurz, dann folgt sie ihm.
So beginnt eine wundersame Odyssee durch Wien. Theaterkünstler empfehlen ihnen einen Besuch im Prater - weil es alle Touristen so machen. Aber sie geben ihnen auch einen Ankündigungszettel für ihre Aufführung, ein Stück von einer Kuh, die sich aufführt wie ein Hund. Mit der Tram geht es weiter in die Stadt, ihre intensive Unterhaltung über die großen Themen des Lebens geht dabei weiter.
Celine und Jesse sind sich mehr als nah - und
schon mindestens fünf achtel ineinander verliebt. Sie wissen
das, ohne Worte darüber zu verlieren. Sie bummeln durch
Geschäfte, besuchen den "Friedhof der Namenlosen", an den sich
Celine erinnert, weil sie schon einmal als 13jährige in Wien
war. Und sitzen bei Abenddämmerung im Riesenrad, schweben
über die Stadt - und küssen sich das erste
Mal.
Weiter geht die verliebte Reise durch die Nacht, durch die Kaffeehäuser, wo ihnen eine Magierin aus der Hand liest und die Bedeutsamkeit ihres Zusammentreffens erläutert. Sie treffen einen Straßenpoeten, philosophieren in den Straßen und Gassen und kommen nicht umhin, sich schließlich doch der Frage zu stellen, was wird morgen sein, werden wir uns wiedersehen?
So schließen sie
einen Pakt: Kein Gedanke an die Trennung und den Schmerz. Nur das
Jetzt zählt. Und das soll gefeiert werden. Und so wartet eine
wunderbare Nacht voller Träume, Liebe und Abenteuer auf die
beiden. Aber auch das Morgengrauen, dass eine Entscheidung
verlangt.
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| © 1994 - 2010 Dirk Jasper |
