Gerhard Heeke über Sieben

Wer schon seit längerem wieder auf der Suche nach einem handfesten Thriller a la 'Das Schweigen der Lämmer' ist, sollte sich unbedingt mal 'Sieben' im Kino ansehen.

Das Strickmuster ist bekannt: Ein Serienkiller macht die Stadt unsicher. Er bestraft die 'Sieben' Todsünden (Maßlosigkeit, Habsucht, Trägheit, Wollust, Hochmut, Neid und Zorn) durch brutale Morde. Opfer sind neben unbekannten auch stadtbekannte Anwälte. Auch ein weiteres Motiv hat Eingang in diesen Thriller gefunden: Detective Sommerset (Morgan Freemann) steht sieben Tage vor seinem Ruhestand. Sein Nachfolger wird Detective Mills alias Brad Pitt. Während Sommerset der ruhigere, methodischere der beiden Cops ist, merkt man Mills seine aufbrausende Jugendlichkeit an. Nichtsdestotrotz ist auch er ein sehr guter Cop. Wird es Ihnen gelingen die Mordserie zu beenden?

Ohne dass ich hier allzuviel verrate: Das Ende dieses Films ist sehenswert und so nicht voraussehbar!

Dem Film gelingt es von Anfang an, eine sehr beklemmende Atmosphäre aufzubauen, die den Zuschauer gefangen nimmt und erst nach guten zwei Stunden wieder entläßt. Die Großstadt ist ein Moloch, voll von Menschen und Verrückten; sie ist kurz gesagt deprimierend. Einen Lichtblick bietet hier nur die Beziehung von Mills zu seiner Ehefrau.

Mit Morgan Freeman und Brad Pitt weist der Film zudem zwei sehr gute Schauspieler auf, die sich gegenseitig sehr gut ergänzen. Während Mr. Pitt seine Jugendlichkeit und Lebenslust voll ausspielt, zeigt sich Morgan Freemann als nachdenklicher, methodischer Mensch. Einen Teil seiner Spannung bezieht dieser Film aus dem Altersabstand der beiden Helden.

Die ganze Stimmung wird zudem noch durch gute Sets und gut gewählte Außenlocations' gefördert. Die Musik ist - mit Ausnahme vom Vor- und Abspann - recht unauffällig, unterstützt aber die Dramatik der Szenen recht gut.

Fazit: Sehr beklemmender Thriller a la Schweigen der Lämmer

8 von 10 Serienmördern

Dirk Jasper FilmLexikon
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