Zum Glück
gibt's die russische Mafia. Sie ist brutal bis zum Abwinken, hat
gleichwohl Seele - komm Brüderchen, trink einen Wodka! - und
ist vor allem überall präsent: Im Fernsehen, im Kino und
manchmal sogar im Leben. dass (fast) alle Drehbuchautoren dabei
immer wieder die gleichen Klischees verwenden, läßt sich
als Gesetz der Serie wohl nicht ändern, sorgt aber immerhin
für unfreiwilligen Humor.
In "Nur aus Liebe" jedenfalls geht's gewohnt russisch zu. Heinz Hoenig führt, routiniert wie immer, gleich zu Anfang drei radebrechende Bilderbuchmafiosi irgendwo in Rußland in irgendeine Plutoniumfabrik, läßt metzeln und meucheln und klaut eine simple Thermoskanne. Doch die hat's in sich. Genauer gesagt dient sie als Behältnis für radioaktives Cäsium, das via Polen und Berlin an böse Iraker, die bekanntlich genauso gemein sind wie Russen, verkauft werden soll. Aber Hoenig alias Jewgenij hat seine Rechnung ohne sein geliebtes Brüderchen Aleksj gemacht. Dieser irgendwie doch grundanständige Mafiosi will nämlich aussteigen und benötigt dafür noch etwas Kleingeld (2,5 Millionen Mark) und einen deutschen Paß. Nun endlich kommt Katja Riemann ins Spiel. Als Berliner Taxifahrerin Ella lernt sie zufällig Aleksj kennen, lieben und verwandelt sich auf wundersame Weise in eine waschechte (und überzeugende!) Pistolenlady, die am Schluß gekonnt eine ganze Riege an Spießgesellen aufs Kreuz legt. In Wirklichkeit ist der Plot natürlich noch viel komplizierter und blödsinniger. Wer jedoch in einem Actionfilm eine sinnvoll erzählte Geschichte erwartet, der hat sich von vornherein im Genre geirrt und vermutlich noch nie einen Film mit Bruce Willis gesehen. Zwar wirkt in Dennis Satins Kinodebüt, im Vergleich zu den US-Vorbildern, alles mindestens eine Nummer kleiner (und ein wenig langsamer), schließlich hat der Regisseur nur etwa 5 Millionen Mark (die normale Gage für einen einzigen Hollywoodstar) zur Verfügung gehabt, aber mit den "bescheidenen" Mitteln hat er einiges auf die Beine gestellt. Satins "Nur aus Liebe" besitzt
genug Spannung, ein paar nette Gags, ein richtig fesselndes Finale.
Und ein schönes Liebespaar: Katja Riemann, die dabei endlich
mal aus der Rolle als verhuscht quasselnde Blondine mit Beziehungs-
und noch schlimmeren Schminkproblemen herausschlüpfen darf,
wirkt im Zusammenspiel mit dem geheimnisvoll, also "original
russisch" agierenden Hannes Jaenicke wesentlich erotischer als in
ihren bisherigen Filmerfolgen. Schnell geht's, angenehm wortkarg,
zur Sache: im Bett, unter der Dusche und mit der Pistole im
Anschlag. Brüderchen, was willst du eigentlich
mehr!?
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Zum Glück
gibt's die russische Mafia. Sie ist brutal bis zum Abwinken, hat
gleichwohl Seele - komm Brüderchen, trink einen Wodka! - und
ist vor allem überall präsent: Im Fernsehen, im Kino und
manchmal sogar im Leben. dass (fast) alle Drehbuchautoren dabei
immer wieder die gleichen Klischees verwenden, läßt sich
als Gesetz der Serie wohl nicht ändern, sorgt aber immerhin
für unfreiwilligen Humor.