Die Netten im
Netz
Alles feiert Internet - doch es
könnte unser Verderben sein. Der Thriller zum Thema macht
klar: Nur die Cleversten werden nicht ausgetrickst, alle anderen
müssen um Hab und Gut, ja selbst um ihre Persönlichkeit
bangen.
Immer mehr Menschen möchten - wenn sie als Tier wiedergeboren werden - ein Computervirus sein. Denn heute umspannt ein (Computer-)Netz mit zig Millionen (Telefon-)Fäden unsere Weltkugel, in dem jeder und jede gefangen, entmenschlicht, ausgegrenzt und fertiggemacht werden kann von Hackern, die das System kennen. Ihnen überlegen sind - wie angetönt - nur noch die Viren. Angela Bennett (Sandra Bullock - "While You Were Sleeping", "Speed") nutzt als Computerspezialistin die Vorteile der neuen Technik. Alles geht bei ihr in Bits und Bytes via Mac und Modem durch Leitungen. Die Nachbarn bekommen sie kaum zu sehen, ins Büro braucht sie als Freischaffende nicht zu gehen und mit "Freunden" plaudert sie schriftlich übers Internet. Doch mit der weltweiten Vernetzung kann Mann auch Schabernack treiben und Böses im Schild führen. Gewiefte Hacker ändern gezielt persönliche Daten: Dem Politiker Bergstrom wird kurzerhand ein Attest geschrieben, der ihn als HIV-infiziert ausweist. Derart fehlinformiert begeht Bergstrom Selbstmord - und der Krimi beginnt. Denn die Hacker wollen nicht nur spielen und Leute verängstigen, sie wollen an die Zentralrechner der Regierung, sie wollen die Macht, sie wollen alles. Nur Angela Bennett kann sie stoppen - was sie zwar anfänglich sowenig weiss, wie wer "sie" ueberhaupt sind. Einer von ihnen ist der charmante Brite Jack Devlin (Jeremy Northam), der noch eine schöne Nacht mit Angela hat, bevor er sie umzubringen gedenkt. Das erste gelingt, das zweite mußs vertagt werden, weil die so intelligente wie hübsche Frau die Lunte riecht. Der Rest ist eine spannend inszenierte Auseinandersetzung zwischen zwei Computerfreaks. Die eine allein, der andere mit einem mafiöen Apparat im Rücken. Die Botschaft dahinter ist simpel: Die Zukunft ist schon da, in der umfassenden Vernetzung zappelt der unwissende Bürger wie die sprichwörtliche Fliege, nur die misstrauische Spezialistin hat noch eine kleine Chance. Die Spannung bezieht der Film aus bekannten Quellen: Neben dem Wettlauf gegen die Zeit rätselt man mit der Bedrohten darüber, wer bereits die Seiten gewechselt hat oder noch vertrauenswürdig ist. Gute Unterhaltung, in der bei aller Power aus Digitalien die Erkenntnis obsiegt, dass den Bösen nur etwas wirklich Eindruck macht: eins in die Fresse. Kurzbeschrieb: Die freischaffende Computerspezialistin Angela Bennett (Sandra Bullock - "While You Were Sleeping") ist die einzige, die eine mafiöse Hacker-Organisation daran hindern könnte, in den USA via Internet und Computern die Macht zu übernehmen. Sie nimmt den Kampf gegen den ebenso hübschen, wie skrupellosen Jack Devlin (Jeremy Northam) auf. Der zwar etwas allzu gradlinige, dennoch spannende Thriller macht ein bisschen Angst vor Internet - aber wir werden (ein letztes Mal?) gerettet. Thomas Küng ist freier
Journalist und schreibt für Schweizer Tageszeitungen, u. a.
"Tagesanzeiger Zürich", Filmrezensionen.
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Die Netten im
Netz
Alles feiert Internet - doch es
könnte unser Verderben sein. Der Thriller zum Thema macht
klar: Nur die Cleversten werden nicht ausgetrickst, alle anderen
müssen um Hab und Gut, ja selbst um ihre Persönlichkeit
bangen.