Schon wieder treibt
ein Serienmörder im Kino sein Unwesen. Nichts bleibt dem
Zuschauer erspart: Es wird auf bestialische Art gefoltert und
gemordet, Blut fließt kübelweise, und auf manches
grausige Bild hätte Regisseur Jon Amiel lieber verzichten
sollen. Dennoch, sein Film ist nicht nur spannend, sondern auf
merkwürdige Art faszinierend. Und genau diese Faszination ist
auch eines der Hauptmotive von "Copykill".
Peter Foley (William McNamara), ein grauer Durchschnittstyp, ist von (authentischen) Serienmördern wie David Berkovitz, Ted Bundy oder Albert DeSalvo so begeistert, dass er anfängt ihre Taten genau zu kopieren. Und wie jeder psychopathische Killer benötigt er ein Publikum, um seine vermeintliche Macht zu genießen. Seine "Ansprechpartnerin'' im wahrsten Sinne des Wortes ist Helen Hudson (Sigourney Weaver), eine Kriminalpsychologin mit dem Spezialgebiet "Serienkiller". Sie wurde selbst einmal Opfer eines ihrer "Klienten" und leidet nun unter einem Trauma. Selbst 13 Monate nach der Tat kann sie immer noch nicht ihre Wohnung verlassen. Sie schluckt Pillen, trinkt und kommuniziert mit der Außenwelt nur über ihre Computeranlage. Als Helen Hudson von den ersten Morden erfährt, wird ihr schnell klar, dass nur ein Serienmörder seine Hände im Spiel haben kann, und so wendet sie sich an die Polizei, an die junge Beamtin M. J. Monahan (großartig gespielt von: Holly Hunter). Doch das ist bloß die Ausgangssituation für einen gut zweistündigen Film, der alle Mittel und Klischees des Genres geschickt einsetzt. Da beobachtet, ja, belauert man also aus der Perspektive des Mörders die Opfer, schaut zu wie Helen Hudson durch ihre dunkle Wohnung geht, wie sie natürlich unter der Dusche steht oder sich nichtsahnend ins Bett legt. Obwohl dies alles so ähnlich
schon ein Dutzendmal vorher zu sehen gewesen ist, spürt man
ein wenig den verhängnisvollen Reiz, den ein Mörder wie
Peter Foley bei seinen Taten empfinden muß. Und vielleicht
sind die zahlreichen Filme über Serienmörder ja auch
deswegen so erfolgreich, weil in Zeiten, in denen Angst und Furcht
scheinbar zu nehmen, gleichzeitig unsere Neugierde wächst auf
das, was vermeintlich hinter dem Schrecken oder dem Bösen
steht. Doch eines ist zumindest sicher: Frauen, die allein in
geräumigen Apartments wohnen, sollten um "Copykill" lieber
einen ganz großen Bogen schlagen ...
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Schon wieder treibt
ein Serienmörder im Kino sein Unwesen. Nichts bleibt dem
Zuschauer erspart: Es wird auf bestialische Art gefoltert und
gemordet, Blut fließt kübelweise, und auf manches
grausige Bild hätte Regisseur Jon Amiel lieber verzichten
sollen. Dennoch, sein Film ist nicht nur spannend, sondern auf
merkwürdige Art faszinierend. Und genau diese Faszination ist
auch eines der Hauptmotive von "Copykill".