Zweiundzwanzig Jahre lang war Dolores Claiborne
die Haushälterin der tyrannischen Vera Donovan. Zweiundzwanzig
Jahre lang hat sie die in Little Tall Island, Maine, gelegene Villa
in Schuß gehalten, die Gemeinheiten und Sticheleien der
reichen Witwe über sich ergehen lassen.
Nun ist Vera tot. Ein Treppensturz hat die alte, an den Rollstuhl gefesselte Dame getötet. Dolores spricht von einem Unfall. Für Detective John Mackey, der kurz vor der Pensionierung steht und eine nahezu makellose Aufklärungsrate bei Mordfällen vorzuweisen hat, steht jedoch fest: Dolores hat ihre Arbeitgeberin getötet.
Unterstützung erhofft er sich von Selena St. George, Dolores' entfremdeter Tochter, die in New York als Journalistin Karriere gemacht hat. Sie hatte nach dem Tod ihres geliebten Vaters der entlegenen Kleinstadt den Rücken gekehrt und den Kontakt zur Mutter völlig abgebrochen. Wieder in Little Tall Island angekommen, sieht sie sich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Ist Dolores Claiborne eine
Doppelmörderin? Hat ihre Mutter etwas zu verbergen? Liegt
Detective Mackey mit seinen Anschuldigungen richtig? Darsteller: Kathy Bates (Dolores
Claiborne), Jennifer Jason
Leigh (Selena St. George), Judy Parfitt (Vera Donovan),
Christopher Plummer (Detective John Mackey), David Strathairn (Joe
St. George), Eric Bogosian (Peter), John C. Reilly (Frank
Stamshaw), Ellen Muth (junge Selena), Bob Gunton (Mr. Pease), Roy
Cooper (Magistrat), Wayne Robson (Sammy Marchant), Ruth Marshall
(Sekretärin), Weldon Allen (Barkeeper)
Regie: Taylor Hackford Stab: • Produzenten:
Tony Hackford, Charles Mulvehill für Castle Rock •
Drehbuch: Tony Gilroy • Vorlage: Roman
Dolores von Stephen
King • Musik:
Danny Elfman • Kamera: Gabriel Beristain •
Spezialeffekte: - • Ausstattung: Bruno Rubeo • Schnitt:
Mark Warner • Kostüme: Shay Cunliffe • Make Up:
Luigi Rocchetti • Ton: - • Toneffektschnitt: - •
Stunts: - • Filmkritiken
Cinema 12/1995: Hackfords clevere Adaption ist weniger ein spannungserzeugender Thriller (der Zuschauer ahnt schnell, wohin der Hase läuft) als ein ausgewogenes, nie ins Vulgärpsychologische abgleitende Porträt zweier interessanter Frauen. Kathy Bates, die nach Rob Reiners "Misery" erneut eine Stephen King-Verfilmung veredelt, hat mit Jennifer Jason Leigh eine der besten Aktricen ihrer Generation an der Seite. Gewohnt uneitel stürzen sich die beiden schmucklosen Außenseiterinnen von Hollywood in eine darstellerisch hinreißende Tour de force, die über intensive 131 Minuten hinweg dem Zuschauer kaum Zeit zum Luftholen läßt. Das ist Schauspielerkino vom Allerfeinsten.
Rhein-Zeitung 06.12.1995:
Taylor Hackfords Verfilmung eines Stephen-King-Romans mit Jennifer Jason
Leigh in der Hauptrolle geht unter die Haut.
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Zweiundzwanzig Jahre lang war Dolores Claiborne
die Haushälterin der tyrannischen Vera Donovan. Zweiundzwanzig
Jahre lang hat sie die in Little Tall Island, Maine, gelegene Villa
in Schuß gehalten, die Gemeinheiten und Sticheleien der
reichen Witwe über sich ergehen lassen.
Schon einmal, vor
rund zwei Jahrzehnten, hat Mackey gegen die Eigenbrötlerin
ermittelt. Damals war ihr gewalttätiger und alkoholkranker
Mann Joe St. George bei einem mysteriösen Unfall ums Leben
gekommen. Das Gericht sprach Dolores - entgegen Mackeys
Überzeugung - von jeglicher Schuld frei. Nun sieht der
Ermittlungsbeamte die Chance gekommen, Dolores doch noch ihrer
gerechten Strafe zuzuführen.
Darsteller:
Filmkritiken
film-dienst
25/1995: Verfilmung eines Stephen-King-Romans, die auf
äußerliche Schockeffekte verzichtet und sich ganz auf die
Psychologie der Figuren konzentriert. Im Stil großen
Unterhaltungskinos inszeniert, ausgezeichnet fotografiert und
eindringlich gespielt.