dass die Macht der
Männer Risse bekommen hat, ist nicht zu übersehen. Nur
Michael Mann (Regie und Drehbuch) hat es noch nicht gemerkt, oder
er ist so raffiniert, dass er uns mit "Heat" nun bewußt einen
Film vorlegt, der uns dank seiner narkotisierenden Wirkung für
kurze Zeit unsere männliche Identitätskrise vergessen
läßt. Frauen, das beweist dieses aufrechte
Macho-Endzeitdrama eindringlich, werden nie verstehen, was richtige
Männer so umtreibt. Sie stellen Ansprüche, die nicht
einlösbar sind, fordern gar Emotionen, für die
Männer keine Zeit haben - und dass richtige Kerle ständig
einsam sind und gar nicht daran denken, das schmutzige Geschirr
abzuwaschen, ist bekannt.
Doch zum Glück gibt's ja die große Männerfreundschaft. Eine auch erotische Beziehung auf Leben und Tod, wie sie in "Heat" am Beispiel des Polizisten Vincent Hanna (Al Pacino) und des Gangsters Neil McCauley (Robert De Niro) auf solch grandiose Art vorgeführt wird, dass man nicht weiß, ob man angesichts dieses völlig ungebrochenen Männerbildes nun schallend lachen oder sich davon emotional packen lassen soll. Wer sich für letzteres entscheidet, wird keine Minute des knapp dreistündigen Films bedauern. Obwohl die Story einsamer Polizist jagt einen genauso einsamen Gangster ziemlich hohl und schon hundertfach zuvor im Kino erzählt worden ist: Unter der Leitung des obercoolen McCauley plant eine Bande raffinierter Ganoven mal wieder den allerletzten Coup. Auf ihrer Spur ist jedoch mit Vincent Hanna ein ganz ausgebuffter Polizist. Dann geschieht das Unvermeidliche. Das Räuber-und-Gendarm-Spiel entwickelt sich zu einem Zweikampf, der sich schließlich in einem furiosen High-Noon-Spektakel auf dem Flughafen von Los Angeles entlädt. Am Schluß liegt einer der beiden sterbend auf der Piste. Murmelt noch ein paar nachdenkliche Worte, während der andere ihm dabei zärtlich die Hand hält. Doch bevor es zu dieser final-tödlichen Vereinigung kommt, gönnen sich McCauley und Hanna zwischendurch tatsächlich eine kurze Kaffeepause. Sie gehen in eine Kneipe, plaudern über Gott und die Welt, über Frauen und ihre Beziehungskrisen und bemerken ganz zu Recht, dass wohl einer von ihnen am Ende ins Gras beißen muß. An die andere Alternative, zusammenzuziehen und gemeinsam alt zu werden, denken die zwei leider nicht. Originell an dieser Szene, für die eine wirkliche Begebenheit als Vorbild gedient haben soll, ist nicht so sehr, dass hier zum erstenmal die Legenden des amerikanischen Kriminalfilms, Pacino und De Niro, sich auf der Kinoleinwand leibhaftig gegenüber sitzen, sondern dass Michael Mann diese publikumswirksame Chance "frecherweise" auf ein paar Minuten begrenzt hat. Aber selbst in dieser kurzen Zeit spielen die Hollywood-Giganten all das aus, was sie als Akteure berühmt gemacht hat: Ein schönes und spannendes Schauspielerduell aus knappen Blicken, angedeuteten Lächeln und kleinsten Gesten. Doch kaum ist der Kaffee
ausgetrunken, rufen schon wieder der Job, die Straße und das
wilde schmutzige Männerleben. dass die Frauen dafür kein
Verständnis haben, ist zwar schade. Aber schließlich
haben sie auch was anderes zu tun. Einer muß ja den Abwasch
erledigen.
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dass die Macht der
Männer Risse bekommen hat, ist nicht zu übersehen. Nur
Michael Mann (Regie und Drehbuch) hat es noch nicht gemerkt, oder
er ist so raffiniert, dass er uns mit "Heat" nun bewußt einen
Film vorlegt, der uns dank seiner narkotisierenden Wirkung für
kurze Zeit unsere männliche Identitätskrise vergessen
läßt. Frauen, das beweist dieses aufrechte
Macho-Endzeitdrama eindringlich, werden nie verstehen, was richtige
Männer so umtreibt. Sie stellen Ansprüche, die nicht
einlösbar sind, fordern gar Emotionen, für die
Männer keine Zeit haben - und dass richtige Kerle ständig
einsam sind und gar nicht daran denken, das schmutzige Geschirr
abzuwaschen, ist bekannt.