Der dritte Frühling

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Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Der dritte Frühling
Titel USA: Grumpier Old Men
Genre: Komödie
Farbe, USA, 1995, FSK 6

Kino Deutschland: 1996-05-02
Laufzeit Kino: 97 Minuten
Kinoverleih D: Warner Bros.

Videocover
Videocover Video Deutschland: 1996-11-29
Kaufkassette: 1997-06-06
Laufzeit Video: 97 Minuten
Anbieter: Warner Home Video


Szenenfoto In Wabasha, Minnesota, herrscht Frühling. John Gustafson hat seine Traumfrau Ariel vor einem halben Jahr geheiratet und ist der glücklichste Mann der Welt. Seine Tochter Melanie lebt mit ihrem Jacob zusammen, und die beiden planen ihre bevorstehende Hochzeit. Nur Jacobs Vater Max Goldman lebt nach wie vor allein in seinem Haus mit seinen drei Fernsehern und legt auch großen Wert darauf, dass sich nichts ändert.

Auf dem Indian-Slough-See, dem Anglerparadies, für das und auf dem Max und John leben, ist das Eis geschmolzen, und statt durch die Löcher im Eis zu angeln, knattern die beiden jetzt mit ihren Motorbooten über den See, immer noch auf der Jagd nach dem legendären Mega-Wels "Catfish Hunter", dem auch Johns 95jähriger Vater seit zwei Jahrzehnten auf der Spur ist. Obwohl die grantigen alten Männer durch Ariel etwas ruhiger geworden sind, glüht ihre gegenseitige Haßliebe nach wie vor. Sie gönnen einander weder den "Catfish Hunter" noch das Schwarze unter den Nägeln, sie tragen mit ihren Motorbooten handfeste Duelle auf dem See aus, sie werfen sich immer noch ihr ebenso begrenztes wie liebgewordenes Vokabular von Schimpfworten an den Kopf - kurz: es ist alles in bester Ordnung.

Zunächst lachen die beiden, als bekannt wird, dass der inzwischen geschlossene Angler-Laden ihres verstorbenen Freundes Chuck von irgendwelchen "Mafiosi" übernommen worden ist. Doch dann steckt Max seine Nase in den heruntergekommenen Laden und findet dort die überaus attraktive Italienerin Maria Ragetti und ihre Mutter. Max ist sofort Feuer und Flamme: "Also Sie wollen hier Köder verkaufen?" - "Köder? Was ist das?" fragt Maria. Nein, sie will den Laden renovieren und ein gemütliches italienisches Ristorante daraus machen. Sofort schnappt Max ein: Ein Restaurant, Durchgangsbetrieb, viele Autos ausgerechnet hier, wo jede Unruhe die Welse aus einem der besten Fischgründe der Welt vertreiben würde? Niemals.

So gern John und Max auch streiten - der gemeinsame Feind vereint sie zu einer gefährlichen Kampftruppe. Sie hetzen Maria die Gesundheitsbehörde auf den Hals und setzen im rechten Moment ein Meerschweinchen im Restaurant aus. Mit allen Mitteln torpedieren sie Marias Werbekampagne für das neue Lokal, um ihr ein für allemal den Geschmack am italienischen Essen zu verderben.

Die beiden Guerilleros haben jedoch nicht mit Marias Dickkopf gerechnet. Sie läßt sich von den beiden nicht ins Bockshorn jagen und kontert jede unfaire Attacke nach Kräften. Doch die Kunden bleiben aus. Maria bekommt jedoch unerwartet Schützenhilfe: Ariel findet das Verhalten der beiden altgewordenen Kindsköpfe völlig indiskutabel. Sie verlangt von John, dass er sich bei Maria in aller Form entschuldigt. Eigensinnig lehnt John ab. Und wird von Ariel vor die Tür gesetzt.

Als er bei Max um Nachtasyl bittet, wird er natürlich zunächst entrüstet abgewiesen. Bei einem Bierchen wacht der verlassene und verbohrte John dann endlich auf: Er beugt sich Ariels Forderung und besucht Maria. Der Canossa-Gang nimmt eine unerwartete Wendung, denn John und Maria bereden ihre Angelegenheiten bei einem Glas Grappa, und dann noch einem und auch einem dritten. Bier-Spezi John schläft schließlich sehr plötzlich im Sitzen ein. Und verbringt so die Nacht. In Marias Restaurant ...

