James Bond 007 - Goldeneye

• Inhalt • Darsteller, Regie, Stab • Filmkritiken • Bemerkungen • ProduktionsnotizenOriginal US-Filmplakat

Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: James Bond 007 - Goldeneye
Titel USA: James Bond 007 - Goldeneye
Genre: Action
Farbe, USA, 1995, FSK 12

Kino Deutschland: 1995-12-28
Kino USA: 1995-11-17
Laufzeit Kino: 130 Minuten
Kinoverleih D: UIP

Videocover
Videocover Video Deutschland: 1996-08-01
Kaufkassette: 1996-08-01
Laufzeit Video: 124 Minuten
Anbieter: MGM/UA

DVD Deutschland: 2000-02-01
Laufzeit DVD: 130 Minuten
Anbieter: MGM



Szenenfoto Ein gewaltiger Staudamm, irgendwo in der Sowjetunion. Wir schreiben die späten 80er Jahre: Ein Mann befestigt am Kamm des Dammes ein Bungee-Seil an der Brüstung, besteigt das Geländer, wagt den 750-Fuß-Sprung in die Tiefe. Ohne auszupendeln, schießt er kurz über dem Boden eine Harpune in den Fels, um sich abseilen zu können ...

Wenig später trifft 007 in einer unter dem Damm gelegenen geheimen Militäranlage der Roten Armee auf 006 alias Alec Trevelyan. Die beiden britischen Secret Service Agenten haben die Order, die Anlage zu sprengen. Kaum sind die Zünder an hochexplosiven Tanks angebracht, stürmt die Wachtruppe unter dem Kommando von Oberst Ourumov die Halle. Es gelingt den Sowjets, 006 zu fassen. Ourumov fackelt nicht lange und richtet den Agenten hin. 007 gelingt dennoch unter Einsatz spektakulärer Mittel nicht nur die Erfüllung des Jobs, sondern auch die Flucht ...

Jahre später in Monte Carlo: Bond läßt sich auf den kurvenreichen Bergstraßen der Cote d'Azur auf ein Wettrennen mit einem flotten Sportwagen und einer noch rasanteren Fahrerin ein. Er verliert, doch er trifft die schöne Xenia Onatopp am Abend im Spielcasino wieder. Fasziniert verfolgt er die rassige Russin, die sich mit einem General auf eine im Hafen liegende Yacht absetzt. London hat wenig später Auskünfte über Xenia parat: ehemals Kampfpilotin der Roten Armee, vermutet man jetzt ihre Zugehörigkeit zur russischen Mafia.

Bond scheint auf eine heiße Spur gestoßen zu sein: Als er am nächsten Morgen Xenias Yacht besucht, findet er dort einen toten General. Der wird bereits vermißt, denn wenige Meter von der Yacht entfernt, findet auf einer der supermodernen neuen Fregatten der französischen Marine eine folgenschwere Vorführung statt. Die NATO stellt den ersten "Tiger" vor, einen gemeinsam entwickelten Hubschrauber der besonderen Art: Der "Tiger" ist, wie der Stealth Bomber der US-Luftwaffe, unsichtbar für jedes feindliche Radargerät.

Lange erfreuen sich geladene Militärs, Politiker und Wirtschaftsbosse nicht an der Flugschau, denn der "Tiger" steigt auf und verschwindet, gesteuert von zwei Piloten mit russischen Pässen: Xenia Onatopp und Ourumov, mittlerweile zum General und Befehlshaber der russischen Weltraumwaffensysteme ernannt. Die beiden fliegen und kidnappen allerdings in keinem offiziellen Auftrag. Sie stehen in den Diensten von "Janus", einer kriminellen Organisation, die der Welt noch das Fürchten lehren wird.

Szenenwechsel: Die Computer-Leitstelle der russischen Weltraumwaffen-Forschung, irgendwo in Sibirien. Der "Tiger" landet auf dem verschneiten Vorfeld, General Ourumov betritt die Kommando-Zentrale, legitimiert sich und fordert die Auslieferung von "Goldeneye", dem "Schlüssel" zu einem Waffen-System besonders infamer Art: Zwei Satelliten im Orbit sind mit einer Top Secret-Waffenentwicklung ausgerüstet. Werden deren elektromagnetische Strahlen auf einen Punkt der Erde gerichtet und abgeschossen, erstirbt dort jedwedes Leben.

