Der New Yorker Starreporter Max Brackett begeht den Fehler seines Lebens: Live und vor einem Millionenpublikum rebelliert er gegen die quotenträchtige Sensationsmache seines Networks - und verliert seinen Job.
Als Lokalreporter in der kalifornischen Provinz erlebt er mit, wie der gerade gefeuerte Wachmann Sam Baily mit der Waffe in der Hand Geiseln nimmt und seinen Job zurückverlangt. Max wittert sofort seine Chance, sich zu rehabilitieren: Er arrangiert eine Live-Schaltung und berichtet von der Geiselnahme im Naturkundemuseum wie über eine nationale Tragädie.
Tatsächlich wird die Live-Reportage bald auch von seinem ehemaligen Arbeitgeber übernommen. Während Max vor Ort im Gespräch mit Sam lernt, die Situation mit echter Anteilnahme zu betrachten, entwickelt sich um die beiden herum ein gigantischer Medienzirkus, der mit dem eigentlichen Vorfall und mit Journalismus nichts mehr zu tun hat - von der Wahrheit ganz zu schweigen ...
Filmkritiken
Filmkritik von Gerhard Heeke
TV Movie 04/1998: Ein Reporter will aus einer Tragödie Kapital schlagen, eine Geiselnahme wird zum zynischen Medienzirkus - "Mad City" erinnert stark an "Reporter des Satans" und "Hundstage". Costa-Gravas' Medienschelte verfügt indes weder über den bitteren Sarkasmus des Meisterwerkes von Billy Wilder noch über die ungeheure Dramatik des Sidney-Lumet-Klassikers. Dustin Hoffman und John Travolta mühen sich zwar redlich; doch insbesondere die Vorhersehbarkeit der Ereignisse degradiert die "verrückte Stadt" zum langweiligen Provinznest.
film-dienst 03/1998: Mit Negativklischees überladener Film, dessen Kritik am Fernsehsystem am besten in der ambivalenten Figur des Reporters zum Tragen kommt.
TV Today 04/1998: Bissige 90er-Jahre-Variante des Billy-Wilder-Klassikers "Reporter des Satans".
TV Spielfilm 04/1998: Ein Film, der zuviel will und gerade deshalb sehenswert ist!
Cinema 02/1998: Realistischer Medien-Thriller.