Leaving Las Vegas

• Inhalt • Darsteller, Regie, Stab • Filmkritiken • Oscar ® • Bemerkungen •

Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Leaving Las Vegas
Titel USA: Leaving Las Vegas
Genre: Drama
Farbe, USA, Frankreich 1995, FSK 16

Kino Deutschland: 1996-05-09
Laufzeit Kino: 110 Minuten
Kinoverleih D: Filmwelt-Prokino

Videocover
Videocover Video Deutschland: 1996-11-07
Laufzeit Video: 111 Minuten
Anbieter: VPS


Szenenfoto Die Menschen mögen Ben Sanderson, keine Frage. Aber sie können ihn und seinen andauernden Suff und die Exzesse in Bars und mit Huren nicht mehr ertragen. So verliert Ben zuerst seine Frau, dann wenden sich seine Freunde von ihm ab. Es ist nicht gut, in Hollywood mit einem Loser gesehen zu werden. Nicht lange, und die Produktionsfirma feuert ihren stets volltrunkenen, einst so vielversprechenden Drehbuchautor.

Mit einem großzügigen Abfindungsscheck steht Ben Sanderson auf der Straße. Zielstrebig geht der Säufer sein weiteres Schicksal an. Er löst seinen Hausstand auf, verbrennt alle persönlichen Papiere, sogar den Paß und die Kreditkarten. Ben Sanderson fährt in seinem BMW, noch mit reichlich Bargeld ausgestattet, seinem Sonnenuntergang entgegen.

Er will nach Las Vegas. Dorthin, wo sich die Karussells rund um die Uhr drehen, die Neonlichter ewig brennen und keine Sperrstunde den Sprithahn zudreht. Dort, wo Dealer, Stricher und hartgesottene Spieler den Lebensrhythmus bestimmen, will sich Ben Sanderson zu Tode saufen.

Szenenfoto Er mietet sich nahe des Strips in einem billigen Motel ein. Schon bald läuft er einer weiteren einsamen Seele über den Weg: Sera, eine blonde Hure, die für den trickreichen Newcomer Yuri aus Lettland die Dollars anschafft. Sera ist ein Naturtalent, eine Koryphäe in ihrem Job. Sie weiß, was Männer brauchen und was ihnen Spaß macht. Der versoffene Ben wird ihr Schicksal.

Ihre erste Begegnung ist Zufall. Die zweite professioneller Natur. Für 500 Dollar verbringt sie die Nacht mit ihm, hört seinen Reden zu und leistet ihm beim Saufen Gesellschaft. Ein angefangener Blow-Job ist das Einzige, was in Sachen Sex abläuft. Yuri ist außer sich, zu wenig Kohle. Aber er verzichtet darauf, ihr das Fleisch zu zerschneiden, wie er es früher häufig tat, wenn sie nicht perfekt funktionierte.

Während Yuri zunehmend Ärger mit der Russenmafia bekommt, sucht Sera ihrerseits Troubles. Sie kann den witzigen, warmherzigen Säufer nicht vergessen und beginnt ihn zu suchen. Ihre dritte Verabredung ist privater Natur. Erst am frühen Morgen kommt sie zu Yuri zurück. Der ist am Boden zerstört. Er weiß, dass er gejagt wird und sieht keinen Ausweg mehr. Er schickt Sera fort. Noch auf dem Hotelflur begegnet sie den Killern ...

So kommen Sera und Ben enger zusammen. Sie überredet ihn, zu ihr zu ziehen, und widerwillig läßt er sich darauf ein. Seine Bedingung: Niemals dürfe sie von ihm verlangen, mit dem Trinken aufzuhören! Sehendes Auges akzeptiert Sera, dass sie einen zum Untergang verdammten Mann an ihrer Seite hat. Gemeinsam ziehen sie durch die Nächte am Rande des Wahnsinns. Es ist ein verzweifeltes Leben, das bei dem Irrsinns-Tanz auf der Rasierklinge zunehmend aus den Fugen gerät. Ben ist in seinem Suff kaum mehr zu kontrollieren.

Szenenfoto Obwohl sie einander brauchen und sich hemmungslos lieben, ist der Eklat nicht abzuwenden. Wieder volltrunken schleppt Ben eine Nutte in ihre gemeinsame Wohnung, während Sera Geld anschafft. Als sie die Frau bei Ben erwischt, wirft sie beide raus. Damit scheint ihrer beider Glückssträhne endgültig am Ende.

