Thomas Neumaier über Das Leben nach dem Tod in Denver

Andy Garcia (Jimmy der Heilige), Christopher Walken (Der Mann mit dem Plan), Gabrielle Anwar (Dagney), William Forsythe (Franchise), Treat Williams (Critical Bill), Christopher Lloyd (Pieces), Bill Nunn (Easy Wind), Jack Warden (Joe Heff), Steve Buscemi (Mister Shhh), Fairuza Balk (Lucinda)

Jimmy, ehemaliger Gangster, hat sich mit einem Video-Service selbständig gemacht, durch den Todkranke ihren Verwandten und Liebsten Nachrichten hinterlassen können. Das Startkapital dazu hat ihm Der Mann mit dem Plan vorgestreckt, sinistrer und skrupelloser Boss der Unterwelt Denvers, der sein Imperium als vom Hals abwärts gelähmter Zyniker aus einem mittels Atemdruck gesteuerten Rollstuhl regiert.

Die Geschäfte laufen schlecht und so sieht sich Jimmy gezwungen, einen letzten Auftrag für D.M.m.d.P. anzunehmen. Dieser verspricht ihm dafür auch den Erlaß sämtlicher Schulden.

Zur Unterstützung stellt sich Jimmy eine wahrlich illustre und skurrile Truppe mit Gefährten aus alten Tagen zusammen. Als da wären Critical Bill (Treat Williams), Angestellter eines Bestattungsunternehmens, der seine nervöse Energie an zu Punchingbällen umfunktionierten Leichen abreagiert. Und Pieces, den leprakranken Filmvorführer in einem Pornokino, dem Stück für Stück die Gliedmassen abhanden kommen. Die anderen beiden, Easy Wind (Bill Nunn) und Franchise (William Forsythe), sind da eher Durchschnitt.

Es überrascht dann auch kaum, dass das Unternehmen gründlich mißlingt, worüber D.M.m.d.P. sehr enttäuscht ist. Er engagiert einen schweigsamen, jedoch höchst effektiven Killer (Mr. Shhh) und Jimmy und seine Kumpane finden sich als zum Abschuß freigegeben wieder.

48 Stunden bleiben Jimmy, um seine Angelegenheiten zu regeln. Er muß sich von Dagney (Gabrielle Anwar), mit der ihn eine romantische, jedoch aussichtslose Liebe verbindet, verabschieden und Lucinda (Fairuza Balk), einer Prostituierten, über die er seine schützende Hand hält, noch schnell ein Kind machen. In einem lichten Augenblick hatte sie ihm offenbart, dem Strich den Rücken kehren und auf Masseurin umschulen zu wollen, wobei ihr die Aussicht auf ein Kind den Ausstieg erleichtern würde. Jimmy mit seinem knackigen Arsch wäre da ihrer Meinung nach gerade der richtige Vater.

Zum Schluß finden sich die alten Kumpel zum Leben nach dem Tod in Denver in ruhigeren Gefilden wiedervereinigt. Ihren wohlverdienten Urlaub vom Diesseits genießen sie gemäß ihrem alten Knastgruß "Schiff ahoi" auf einer luxuriösen Yacht.

Vieles an diesem Film erinnert an die Handschrift Quentin Tarantinos. Die locker coolen Dialoge, die piktoresken Charaktere und nicht zuletzt der trockene Humor, wenn es ans gewaltsame Abtreten aus dieser Welt geht. Wer sich mit diesem Stil angefreundet hat, kann sicher einen vergnüglichen Kinobesuch erleben.

Dirk Jasper FilmLexikon
© 1996 Thomas Neumaier © 1999 Next Step Mediendienste GmbH