Ernst Corinth über Schneller als der Tod

Auch schlechte Filme können amüsant sein. Ein wunderbares Beispiel ist Sam Raimis "Schneller als der Tod": Ein Western, der so verbissen ernsthaft inszeniert ist und so unverschämt skrupellos klassische Vorbilder von - "High Noon" bis "Django" - ausschlachtet, dass man anfangs sogar glaubt, eine Parodie zu sehen.

Die Geschichte ist dementsprechend simpel. Eine Stadt wird von einem Oberschurken (Gene Hackman) beherrscht. Und weil es damals noch kein Fernsehen gegeben hat, veranstaltet dieser Ganove jedes Jahr einen Schießwettbewerb. Die besten Revolverhelden des Landes treten also an zum Duell und schauen dabei aus wie die Mitglieder der Selbsthilfegruppe "Neurotischer Pistolenträger".

Das Achtelfinale ist noch harmlos, danach geht's aber langsam zur Sache und im Halbfinale deutet sich bereits ein spannendes Endspiel an. Unter den Teilnehmern sind nämlich der Sohn des Halunken, der seinen Alten abknallen möchte, um von ihm endlich respektiert zu werden, und eine hübsche Frau (Sharon Stone), deren Vater von dem Halsabschneider einst ermordet worden ist.

Am Schluß fällt dann der entscheidende Schuß. Und während durch das fulminante Loch in der Brust des Getroffenen tatsächlich ein Sonnenstrahl schimmert, verlassen wir angesichts soviel unfreiwilliger Komik grinsend das Kino.

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