1915. Ein Weltkrieg tobt, doch die Londoner
Bohemia von Künstlern und Schriftstellern lebt ihr
fröhliches Leben weiter, steht der viktorianischen
Gesellschaft mit ihrem Klassenbewußtsein, ihrer
wichtigtuerischen Politik und konservativen Kunst ablehnend
gegenüber. An einem kalten Wintertag reist der Schriftsteller
Lytton Strachey - ein großer, dünner, bärtiger
Intellektueller, der seine Homosexualität offen zugibt - zu
Virginia Woolfs Schwester Vanessa Bell und ihrem Mann Clive an die
Südküste Englands.
Es ist später Nachmittag, als er das elegant möblierte Wohnzimmer betritt. Sein Blick aus dem Fenster in den Garten wird zu einem Moment jenseits von Zeit und Raum, als er sich kreuzt mit dem einer knabenhaft androgynen Person mit kurzem, blondem Haar, in das die untergehende Sonne goldene Lichter zaubert. Die Person mit den großen, kornblumenblauen Augen, die er für einen schönen jungen Mann hält, wird ihm als die wilde junge Malerin Dora Carrington vorgestellt. Sie wandern auf den Cliffs der Südküste entlang und hören den Kanonendonner in Frankreich.
Als Lytton wegen Kriegsdienstverweigerung vor einem Tribunal aussagen muß, ist Carringtons Bewunderung für diesen ungewöhnlichen Mann so offensichtlich, dass Gertler seine Hilfe verweigert. Lytton und Carrington verbringen ein Wochenende in Lady Ottoline Morrells Landhaus, wo Carrington - fern jedes Gedanken an Gertler - ihre tiefe Liebe zu Lytton erklärt.
Sie brechen alle Tabus des alten
Englands in ihrem Wunsch, frei und aufrichtig zu leben. Auf
Carringtons Einladung erscheint ein anderer junger Mann, Ralph
Patridge, auf der Szene. Lytton verliebt sich in ihn und droht,
ihre Menage à trois zu zerstören, wenn Patridge nach
London geht. Carrington kann es nicht ertragen, Lytton zu verlieren
und willigt in die Heirat mit Patridge ein. Als sie und Ralph auf
Hochzeitsreise nach Venedig gehen, werden sie dort schon von Lytton
begrüßt ... 1932 wird Lytton krank und verfällt
rasch unter den angstvoll geweiteten Augen Carringtons. Bevor er
stirbt, macht er seiner Gefährtin für zwei Jahrzehnte
noch eine Liebeserklärung. Darsteller: Emma Thompson (Dora
Carrington), Jonathyn Pryce (Lytton Strachey), Steven Waddington
(Ralph Patridge), Samuel West (Gerald Brenan), Rufus Sewell (Mark
Gertler), Penelope Wilton (Lady Ottoline Morrell), Janet McTeer
(Vanessa Bell), Peter Blythe (Phillip Morrell), Jeremy Northam
(Beacus Penrose), Alex Kingston (Frances Patridge), Sebastian
Harcombe (Roger Senhouse)
Regie: Christopher Hampton Stab: • Produzenten:
Roland Shedlo, John McGrath für PolyGram Filmed Entertainment
• Drehbuch: Christopher Hampton • Vorlage: Buch "Lytton Strachey" von
Michael Holroyd • Filmmusik: Michael Nyman •
Kamera: Denis Lenoir • Spezialeffekte: - • Ausstattung:
Caroline Amies • Schnitt: George Akers • Kostüme:
Penny Rose • Make Up: Chrissie Beveridge • Ton: Peter
Lindsay • Toneffektschnitt: - • Stunts: -
• Filmkritiken
Neue Zürcher Zeitung: Die bewährte Emma Thompson und der grandiose Jonathyn Pryce spielen preiswürdige Hauptrollen in diesem unprätentiös schönen Film. FAZ: Genau siebzehn Jahre dauerte es, bis Hampton sein Drehbuch, das sich in den Fakten dieser authentischen Beziehung hauptsächlich auf Michael Holroyds Biographie "Lytton Strachey" stützt, endlich zum Film gediehen sah. Das Warten hat sich unbedingt gelohnt. Hampton hat zwei erstklassige Darsteller verpflichtet, die wohl nicht übersehen werden dürften, wenn die entsprechenden Palmen zu vergeben sind. (...) Die Intensität dieser außerordentlichen Liebe ist mit jeder Einstellung unmittelbar nachzuerleben, weil Christopher Hampton sein Hauptaugenmerk nicht auf das zeitgerechte Ambiente und Dekor richtete, sondern auf das Verhalten der Charaktere und deren Mut, aus vorgegebenen Bahnen auszubrechen, ohne sich permanent auf ihr Künstlertum berufen zu müssen. Kieler Nachrichten: Die brillanten Schauspielerleistungen und geschliffenen Dialoge in dem Film um die verrückte Liebe der unkonventionellen Malerin Dora Carrington und des homosexuellen Dichters Lytton Strachey kam auch in der Hauptstadt gut an. film-dienst: Ein sympathisch unprätentiöses Regiedebüt, das sich auf das Innenleben seiner exzellent gespielten Figuren konzentriert. Kieler Nachrichten: Brillante Schauspielerleistungen und geschliffene Dialoge. Cinema: Schauspielerkino de Luxe: eine unkonventionelle Liebe der Boheme. Cinema 12/1995: Schauspielerkino de Luxe. Bild: Faszinierendes
Regie-Debüt. Bemerkungen
Cannes 1995: Preis der Jury für
"Carrington" Carrington wurde an 39 verschiedenen
Schauplätzen gedreht. Kino-Erstlingswerk des Theaterregisseurs
Christopher Hampton.
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1915. Ein Weltkrieg tobt, doch die Londoner
Bohemia von Künstlern und Schriftstellern lebt ihr
fröhliches Leben weiter, steht der viktorianischen
Gesellschaft mit ihrem Klassenbewußtsein, ihrer
wichtigtuerischen Politik und konservativen Kunst ablehnend
gegenüber. An einem kalten Wintertag reist der Schriftsteller
Lytton Strachey - ein großer, dünner, bärtiger
Intellektueller, der seine Homosexualität offen zugibt - zu
Virginia Woolfs Schwester Vanessa Bell und ihrem Mann Clive an die
Südküste Englands.
Zu dieser Musik
entfaltet sich ein Band tiefer Zuneigung zwischen ihnen, das ihr
Leben in den nächsten siebzehn Jahren begleiten wird.
Während Lytton mit jungen Männern flirtet, widersteht
Carrington all den leidenschaftlichen jungen Liebhabern, die sie
verfolgen. Mark Gertler, ein Maler-Kollege, wird durch ihre
Ablehnung schier zum Wahnsinn getrieben und versucht, eine
Entscheidung zu erzwingen.
Ottoline und
Phillip Morrell versuchen hartnäckig, sie von Gertler zu
überzeugen, doch Lytton vereitelt ihre Anstrengungen und nimmt
Carrington nach Wales mit, wo sie ihre Zuneigung und das Bett
miteinander teilen. Der von Gewissensbissen geplagte Gertler
fährt ein Wochenende mit Carrington aufs Land, doch mit viel
unerfreulicherem Resultat: Am Ende gesteht sie ihm ihre Liebe zu
Lytton. Lytton und Carrington beginnen eine idyllische,
leidenschaftliche Beziehung. Sie mieten zusammen eine alte
Mühle, wo sie schreiben und malen, und sie überstehen
Gertlers wilde Attacken gegen Lytton, als er es
herausfindet.
Darsteller:
Bemerkungen