Ernst Corinth über
Jumanji
dass Brettspiele
fürchterliche Konsequenzen haben können, weiß jeder
Mensch-ärgere-dich-nicht-Spieler. Aber dass die Folgen so
schaurig sein können wie in Joe Johnstons Film, das wird wohl
manchen Kinobesucher überraschen. Vor allem wenn er der
Verleihwerbung geglaubt hat, dass "Jumanji" ein "Abenteuer für
die ganze Familie" sei.
Die grausige Story, die uns hier
nach einem Buch von Chris Van Allsburg aufgetischt wird, wirkt so
an den Haaren herbeigezogen, dass eine Inhaltsangabe kaum lohnt.
Nur soviel: Zwei Kinder finden ein magisches Brettspiel, das seine
Teilnehmer nach dem Würfeln sofort in wildeste Urwaldabenteuer
verstrickt. Plötzlich sitzen Affen im Kühlschrank,
Löwen brüllen im Schlafzimmer, Nashörner preschen
durch eine ehrwürdige Bibliothek, ein Krokodil schwimmt durch
den Flur und so weiter. Unterstützt werden Judy und Peter bei
dem nun folgenden Dschungelkampf im Einfamilienhaus von einem
netten Erwachsenenpärchen (Robin Williams und Bonnie
Hunt).
Der technisch tatsächlich
beeindruckend aufgemotzte Film (der ganz zu Recht erst ab 12 Jahren
freigegeben worden ist) basiert dabei auf dem Prinzip von
Videospielen: Die Heldenfiguren erreichen nur die nächste
höhere Ebene (sprich: "Level"), wenn sie zuvor ein Monster,
einen gefährlichen Gegner oder sonst ein Untier getötet
haben. Nach dem Gemetzel winkt am Schluß als Belohnung ein
Happy-End. Der Spuk ist dann vorüber und schnell vergessen -
und das teure Spiel verstaubt in der Ecke.
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