Die Menschen mögen Ben Sanderson, keine
Frage. Aber sie können ihn und seinen andauernden Suff und die
Exzesse in Bars und mit Huren nicht mehr ertragen. So verliert Ben
zuerst seine Frau, dann wenden sich seine Freunde von ihm ab. Es
ist nicht gut, in Hollywood mit einem Loser gesehen zu werden.
Nicht lange, und die Produktionsfirma feuert ihren stets
volltrunkenen, einst so vielversprechenden
Drehbuchautor.
Mit einem großzügigen Abfindungsscheck steht Ben Sanderson auf der Straße. Zielstrebig geht der Säufer sein weiteres Schicksal an. Er löst seinen Hausstand auf, verbrennt alle persönlichen Papiere, sogar den Paß und die Kreditkarten. Ben Sanderson fährt in seinem BMW, noch mit reichlich Bargeld ausgestattet, seinem Sonnenuntergang entgegen. Er will nach Las Vegas. Dorthin, wo sich die Karussells rund um die Uhr drehen, die Neonlichter ewig brennen und keine Sperrstunde den Sprithahn zudreht. Dort, wo Dealer, Stricher und hartgesottene Spieler den Lebensrhythmus bestimmen, will sich Ben Sanderson zu Tode saufen.
Ihre erste Begegnung ist Zufall. Die zweite professioneller Natur. Für 500 Dollar verbringt sie die Nacht mit ihm, hört seinen Reden zu und leistet ihm beim Saufen Gesellschaft. Ein angefangener Blow-Job ist das Einzige, was in Sachen Sex abläuft. Yuri ist außer sich, zu wenig Kohle. Aber er verzichtet darauf, ihr das Fleisch zu zerschneiden, wie er es früher häufig tat, wenn sie nicht perfekt funktionierte. Während Yuri zunehmend Ärger mit der Russenmafia bekommt, sucht Sera ihrerseits Troubles. Sie kann den witzigen, warmherzigen Säufer nicht vergessen und beginnt ihn zu suchen. Ihre dritte Verabredung ist privater Natur. Erst am frühen Morgen kommt sie zu Yuri zurück. Der ist am Boden zerstört. Er weiß, dass er gejagt wird und sieht keinen Ausweg mehr. Er schickt Sera fort. Noch auf dem Hotelflur begegnet sie den Killern ... So kommen Sera und Ben enger zusammen. Sie überredet ihn, zu ihr zu ziehen, und widerwillig läßt er sich darauf ein. Seine Bedingung: Niemals dürfe sie von ihm verlangen, mit dem Trinken aufzuhören! Sehendes Auges akzeptiert Sera, dass sie einen zum Untergang verdammten Mann an ihrer Seite hat. Gemeinsam ziehen sie durch die Nächte am Rande des Wahnsinns. Es ist ein verzweifeltes Leben, das bei dem Irrsinns-Tanz auf der Rasierklinge zunehmend aus den Fugen gerät. Ben ist in seinem Suff kaum mehr zu kontrollieren.
