In einem gemütlichen New Yorker Restaurant treffen sich der Sportkolumnist Andy, seine Verlobte Liz und zwei weitere Pärchen. Ihre Gespräche drehen sich um die kuriose und wechselhafte Ehegeschichte von Mickey Gordon und seiner Frau Ellen. Sie begann mit einem Trauerfall. Mickey, ein angesehener Schiedsrichter der amerikanischen Basketball-Profiliga, erfüllt seinem verstorbenen Vater den letzten Wunsch und läßt seinen Sarg nach Frankreich überführen.
In Paris erlebt Mickey allerdings eine unangenehme Überraschung: Der Sarg ist verlorengegangen. Doch das Malheur hat auch sein gutes, kümmert sich doch die attraktive Flughafenangestellte Ellen um den Vorfall, den sie mit aller Vorsicht und Taktgefühl zu beheben versucht.
Als Mickeys Vater unter der Erde ist, lernen sich die beiden besser kennen und Mickey beschließt, noch ein paar Tage in Paris zu bleiben. Aus der romantischen Episode wird mehr, und als der Abschied naht, bittet Mickey Ellen, ihn nach Amerika zu begleiten. Doch Ellen ist bereits verheiratet und gibt ihm einen Korb. Einige Monate vergehen, da erlebt Mickey eine handfeste Überraschung. Ellen steht vor seiner Tür - dem jungen Glück scheint nichts mehr im Weg zu stehen.
Langsam holt dann aber der Alltag Ellen ein. Mickey hat kaum Zeit für sie. Ihr Job ist langweilig, das Appartement häßlich. Als Mickey seinen Job aufgibt und ein Haus kauft, ist Ellen zwar glücklich, der ehemalige Schiedsrichter dafür um so mehr gefrustet. Als er zu seinem Job zurückkehrt, scheint nichts mehr die Ehe retten zu können, es sei denn, die beiden können endlich individuelles und privates Glück miteinander vereinen.
Filmkritiken
Cinema 9/95: Nicht gerade eine bahnbrechende Erkenntnis, die uns Billy Crystal als Produzent, Regisseur, Ko-Drehbuchautor und Hauptdarsteller in Personalunion mit auf den Weg gibt. Wo der Inhalt etwas mau ist, sorgt die Form für den nötigen Pepp: Die kunstvoll arrangierte Rahmenhandlung - Freunde von Mickey und Ellen erzählen und kommentieren rückblickend deren Beziehung - ist zwar offenkundig von Billy Crystals großem Idol Woody Allen inspiriert. Aber was soll's: Geschickt geklaut ist immer noch besser als schlecht erfunden ...
Die Woche 01.09.1995: "Forget Paris" betrachtet dazu noch ein Stück gesellschaftlicher Realität. Ganz wie im richtigen Leben kollidieren hier Autonomie und Individualität mit der Kompromißbereitschaft der Partnerschaft. Erstaunlich beiläufig spielt Regisseur Crystal mit dem Rollenbild: Wenn die Karrierefrau Debra Winger den hilflosen Billy Crystal durch Paris führt, ist er hilflos und sie der Boß. Da liebt es sich leicht. Dann übernehmen sie die alten Rollen: Sie gibt ihren Beruf auf und folgt dem Mann nach Amerika, und nichts geht mehr. Später wechseln sie noch einmal die Seiten, doch die Balance bleibt ungestört. dass die Liebe schließlich alle Schwierigkeiten beiseite räumt, ist ebenso unwahrscheinlich wie schön.
Kölner Stadt-Anzeiger 02.09.1995: Der Film hat genug Einzeiler für drei Allen-Filme. So gut das oft ist, bildet es zugleich eines der wenigen Probleme des Films: er feuert seine Witze phasenweise ins Publikum wie Prinzen die Kammelle im Karneval. Mitunter verdirbt man sich hier vor lauter Süßigkeiten den Magen. Dafür hat "Forget Paris" trotz seiner aufwendigen Konstruktion eine rührende Wahrhaftigkeit. Und neben Billy Crystal darf Debra Winger endlich einmal zeigen, dass sie eine herrliche Komödiantin ist. Und so wird "Forget Paris" zu einem Vergnügen, bei dem sogar die Schlußwendung nicht im geringsten übertrieben wirkt.
Blickpunkt Film: Prunkstück des Films ist das hübsch konstruierte Drehbuch, das in bewährter Woody-Allen-Manier ein gemeinsames Abendessen von vier befreundeten Paaren zum Anlaß nimmt, um die Romanze mit Hindernissen zwischen Billy Crystal und Debra Winger in allerbester Hollywood-Erzähltradition auszubreiten.
film-dienst: Beschwingte Beziehungskomödie, die dort erst richtig anfängt, wo sonst der Vorhang fällt.