Ourumov erhält "Goldeneye", aktiviert das Computerprogramm damit und gibt die Zielkoordinaten ein: die eigene Kommandozentrale. Fassungslos werden die Programmierer Boris Grishenko und Natalya Simonova Zeugen dieses vermeintlich selbstmörderischen Aktes. Doch der General weiß, was er tut: Xenia erschießt die Besatzung der Zentrale und besteigt mit dem General wieder den "Tiger". Was folgt, ist ein Inferno, dem Natalya nur mit Mühe entkommt. Auch Boris scheint die Flucht geglückt zu sein ...

Das Hauptquartier des Secret Service in London: "M", erst seit kurzem im Amt, Bond und andere wichtige Berater, verfolgen die Katastrophe im Norden Rußlands via Satelliten-Bilder. Einen Reim darauf kann sich niemand machen, doch immerhin bemerkt man, dass jemand die Vernichtungsaktion überlebt hat. "M" und ihre Experten sehen sich bestätigt, dass das bislang nur als Phantom eingestufte "Goldeneye"-Programm tatsächlich existiert. Bond erhält den Auftrag, "Goldeneye" zu finden.

St. Petersburg: Am Flughafen wird Bond von Jack Wade, einem hemdsärmeligen CIA-Mann, in Empfang genommen. Der CIA soll dem Secret Service zuarbeiten. Bond kontaktet Valentin Zukovsky, einen ehemaligen KGB-Agenten und jetzigen: Waffenhändler, dem er früher mehrmals gegenüberstand. Einst hatte er den Auftrag, ihn zu liquidieren, jetzt erhofft er sich aufgrund der nicht ausgeführten Order eine Revanche. Der Russe läßt dann auch mit sich reden - und was er zu sagen hat, klingt vielversprechend, wenn auch bedrückend: Bond erfährt von der Existenz der Janus-Gruppe, von den Beziehungen Ourumovs zu dieser Organisation und deren finsteren Pläne.

Ein Schrottplatz nahe St. Petersburg soll, so Zukovsky, ein Unterschlupf von Janus sein. Als Bond zu nachtschlafender Zeit dort eindringt, erwartet ihn die größte Überraschung seines Lebens: Er steht plötzlich dem längst totgeglaubten 006 gegenüber. Alec Trevelyan, ehemals nicht nur Kollege, Weggefährte, sondern auch Bonds Freund, hat die damalige Hinrichtung unterhalb des Staudammes nicht nur überlebt. Er hat die ganze Vorstellung inszeniert, um untertauchen und Janus installieren zu können. Bond legt auf den Ex-Freund an, doch der ist schneller. 007 wird durch einen Schuß lahmgelegt.

Als er wieder aufwacht, sitzt er gefesselt auf dem Pilotensitz des "Tigers", hinter sich und ebenfalls gefesselt Natalya Simonova, die von Ourumov aufgespürt und als lästige Zeugin seiner "Goldeneye"-Demonstration nun in einem Aufwasch mit Bond beseitigt werden soll. In buchstäblich letzter Sekunde gelingt den beiden die Flucht aus dem mit einer Zeitbombe scharf gemachten Helikopter. Kaum haben sie sich befreit, sehen sie sich aber von einer Einheit der russischen Armee umstellt und festgesetzt. In einem Regierungsgebäude in St. Petersburg werden sie am nächsten Morgen vom russischen Verteidigungsminister Mishkin vernommen.

Der hört mit ungläubigem Staunen von Natalya, dass sein General Ourumov nicht nur ein Verräter, sondern auch einer der Drahtzieher des "Goldeneye"-Zwischenfalles ist. Ourumov stürmt den Verhör-Raum, zieht den Revolver, erschießt den Minister, entführt Natalya und flüchtet mit einem Wagen. Bond nimmt die Verfolgung auf - in einem Panzer quer durch die belebte Innenstadt von St. Petersburg.

Der Einsatz, so spektakulär er auch ist, bleibt ohne Erfolg. Ourumov, Trevelyan und Xenia Onatopp entkommen in einem gepanzerten Spezialzug. Bond versucht ihn mit seinem Panzer in einem Tunnel zu bremsen, was zwar gelingt, Bond aber wieder in die Gewalt Trevelyans bringt.

Ein Kampf im Kommandowagen des Zuges endet damit, dass das teuflische Trio sich erneut absetzen kann, den Waggon mit Bond und Natalya an Bord hermetisch verschließt und eine Zeitbombe aktiviert. Bond arbeitet fieberhaft an einer Fluchtmöglichkeit, derweil Natalya über den angeschlossenen Computer im Wagen die Satelliten-Leitstelle von Janus ausfindig zu machen versucht. Kuba muß es sein, so meldet der Computer, wenige Sekunden, bevor Bond und das Mädchen den in die Luft fliegenden Waggon gerade noch verlassen können ...

