Die Welt des 21. Jahrhunderts ist eingebettet in den Cyberspace. Datennetze umspannen die Kontinente, einige wenige Megakonzerne haben sich nach den großen Datenkriegen Macht und Privilegien geteilt und herrschen über eine verwahrloste Gesellschaft, erbittert bekämpft von anarchistischen Untergrund-Hackern, den Lo Teks.
Zwischen den Fronten arbeitet der trainierte Kurier Johnny, der mittels eines Gehirnimplantats Daten schmuggelt. Um diese Speicherkapazität zu schaffen, hat sich Johnny seine Kindheitserinnerungen löschen lassen. Ein letzter Auftrag soll ihm nun den nötigen Kredit bringen, um seine eigene Identität wiederzubekommen. Doch die Datenmenge, die ihm für einen "Lauf" von Asien nach Nordamerika eingespeist wird, übersteigt seine Aufnahmefähigkeit: Innerhalb von 48 Stunden muß Johnny die Informationen "downloaden", sonst explodiert sein Gehirn.
Dessen nicht genug, ist auch die mächtige Verbrecherorganisation Yakuza hinter den Daten her. Die Zeit drängt, und während Johnny verzweifelt versucht, jemanden zu finden, der ihm die "Ware" rechtzeitig aus dem Kopf holt, muß er vor den Yakuza-Killerbrigaden sein Leben in Sicherheit bringen. Die wilde Jagd treibt ihn schließlich tief in die Ghettos von Newark, wo er auf die Lo Teks trifft, Cyberspace-Guerilleros unter der Führung von J-Bone, auf die künstlich verbesserte Kämpferin Jane und deren Freund, den Hacker und Arzt Spider.
Gemeinsam ist ihnen allen der Kampf gegen die Yakuza und deren mächtigen Auftraggeber, den Megakonzern Pharmakom. Dabei erfährt Johnny einiges mehr über den Inhalt der Informationen in seinem Kopf und über sich selbst ...
Filmkritiken
Filmkritik von Ernst Corinth
Cinema 10/1995: Stümperhaftes Sci-fi-Abenteuer mit Keanu Reeves als Cyberheld, dessen Schädel mit brisanten Daten vollgestopft ist. Robert Longo sollte sich für seine giga-simple Regie schämen.
film-dienst 22/1995: Ein eklektischer, passagenweise harter Thriller im Cyberspace-Ambiente mit ungewöhnlicher Besetzung, einem Künstler-Regisseur und beeindruckenden Special-Effects. Aus Versatzstücken des Genres und mit eindimensionaler B-Movie-Dramaturgie versehen, aber spannend und durch seine Mixtur schon wieder originell.
Rhein-Zeitung 11.10.1995: Gut konstruierter Science-fiction-Film der besonderen Sorte: Regie führte der New Yorker Konzeptkünstler Robert Longo, die Vorlage stammt von Cyberpunk-Erfinder William Gibson.