Die
Veröffentlichung dieses Streifens in unserem Lande steht
leider unter keinem guten Stern, da zum einen bei diesen
sommerlichen Temperaturen sich wohl wenige in die engen, muffigen
Räume eines Kino ihres Vertrauens begeben werden und zum
anderen - was wichtiger sein dürfte - der Film in den USA an
den Kinokassen erbärmlich geflopt ist: Die Produktionsfirma
Carolco von Mario Kassar die uns einige der tollsten Action-Filme
(von "Rambo" bis "Terminator") brachte, ging Ende letzten Jahres
nicht zuletzt wegen dieses Streifens in die Pleite. Der Film lief
in den USA schon vor einem guten Jahr und kommt nun endlich auf
unsere hiesigen Leinwände ...
Die 90 Millionen Dollar Produktion (die in den USA knapp ein Drittel ihrer Kosten einspielte) hatte sich ein schweres Ziel vorgenommen: sie wollte ein altes Genre wiederbeleben. Was einst "Young Guns" für den Western und Costners "Robin Hood" für den Ritterfilm vollbrachten, wollte "Die Piratenbraut" (im Original: "Cutthroat Island") für die Piratenfilme tun. So ist halt auch die Handlung altbekannt: Es existiert ein sagenhafter Schatz auf einer Insel namens "Cutthroat Island", deren Lage nur auf einer Schatzkarte zu finden ist. Dummerweise ist diese Karte in 3 Stücke aufgeteilt worden. Ein Stück fällt nach dem Tod ihres Vaters in die Hände von Morgan Adams (Geena Davis), die mitsamt der Karte auch noch das Kommando über ihres Vaters Piratenschiff erhält. Also segelt sie los, um den riesigen Schatz zu bergen. Die anderen beiden Stücke haben die Brüder ihres Vaters - jedoch bedeutete Familienbande damals noch etwas anderes... Doch eine andere Hürde ist auch schon in Sicht: der Text auf der Karte ist in Latein verfaßt. Tja, und da man damals schon von Glück reden konnte, wenn man des Schreibens und Lesens der eigenen Sprache mächtig war, konnte keiner der Mannschaft die tote Sprache. Flugs wurde also auf einem Sklavenmarkt der Trickbetrüger Shaw (Matthew Modine) gekauft, um die Karte zu übersetzen. Unglücklicherweise sind die Königliche Armee und Morgans Onkel Dawg Brown (Frank Langella) auch hinter diesem Schatz her. Mehr soll hier von der Geschichte nicht verraten werden, da noch zahlreiche Wendungen auf den Zuschauer warten. So - schreiten wir nun zu den Kritikpunkten: So zahlreich die Wendungen auch sein mögen... von der ersten bis zur letzten der 124 Minuten ist auch wirklich jede Handlung vorhersehbar. Wirklich Überraschendes gibt es im Prinzip nicht. Zweiter Kritikpunkt: Der Film ist Marke 0-8/15. Coole Sprüche, jede Menge Action - leicht verdaulich. Aber - was soll's? Ich habe mich in den 2 Stunden gut unterhalten lassen. Keine langweilige Minute kam auf, da die Handlung immer in Fahrt war. Keine unnötig kitschigen Romanzen, keine tonnenschweren Dialoge ... Das dürfte zum Großteil dem Regisseur und Exil-Finnen Renny Harlin zu verdanken sein, der sein Talent schon mit "Cliffhanger" und "Die Hard 2" unter Beweis stellte. Purer Mainstream eben. Bemerkenswert an diesem Film fand ich die wirklich schön fotografierten Szenen, die den Film sehr episch wirken lassen ... Echt sehenswert sind die bis ins kleinste Detail durchchoreographierten Action-Szenen. Egal ob die beiden Helden in einer Kutsche entlang dem Hafen fliehen und eine Galeone mit Kanonen auf sie schießt, lange aufregende Fechtszenen ausgefochten werden oder eine Seeschlacht stattfindet - sie sind einfach grandios und brauchen sich nicht hinter den "anderen großen Action-Filmen" zu verstecken. In Verbindung mit den wirklich hervorragenden Special Effects ein wahres Erlebnis. Nebenbei kommt auch der Witz nicht zu kurz, da sich Morgan und Shaw anfangs nicht besonders mögen. Renny Harlin hat zur allgemeinen Erheiterung sogar eine Action-Szene eines seiner alten Filme kopiert - Cliffhanger in der Karibik. ´ Von der Ausstattung her gibt es bei diesem Film auch nichts zu meckern: Zwei seetaugliche Schiffe von 40 Metern Länge wurden gebaut und vor der malerischen Küste Maltas gefilmt. Für die Aufnahmen der Schatzinsel wählte man die nicht weniger schöne Kulisse Thailands in der Nähe von Puket. Um die Schiffe nicht bis dorthin transportieren zu müssen wurden sie flugs in einer Werft in Jakkarta 1:1 nachgebaut - das hohe Budget dürfte somit erklärt sein. Kurz und gut, wenn man sich bei
dem Wetter ins Kino traut, kann ich "Die Piratenbraut" für 2
Stunden pure Unterhaltung ohne Tiefgang empfehlen.
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Die
Veröffentlichung dieses Streifens in unserem Lande steht
leider unter keinem guten Stern, da zum einen bei diesen
sommerlichen Temperaturen sich wohl wenige in die engen, muffigen
Räume eines Kino ihres Vertrauens begeben werden und zum
anderen - was wichtiger sein dürfte - der Film in den USA an
den Kinokassen erbärmlich geflopt ist: Die Produktionsfirma
Carolco von Mario Kassar die uns einige der tollsten Action-Filme
(von "Rambo" bis "Terminator") brachte, ging Ende letzten Jahres
nicht zuletzt wegen dieses Streifens in die Pleite. Der Film lief
in den USA schon vor einem guten Jahr und kommt nun endlich auf
unsere hiesigen Leinwände ...