Marnie

• Inhalt • Darsteller, Regie, Stab • Filmkritiken • Bemerkungen •

Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Marnie
Titel USA: Marnie
Genre: Melodram
Farbe, USA, 1964, FSK 16

Kino Deutschland: 1964-09-17
Laufzeit Kino: 130 Minuten
Kinoverleih D:



Szenenfoto Der reiche Verleger Mark Rutland erhält die Bewerbung einer bildhübschen jungen Frau. Trotz neuer Frisur und Haarfarbe erkennt er rasch, dass es sich um jene Marnie Edgar handelt, die seinen Geschäftsfreund Strutt vor kurzem um fast 10.000 Dollar erleichtert hat. Dennoch stellt er die Diebin ein.

Als Marnie auch seinen Safe knackt, steht er wenig später in ihrem Refugium, einem entlegenen Stall, in dem sie ein Pferd hält. Mark, der sich in die schöne Frau verliebt hat, stellt sie vor die Alternative: Heirat oder Polizei.

Sie heiraten. Und Mark bleibt verständnisvoll, selbst als Marnie auf der Hochzeitsreise seine Umarmungen nicht ertragen kann und sogar einen Selbstmordversuch unternimmt. Im weiteren hat die geheimnisvolle Frau eine unerklärliche Angst vor der Farbe Rot und vor Gewittern. Auf einer Fuchsjagd kommt es deswegen zu einem Unfall, dem ihr geliebtes Pferd zum Opfer fällt.

Als sich herausstellt, dass Marnie gar keine Waise ist, wie sie vorgibt, besuchen die beiden ihre Mutter und finden in Marnies Jugend schliesslich den Schlüssel zu ihren verbrecherischen Besonderheiten.


SzenenfotoDarsteller: Tippi Hedren (Margaret "Marnie" Edgar), Sean Connery (Mark Rutland), Diane Baker (Lil Mainwaring), Martin Gabel (Sidney Strutt), Louise Latham (Bernice Edgar), Bob Sweeney (Cousin Bob), Alan Napier (Mr.Rutland), Mariette Hartley (Susan Clabone), Edith Evanson (Rita), S. John Launer (Sam Ward), Meg Wyllie (Mrs. Turpin), Bruce Dern (Matrose), Henry Beckman (Detektiv)

Regie: Alfred Hitchcock

Stab: • Produzenten: Alfred Hitchcock für Universal Pictures • Drehbuch: Jay Presson Allen • Vorlage: Roman "Marnie" von Winston Graham • Musik: Bernard Herrmann • Kamera: Robert Burks • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Robert Boyle, George Milo • Schnitt: George Tomasini • Kostüme: Edith Head • Make Up: - • Ton: Waldon O. Watson, William Green • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Dirk Jasper FilmLexikon: Nach seinen an Schockeffekten reichen Thrillern Psycho (1960) und Die Vögel (1962) kehrte Hitchcock mit diesem "psychoanalytisch" getönten Film zu einer eher verhaltenen, nahezu betulichen Inszenierungsweise zurück. Auffallend ist die eisige, streng kalkulierte Erzähltechnik, die den Zuschauer in die Bewußtseinswelt der Heldin hineinführt, ihn aber zugleich zum distanzierten Zeugen (und zu Marks Komplizen) macht. Der ungewöhnlich besetzte Film gehört zu den besten, unverändert attraktiven Thrillern Hitchcocks.

Lexikon des internationalen Films: Vor allem hinsichtlich seines Frauenbildes überholter, auch in der Inszenierung antiquiert wirkender Hitchcock-Film mit psychoanalytischen Ambitionen, kühl und trotz seiner ausgeklügelten Farbdramaturgie weitgehend spannungslos inszeniert.

Der Spiegel 1995-49: Alfred Hitchcock bewährt sich in diesem Krimi wieder als der Magier, der aus scheinbar schönen Bildern das Entsetzen herauszaubert.


SzenenfotoBemerkungen

"Wir sind alle so oder so pervers": Nach diesem Motto liess sich Alfred Hitchock in den frühen sechziger Jahren für den Roman 'Marnie' von Winston Graham begeistern, aus dem in der Folge der gleichnamige Film entstand. Abgewandelt wird darin einmal mehr das Lieblingsthema des Regisseurs: der Identitätsverlust eines Menschen und die Gefahr, die daraus für ihn und seine Umwelt erwächst.

Als Hauptdarstellerin hätte er sich gerne Grace Kelly geholt, die damals schon Fürstin von Monaco war, aber eine Rolle unter Hitchcock durchaus akzeptiert hätte. In Monaco allerdings war man der Meinung, dass die Rolle einer Diebin einer Landesfürstin ganz und gar nicht angemessen sei. So kam das blonde Fotomodell Nathalie (Tippi) Hedren zu ihrer ersten Kinorolle, der wenig später eine weitere Hauptrolle in 'Die Vögel' folgen sollte. Ihr Partner war Sean Connery, damals als aktueller James Bond ein ebenso gefeierter wie gefragter Mann.

Das filmische Ergebnis hält bis heute die Hitchcock-Freunde in zwei Lager gespalten: Während die einen in 'Marnie' einen geschwätzigen Film ohne echte Spannung sahen, definierten ihn die andern zum mutigen, weil unkonventionellen Meisterwerk.

Dirk Jasper FilmLexikon
© 1994 - 2010 Dirk Jasper