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Power to the People Mit "Nixon" wurden erst vor kurzem Teilaspekte amerikanischer Geschichte der letzten 30 Jahre einem breiten Kinopublikum zugänglich gemacht. "Mr. Holland's Opus" (startete am 4. April) streifte Politik und Kulturgeschehen dieser Zeit am Rande, mit "Panther" kommt jetzt ein weiterer Dekaden umfassender Film ins Kino. Auch er hat dokumentarischen Anspruch: Mario Van Peebles ("Poose") und sein Vater Melvin (Drehbuch) erzählen von der Black-Panther-Bewegung und der "wahren Geschichte" Amerikas. In einprägsamen Songlines à la "Power to the people" (aus "Hair") oder "We shall overcome" kam das solidarische Gemeinschaftsgefühl schon zur Sprache. Die Black Panthers wollten mehr als nur ein "Happy Together". Ihr Kampf für Frieden und uneingeschränkte Rechte für die unterdrückte afro-amerikanische Bevölkerung geriet jedoch zu einem militanten und gewalttätigen Schlagabtausch. Er beginnt 1966, und läßt vor allem am FBI kein Haar ungekrümmt. Der Geheimdienstorganisation wird nämlich angelastet, sie hätte Schwarze gegen Schwarze aufgebracht. Im Film ist der Auslöser für die Gründung der "Black Panther Party for Self Defense" ein Fahrradunfall mit tödlichem Ausgang. Im Zeitlupentempo fliegt ein kleiner Junge nach dem Aufprall mit einem Auto durch die Luft, bleibt tot auf der Kreuzung liegen. Er ist nicht das erste Opfer. Doch die Forderungen der schwarzen Viertelbewohner nach einer Ampel stoßen bei den weißen Stadtvätern wiederholt auf taube Ohren. Das Faß läuft über, der Geduldsfaden reißt: Huey Newton (Marcus Chong), Bobby Seale (Courtney B.Vance) und Judge (Kadeem Hardison) sind die ersten, die sich mit Waffengewalt auflehnen. Je mehr Anhänger sie finden, desto vehementer versucht das FBI, die Gruppe zu zerschlagen. Judge wechselt das Lager, arbeitet als Spitzel. Es ist ein trauriger, brutaler und hoffnungsloser Kampf. "Panther" ist der wütende Bericht aus der Sicht von Betroffenen. Eine bedrohliche Schilderung von Dingen, die so ungeheuerlich erscheinen, man möchte es nicht glauben. Anders als Oliver Stone mit "Nixon" gehen die Van Peebles mit diesem Stück Zeitgeschichte sehr persönlich und emotional um. Heute nicht mehr von Belang (die Bewegung löste sich Mitte der 70er Jahre wieder auf, Gründer Huey Newton wurde 1989 ermordet), ist "Panther" ein starkes Stück schwarzer Geschichte, dicht inszeniert und mit dem nötigen Pathos versehen. "Panther", USA 1995, 124 Minuten, von Mario und Melvin van Peebles, mit Kadeem Hardison, Bokeem Woodbine, Joe Don Baker, Courtney B. Vance. In deutschen Filmtheatern ab dem 11.04.1996.
Bewertung: 3 / 5 Punkte
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