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Nachdem schon vor Wochen bundesweit alle Filmjournalisten von "United International Pictures" mit sogenannter Astronautennahrung versorgt worden sind, kann das Urteil über "Apollo 13" natürlich nur positiv ausfallen. Ein bißchen Korruptheit hat schließlich noch niemanden geschadet. Obwohl über die Authentizität des kleinen Geschenks, das dem Presse- und Werbematerial netterweise geschmackvoll beigefügt gewesen ist, gewisse Zweifel anzumelden sind. Oder glaubt wirklich jemand hier unten, dass die da oben vor genau 25 Jahren ausgerechnet Müsliriegel im Gepäck gehabt haben?Nun, wie dem auch sei, der Film ist sogar ohne süßen Ökoriegel spannend, weil das Unternehmen "Apollo 13" nun einmal eines der aufregendsten in der bemannten Raumfahrt gewesen ist, sich Regisseur Ron Howard akribisch um größtmögliche Echtheit bemüht hat und bei seiner halbdokumentarischen Erzählweise auch noch eine Liebe zum Detail entwickelt, die manch quälende Frage endgültig beantwortet. Der Zuschauer erfährt also beispielsweise wie die Männer (neben Tom Hanks: Bill Paxton und Kevin Bacon) in ihren schweren Raumanzügen ihre kleinen Geschäfte abwickeln, dass selbst Astronauten ganz schön seekrank werden und dennoch unentwegt Countrymusik hören. Und das ist doch irgendwie tröstlich. So sitzt der Kinobesucher also gut zwei Stunden lang gebannt in seinem hoffentlich bequemen Sessel, erinnert sich, wenn er das richtige Alter dazu hat, an die Fernsehbilder aus dem Jahre 1970, als die drohende Katastrophe rund um den Globus für Aufregung sorgte. Startet am Anfang mit ins All, hofft, dass dieser Jim Lovell seinen Lebenstraum von einer Mondlandung verwirklichen kann. Ahnt bald Schlimmes, zittert und bibbert mit, bis am Schluß die fürchterlich enge und arg lädierte Kapsel sicher im Meer landet, das beschädigte Hitzeschild tatsächlich gehalten hat und die Männer im Kontrollzentrum heimlich zum Happy-End eine Träne vergießen. Und wenn rauhe Jungs wie Ed Harris, der den Chef des Kontrollzentrums Houston spielt, in einer Hollywood-Produktion weinen, dann hat das seinen Grund. Denn "Apollo 13" ist vor allem ein Film über eine eingeschworene Gemeinschaft. Über Männer, die einfach ihren Job machen, die genau wissen, was sie wollen, jede Krise und selbst ein kaputtes Raumschiff in den Griff bekommen. In dieser erstaunlich heilen männlichen Welt, die uns Regisseur Howard beinahe bewundernswert ungebrochen präsentiert, spielen Frauen keine Rolle. Und Kinder werden nur als kernige Schüler einer Militärakademie mal kurz ins Bild gerückt und schauen dann stolz gen Himmel, wo ihr Papa gerade in seiner Blechdose herumdüst.
Aber selbst diese verstaubte und, wenn man so will, verlogene Sicht auf unsere schnöde Welt kann einem den Spaß an "Apollo 13" nicht verleiden. Der Film ist halt so gekonnt inszeniert, die Geschichte so spannend und Tom Hanks eben so Tom Hanks, dass sich ein Ticket für die Fahrt zum Mond lohnt. Sogar mit Popcorn und Cola.
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