dass Brettspiele fürchterliche Konsequenzen haben können, weiß jeder Mensch-ärgere-dich-nicht-Spieler. Aber dass die Folgen so schaurig sein können wie in Joe Johnstons Film, das wird wohl manchen Kinobesucher überraschen. Vor allem wenn er der Verleihwerbung geglaubt hat, dass "Jumanji" ein "Abenteuer für die ganze Familie" sei.
Die grausige Story, die uns hier nach einem Buch von Chris Van Allsburg aufgetischt wird, wirkt so an den Haaren herbeigezogen, dass eine Inhaltsangabe kaum lohnt. Nur soviel: Zwei Kinder finden ein magisches Brettspiel, das seine Teilnehmer nach dem Würfeln sofort in wildeste Urwaldabenteuer verstrickt. Plötzlich sitzen Affen im Kühlschrank, Löwen brüllen im Schlafzimmer, Nashörner preschen durch eine ehrwürdige Bibliothek, ein Krokodil schwimmt durch den Flur und so weiter. Unterstützt werden Judy und Peter bei dem nun folgenden Dschungelkampf im Einfamilienhaus von einem netten Erwachsenenpärchen (Robin Williams und Bonnie Hunt).
Der technisch tatsächlich beeindruckend aufgemotzte Film (der ganz zu Recht erst ab 12 Jahren freigegeben worden ist) basiert dabei auf dem Prinzip von Videospielen: Die Heldenfiguren erreichen nur die nächste höhere Ebene (sprich: "Level"), wenn sie zuvor ein Monster, einen gefährlichen Gegner oder sonst ein Untier getötet haben. Nach dem Gemetzel winkt am Schluß als Belohnung ein Happy-End. Der Spuk ist dann vorüber und schnell vergessen - und das teure Spiel verstaubt in der Ecke.