Ben irrt durch die Nacht, geführt von dem wohl rührendsten Geschenk, das ihm jemals gemacht wurde: ein Flachmann aus blitzendem Silber. Und Sera fällt Freiern in die Hände, die puren Sex mit unkontrollierter Gewalt verwechseln. Halbtot geschlagen und vergewaltigt kann sie sich nach Hause retten. Noch einmal kommen die verzweifelten
Liebenden zusammen, ein letztes Wiedersehen ... in einem
schäbigen Motel, bevor sich das Schicksal
erfüllt. Darsteller: Nicolas
Cage (Ben Sanderson), Elisabeth Shue (Sera),
Julian Sands (Yuri), Richard Lewis (Peter), Steven Weber (Marc
Nussbaum), Kim Adams (Sheila), Emily Procter (Debbie), Stuart Regen
(Mann an der Bar), Valeria Golino (Terri), Al Henderson (Mann an
der Strip-Bar), Shashi Bhatia (Latino-Hure), Lou Rawls
(Taxifahrer), Danny
Huston (Barmann)
Regie: Mike Figgis Stab: • Produzenten:
Lila Cazes, Anne Stewart für Initial Productions / Lumiere
Pictures • Drehbuch: Mike Figgis • Vorlage: Roman "Leaving Las Vegas" von
John O'Brien • Filmmusik: Mike Figgis • Kamera:
Declan Quinn • Spezialeffekte: William Harrison •
Ausstattung: Waldemar Kalinowski
• Schnitt: John Smith • Kostüme: Laura Goldsmith
• Make Up: Kathryn Bihr • Ton: - •
Toneffektschnitt: - • Stunts: Russel Towery (Koordinator)
• Filmkritiken
Lexikon des internationalen Films: Eine unbeschönigte Bestandsaufnahme menschlicher Leidens- und Liebesfähigkeit, in der sich Dokumentation und Poesie zu einer ebenso deprimierenden wie beunruhigenden Beschreibung existentieller Grenzsituationen treffen. In seiner kompromißlosen Konsequenz für manchen Zuschauer ein sicher schwer erträglicher Film, der sich moralischer Kategorisierung verweigert und statt dessen zur Reflexion über individuelle Schicksale einlädt. - Sehenswert. Playboy 1996-05: Ohne dramaturgische Entgleisungen hält Figgis die Balance zwischen berührenden und heiteren Passagen, zwischen Abgebrühtheit (...) und Verletzlichkeit. In einer Welt voll abgenutzter, entwerteter Begriffe ist Liebe hier nicht nur ein Wort, sondern eine Qualität, eine positive Fusion zweier negativ aufgeladener Seelen. Cinema 05/1996: Der
Säufer und das Mädchen: Nicolas Cage und Elisabeth Shue
verkörpern in Mike Figgis' knüppelharten Alkoholikerdrama
das faszinierendste Liebespaar des Jahres. Oscar ®
Oscar für 1995 für Nicolas Cage (Hauptdarsteller) Oscar-Nominierung für 1995
für Elisabeth Shue (Hauptdarstellerin) Bemerkungen
'Leaving Las Vegas' entstand nach dem autobiographischen Roman von John O'Brien, der sich zwei Wochen vor Drehbeginn das Leben nahm. Eine ganze Reihe Prominenter spielen
kleine Statistenrollen: Regisseur Mike Figgis und Ed Lauter als
Mafia-Gangster, der Regisseur Danny Huston und der Musiker Julian
Lennon als Barkeeper, Regisseur Bob Rafelson als Mann im
Einkaufscenter; Action Star R. Lee Ermey, das Model Carey Lowell,
Regisseur Vincent Ward, außerdem Laurie Metcalf, Marc Coppola,
Xander Berkeley, Tracy Thorne und Gordon Michaels.
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Die Menschen mögen Ben Sanderson, keine
Frage. Aber sie können ihn und seinen andauernden Suff und die
Exzesse in Bars und mit Huren nicht mehr ertragen. So verliert Ben
zuerst seine Frau, dann wenden sich seine Freunde von ihm ab. Es
ist nicht gut, in Hollywood mit einem Loser gesehen zu werden.
Nicht lange, und die Produktionsfirma feuert ihren stets
volltrunkenen, einst so vielversprechenden
Drehbuchautor.
Er
mietet sich nahe des Strips in einem billigen Motel ein. Schon bald
läuft er einer weiteren einsamen Seele über den Weg:
Sera, eine blonde Hure, die für den trickreichen Newcomer Yuri
aus Lettland die Dollars anschafft. Sera ist ein Naturtalent, eine
Koryphäe in ihrem Job. Sie weiß, was Männer brauchen
und was ihnen Spaß macht. Der versoffene Ben wird ihr
Schicksal.
Obwohl sie einander brauchen und sich hemmungslos lieben, ist der
Eklat nicht abzuwenden. Wieder volltrunken schleppt Ben eine Nutte
in ihre gemeinsame Wohnung, während Sera Geld anschafft. Als
sie die Frau bei Ben erwischt, wirft sie beide raus. Damit scheint
ihrer beider Glückssträhne endgültig am
Ende.
Darsteller:
Filmkritiken
Oscar ®
Bemerkungen