Auf Kuba wartet nicht nur CIA-Kollege Wade auf die beiden, sondern auch eine weitere dicke Überraschung. In einer unterirdischen Kommando-Zentrale bereitet Trevelyan den zweiten Einsatz von "Goldeneye" vor. Das Ziel ist diesmal London ...


SzenenfotoDarsteller: Pierce Brosnan (James Bond), Sean Bean (Alec Trevelyan), Izabella Scorupco (Natalya Simonova), Famke Janssen (Xenia Onatopp), Joe Don Baker (Jack Wade), Judi Dench (M), Robbie Coltrane (Valentin Zukovsky), Tcheky Karyo (Dimitri Mishkin), Gottfried John (General Ourumov), Alan Cumming (Boris Grishenko), Desmond Llywelyn (Q), Samantha Bond (Miss Moneypenny), Michael Kitchen (Bill Tanner), Serena Gordon (Caroline), Billy J. Mitchell (Fregatten-Kapitän), Vladimir Milanovich (Croupier), Minnie Driver (Irina)

Regie: Martin Campbell

Stab: • Produzenten: Michael G. Wilson, Barbara Broccoli für United Artists • Drehbuch: Jeffrey Caine, Bruce Feirstein • Vorlage: Story von Michael France • Filmmusik: Eric Serra • Kamera: Phil Meheux • Spezialeffekte: Chris Corbould • Ausstattung: Peter Lamont • Schnitt: Terry Rawlings • Kostüme: Lindy Hemming • Make Up: - • Ton: - • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Filmkritik von Erich Kocian

Filmkritik von Ernst Corinth

Filmkritik von Rolf Spiess

Filmkritik von Andreas Dimpfel

Filmkritik von Elmar Vollmer

Cinema 01/1996: Schnell, spannend und effektvoll: der neue James Bond ist wieder ganz der Alte.

film-dienst 26/1995: Dem 17. Bond-Film fehlt alles, was Sean Connery einst in die Rolle des englischen Geheimagenten 007 einbrachte: Autorität, Geschicklichkeit, Charme und Selbstironie. Statt dessen hantiert ein steifer Pierce Brosnan mit den vertrauten Attributen des Genres und sieht sich von einer Komparserie starker Frauen umstellt.

Maxi 01/1996: Schöne Frauen? Na klar. Aber dieser "007" hat nicht den Ehrgeiz, jeder zu zeigen, dass er im Bett alles andere als eine doppelte Null ist.

Fernsehwoche: Top-Aktion und Top-Effekte, serviert auf die feine englische Art.

TV Spielfilm:Eigentlich hat Goldeneye alles, was man von Bond erwartet: schöne Frauen, exotische Drehorte, Action ... Eins ist klar: Bond will return!

TV Today: Das Warten hat sich gelohnt: Mit Pierce Brosnan als neuem 007 läuft der heißeste Kino-Agent aller Zeiten wieder zu explosiver Form auf.

epd Film: Der Teaser, die Sequenz vor den Titeln, ist atemberaubend. Sie macht gleich die sechs Jahre vergessen, in denen James Bond nicht auf der Leinwand agierte. Wie ein Phantom huscht 007 nachts über eine Staudamm-mauer, um dann an einem Bungee-Seil in die Tiefe zu springen. Eleganz und Spektakel treffen sich in dieser Anfangspassage, die wie eine Reminiszenz an ein Kino der Attraktionen wirkt.

Blickpunkt Film: Regisseur Martin Campbell erweist sich den großen Action-Anforderungen gewachsen, führt "Goldeneye" mit hartem, oft brutalem Ton weit weg vom selbstironischen Kasperltheater Roger Moores.


SzenenfotoBemerkungen

Ein Großteil der Aufnahmen erfolgte in einer verwaisten Flugzeugfabrik von Rolls Royce in Leavesden, das in ein voll funktionsfähiges hochmodernes Studio mit 110.000 qm Innenraum umgebaut wurde.

Gedreht wurde aber auch an verschiedenen exotischen Schauplätzen, zu denen mehrere Teams unterwegs waren, um dort Material aufzunehmen. Auch im echten St. Petersburg wurden Außenaufnahmen gedreht.

Dirk Jasper FilmLexikon
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