Ben irrt durch die Nacht, geführt von dem wohl rührendsten Geschenk, das ihm jemals gemacht wurde: ein Flachmann aus blitzendem Silber. Und Sera fällt Freiern in die Hände, die puren Sex mit unkontrollierter Gewalt verwechseln. Halbtot geschlagen und vergewaltigt kann sie sich nach Hause retten.

Noch einmal kommen die verzweifelten Liebenden zusammen, ein letztes Wiedersehen ... in einem schäbigen Motel, bevor sich das Schicksal erfüllt.


SzenenfotoDarsteller: Nicolas Cage (Ben Sanderson), Elisabeth Shue (Sera), Julian Sands (Yuri), Richard Lewis (Peter), Steven Weber (Marc Nussbaum), Kim Adams (Sheila), Emily Procter (Debbie), Stuart Regen (Mann an der Bar), Valeria Golino (Terri), Al Henderson (Mann an der Strip-Bar), Shashi Bhatia (Latino-Hure), Lou Rawls (Taxifahrer), Danny Huston (Barmann)

Regie: Mike Figgis

Stab: • Produzenten: Lila Cazes, Anne Stewart für Initial Productions / Lumiere Pictures • Drehbuch: Mike Figgis • Vorlage: Roman "Leaving Las Vegas" von John O'Brien • Filmmusik: Mike Figgis • Kamera: Declan Quinn • Spezialeffekte: William Harrison • Ausstattung: Waldemar Kalinowski • Schnitt: John Smith • Kostüme: Laura Goldsmith • Make Up: Kathryn Bihr • Ton: - • Toneffektschnitt: - • Stunts: Russel Towery (Koordinator) •


SzenenfotoFilmkritiken

Filmkritik von Rolf Spiess

Lexikon des internationalen Films: Eine unbeschönigte Bestandsaufnahme menschlicher Leidens- und Liebesfähigkeit, in der sich Dokumentation und Poesie zu einer ebenso deprimierenden wie beunruhigenden Beschreibung existentieller Grenzsituationen treffen. In seiner kompromißlosen Konsequenz für manchen Zuschauer ein sicher schwer erträglicher Film, der sich moralischer Kategorisierung verweigert und statt dessen zur Reflexion über individuelle Schicksale einlädt. - Sehenswert.

Playboy 1996-05: Ohne dramaturgische Entgleisungen hält Figgis die Balance zwischen berührenden und heiteren Passagen, zwischen Abgebrühtheit (...) und Verletzlichkeit. In einer Welt voll abgenutzter, entwerteter Begriffe ist Liebe hier nicht nur ein Wort, sondern eine Qualität, eine positive Fusion zweier negativ aufgeladener Seelen.

Cinema 05/1996: Der Säufer und das Mädchen: Nicolas Cage und Elisabeth Shue verkörpern in Mike Figgis' knüppelharten Alkoholikerdrama das faszinierendste Liebespaar des Jahres.


Oscar ®Oscar ®

Oscar für 1995 für Nicolas Cage (Hauptdarsteller)

Oscar-Nominierung für 1995 für Elisabeth Shue (Hauptdarstellerin)
Oscar-Nominierung für 1995 für Mike Figgis (Regie)
Oscar-Nominierung für 1995 für Mike Figgis (Drehbuch-Adaption)


SzenenfotoBemerkungen

'Leaving Las Vegas' entstand nach dem autobiographischen Roman von John O'Brien, der sich zwei Wochen vor Drehbeginn das Leben nahm.

Eine ganze Reihe Prominenter spielen kleine Statistenrollen: Regisseur Mike Figgis und Ed Lauter als Mafia-Gangster, der Regisseur Danny Huston und der Musiker Julian Lennon als Barkeeper, Regisseur Bob Rafelson als Mann im Einkaufscenter; Action Star R. Lee Ermey, das Model Carey Lowell, Regisseur Vincent Ward, außerdem Laurie Metcalf, Marc Coppola, Xander Berkeley, Tracy Thorne und Gordon Michaels.

Dirk Jasper FilmLexikon
© AMPAS © 1996 Filmwelt-Prokino © 1997 VPS Video © 1994 - 2010 Dirk Jasper