Nixon

• Inhalt • Darsteller, Regie, Stab • Filmkritiken • Oscar ® • Bemerkungen •

Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Nixon
Titel USA: Nixon
Genre: Drama
Farbe, USA, 1995, FSK 12

Kino Deutschland: 1996-02-22
Laufzeit Kino: 191 Minuten
Kinoverleih D: Buena Vista

Videocover
Videocover Video Deutschland: 1996-09-26
Laufzeit Video: 183 Minuten
Anbieter: Hollywood Pictures


Szenenfoto "Stärke in diesem Leben, Glück im nächsten" - unter diesem Motto erzog die orthodoxe Quäkerin ihre Söhne, darunter den 1913 geborenen Richard Milhous Nixon. Als seine Brüder an Tuberkulose sterben, kann Richard an die Universität gehen. Er studiert Jura und heiratet 1940 Thelma Catherine 'Pat' Ryan. Sein politischer Aufstieg beginnt 1946. Als Abgeordneter hält er Einzug ins Repräsentantenhaus, mit 37 Jahren wird er Senator, mit 39 Eisenhowers Vizepräsident. 1960 unterliegt er hauchdünn in der Präsidentschaftswahl gegen John F. Kennedy.

Eine bittere Niederlage, hatte der aus einfachen Verhältnissen stammende Nixon stets unter der Klasse der Ostküsten-Intelligenzia gelitten. Im Wahlkampf 1968, der von Rassenunruhen, Anti-Vietnam-Demonstrationen und eskalierender Gewalt beherrscht wird, macht sich Nixon zur Stimme der schweigenden Mehrheit.

Nach dem Attentat auf seinen Gegenkandidaten Bobby Kennedy, steht nichts mehr seiner Präsidentschaft entgegen. Als er 1970 Truppen nach Kambodscha schickt, werden in den USA vier Studenten bei Unruhen erschossen. Unterstützt von Kissinger, erkennt er 1972 Rotchina an. Politisches Kalkül, das ihm zur zweiten Amtszeit verhilft. Trotz seiner Behauptung, den Vietnam-Krieg zu beenden, tauchen Zeugnisse auf, die die kriegsverlängernde Politik der US-Regierung aufdecken.

Nixon glaubt sich von Verrätern und Feinden umzingelt. Er läßt alles und jeden abhören, bis ein dilettantischer Einbruch im Hauptquartier, den 'Watergate'-Apartments, des demokratischen Kandidaten, seinen wahnwitzigen Plänen ein Ende macht.

Als gefallener Mann steht Nixon vor dem Portät Kennedys: "Wenn sie dich betrachten, sehen sie sich, wie sie gerne wären", sagt er, "Wenn sie mich betrachten, sehen sie, was sie sind." Am 8. August 1974 unterschreibt Nixon seine Rücktrittserklärung.


SzenenfotoDarsteller: Anthony Hopkins (Richard Nixon), Joan Allen (Pat Nixon), Bob Hoskins (J. Edgar Hoover), Ed Harris (Howard Hunt), Paul Sorvino (Henry Kissinger), Mary Steenburgen (Hannah Nixon), J. T. Walsh (John Ehrlichman), James Woods (H. R. Haldeman), Madeline Kahn (Marthy Mitchell), E. G. Marshall (John Mitchell), Powers Boothe (Alexander Haig)

Regie: Oliver Stone

Stab:• Produzenten: Clayton Townsend, Andrew G. Vajna • Drehbuch: Stephen J. Rivele, Christopher Wilkinson, Oliver StoneVorlage: - • Musik: John Williams • Kamera: Robert Richardson • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Victor Kempster • Schnitt: Hank Corwin, Brian Berdan • Kostüme: Richard Hornung • Make Up: - • Ton: - • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Lexikon des internationalen Films: In unchronologischem Stil mit vielen Motivation suchenden Rückblenden in Nixons Jugend und politische Anfänge als psychologisches Porträt eines unsteten, zerissenen Charakters erzählt. Historische Ereignisse dienen mehr der Untermauerung einer Tragödie von shakespeareschen Ausmaßen als einer Erhellung bis in die Gegenwart fortwirkender Deformation des Politikverständnisses und -vertrauens in den USA. Ein interessanter, darstellerisch und formal effektvoller, in seiner primär psychologischen Betrachtungsweise jedoch fragwürdiger Film.

Filmwoche / Filmecho: Virtuos verschachteltes Zeit- und Charakterporträt, das alles andere als konventionell angelegt ist. Das unvorhersehbare Vor- und Zurückspringen in der Zeit, die Mischung aus Archivmaterial, nachgestellten Dokumentarszenen und Zeitraffer- und Überblendungs-Effekte sind stets irritierend, verschaffen dem 'Biopic' aber eine Vielschichtigkeit und Dynamik, die einen vitalen Kontrast zu den kammerspielhaften Szenen im Weißen Haus setzen.

Cinema 02/1996: Statt des erwarteten Massakers erleben wir das differenzierte Psychogramm eines Ungeliebten, der als außenpolitischer Visionär in die Geschichte eingehen wollte, innenpolitisch durch 'einen drittklassigen Einbruch' stürzte und wie der Held einer griechischen Tragödie an seinen Charakterabgründen scheiterte.

Der Spiegel: Hollywood versucht sich in Vergangenheitsbewältigung - mit einem grandiosen Film über den einzigen Präsidenten, der mit Schimpf und Schande das Weiße Haus verlassen mußte: Richard Nixon. Handwerklich erstklassiges Dreieinhalbstunden-Porträt.


SzenenfotoOscar ®

Oscar-Nominierung für 1995 für John Williams (Musik-Drama)
Oscar-Nominierung für 1995 für Anthony Hopkins (Hauptdarsteller)
Oscar-Nominierung für 1995 für Joan Allen (Nebendarstellerin)
Oscar-Nominierung für 1995 für Stephen J. Rivele, Christopher Wilkinson, Oliver Stone (Original-Drehbuch)


SzenenfotoBemerkungen

"Wir schreiben ein Jahr nach seinem Tod", sagte Oliver Stone über seine Gründe, diesen Film zu machen, "und Nixon ist immer noch eine der faszinierendsten und frustrierendsten Figuren der amerikanischen Geschichte des 20. Jahrhunderts."

Dirk Jasper FilmLexikon
© 1996 Buena Vista © 1994 - 2010 Dirk Jasper