Susan Sarandon
(Schwester Helen Prejean), Sean Penn (Matthew Poncelet), Robert
Prosky (Hilton Barber), Raymond J. Barry (Earl Delacroix), R. Lee
Ermey (Clyde Percy), Celia Weston (Mary Beth Percy), Scott Wilson
(Gefängnispfarrer)
Man könnte leicht in Versuchung geraten, diesen Film als den einzuordnen, als der er angekündigt wird: als einen Film über einen wandelnden Toten, über den Tod und über das Sterben. Ich denke jedoch, dass dieser Film in Wahrheit ein Film über das Leben oder das Leben VOR dem Tod. Matthew Poncelet, verkörpert von Sean Penn, einem der herausragendsten Schauspieler seiner Generation, wartet seit sechs Jahren in der Todeszelle auf seine Hinrichtung. Verurteilt wegen gemeinschaftlichen Mordes und Vergewaltigung an zwei Jugendlichen wendet er sich schließlich, während ihm die Gewißheit seiner Hinrichtung immer bewußter wird, an Schwester Helen Prejean (Susan Sarandon), die ihm helfen soll, seinen Fall noch einmal aufzurollen, ein "Schlupfloch" zu finden. Schwester Helen, die sich schon als Jugendliche zu einem Leben als Nonne entschieden hat und nun in den Armenvierteln der Stadt tätig, besucht Poncelet ihm Gefängnis und ein faszinierender Aspekt dieses Filmes ist eben auch, wie sich zwei Menschen, die ihrem Leben so grundlegend verschiedene Entscheidungen darüber getroffen haben, wie ihr Leben aussehen soll, sich letztendlich doch gegenüber sitzen und sich gegenseitig in dem unterrichten, was wir alle hier zu lernen haben: über die Liebe. Poncelet wird schnell klar, dass es so oder so nur einen Ausweg für ihn gibt: er muß die Verantwortung für das übernehmen, was er getan hat, denn Schwester Helen hat seine Spielchen und Ausreden, mit denen Matt sich zu drücken versucht, sehr schnell durchschaut und wie es Matthew Poncelet schließlich selbst ausdrückt: "Das paßt zu mir, dass ich erst sterben muß, um die Liebe zu erleben". Er hätte es auch einfacher haben können und so wird deutlich, dass das Leben ein ständiges Geben und Nehmen ist. Anders ausgedrückt: Jeder bekommt das, was er gibt. Poncelet hatte sich an einem Punkt seines Lebens entschieden, so zu handeln, wie er handeln mußte und steht nun den Konsequenzen gegenüber. Und es wird klar: Gleichgültig, wie die Entscheidung fällt, der Weg mündet auf eine Art immer in die Liebe. Susan Sarandon als Schwester Helen Prejean ist sein Rettungsanker, mit dem es Matt doch noch, wenn auch erst am Ende seines Lebens, gelingt, der Liebe ins Gesicht zu sehen: der Liebe zu sich selbst, in dem er die Verantwortung für seine Tat übernimmt, zu seiner Familie und sogar zu den Hinterbliebenen seiner Opfer. Er ist selbst kein Opfer mehr. Es ist Tim Robbins in seiner
zweiten Regiearbeit nach "Bob Roberts" auf großartige Art und
Weise gelungen, einen Film über Seele und von großer
spiritueller und philosophischer Tragweite zu schaffen. Gekroent
von ueberragenden schauspielerischen Leistungen, auch in den
Nebenrollen, kann man ihm nur dazu gratulieren, dass es ihm
gelungen ist, das diffizile und sehr kontrovers diskutierte Thema
der Todesstrafe in dieser Tiefe und ohne Effekthascherei behandelt
zu haben.
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Susan Sarandon
(Schwester Helen Prejean), Sean Penn (Matthew Poncelet), Robert
Prosky (Hilton Barber), Raymond J. Barry (Earl Delacroix), R. Lee
Ermey (Clyde Percy), Celia Weston (Mary Beth Percy), Scott Wilson
(Gefängnispfarrer)