Ariel macht sich Sorgen, als sie von Max erfährt, dass John seit dem Abend zuvor verschollen ist. Wütend vor Eifersucht stellt sie Maria in ihrem Restaurant zur Rede, als John in Marias Morgenmantel aus der Dusche kommt. Unüberlegte Worte werden zu scharfen Waffen, das Rededuell tobt, bis sich endlich die Staubwolke über dem Schlachtfeld hebt und offenbart, dass keiner der Anwesenden fremdgegangen ist - außer Johns Vater, der alte Lustmolch, der stolz seine jüngste Eroberung, nämlich Marias Mutter, präsentiert. Und die Mama ist es auch, die schließlich die Katze aus dem Sack läßt: Nicht auf John hat Maria ein Auge geworfen, sondern auf Max!

Der Streit ist vergessen, Max ist im siebten Himmel, er macht Maria den Hof - soweit sein sprichwörtlicher Geiz und seine ausgeprägten Jungesellen-Manieren dies zulassen.

Doch das Happy-End ist noch in weiter Ferne. Denn John und Max haben sich derart aufdringlich in die Hochzeitsvorbereitungen von Melanie und Jacob eingemischt, dass die verliebten Verlobten es nicht mehr ertragen: Statt ein rauschendes Fest auszurichten, planen die Alten die Feier in ihrer Stammkneipe. Auch an der Band soll gespart werden: Der feiste Handsome Hans, der auf dem örtlichen "Octoberfest" seine Polkas zum besten gibt, soll die musikalische Untermalung übernehmen. Wegen dieser Einmischungen, die sie ihren Vätern nicht so recht abschlagen können, bekommen sich Melanie und Jacob ernsthaft in die Wolle - und sagen die ganze Hochzeit ab.

Max behauptet, dass es an Melanie liegt - der beste Beweis: sie ist ja bereits geschieden. John weiß natürlich, dass Jacob Schuld hat. Jedenfalls ist damit der Waffenstillstand zwischen John und Max endgültig vorbei. Jetzt wird wieder mit harten Bandagen gekämpft: Max merkt zu spät, dass sein Ankertau gekappt und sein Fangnetz zerschnitten ist. John muß zusehen, wie sich sein Außenbordmotor auf dem See selbständig macht. Johns Katze zerfetzt Max' Autositze, Max' Hund scheucht Johns Katze durch dessen Haus und hinterläßt eine schrottreife Inneneinrichtung. Ariel reicht es jetzt: Sie verläßt John und zieht zu Melanie.

Und auch Maria überlegt es sich anders. Kommentarlos läßt sie Max, der für sie ein Fernsehmenü zusammengebrutzelt hat, vergeblich warten.

Schiefer könnte der Haussegen wahrlich nicht hängen. Und in diesem Moment schließt Johns greiser Vater für immer die Augen - an seinem Lieblingsangelplatz mit Blick über den See. Auf der Trauerfeier streut John die Asche seines Vaters vom Bootssteg in den See, den der Alte so sehr liebte. Dieses Erlebnis bringt alle zum Nachdenken. Max überwindet seinen lädierten Stolz und stellt Maria zur Rede, verlangt eine Erklärung. "Meine Liebe ist fluchbeladen, ist eben nicht gut für einen Mann," sagt sie, "ich war schon mal verheiratet." - "Mit Antonio, ich weiß." - "Ja, und mit Fernando. Und mit Carlo ... Marcello ... und Eduardo ..." Max läßt sich jedoch von Marias fünf gescheiterten Ehen nicht abschrecken. Und am Halloween-Abend versöhnen sich auch Melanie und Jacob wieder.

Am Morgen der Hochzeit bricht alles in Richtung Kirche auf. Max und John begegnen auf dem Weg dem alten Sven, der völlig verstört berichtet, dass der riesige "Catfish Hunter" eben seine Angel zerbissen hat. Ein Blickwechsel, und die Unverbesserlichen haben ihre Angeln ausgeworfen: "Hochzeiten fangen doch sowieso nie pünktlich an ..."

In der Kirche wird die Gemeinde immer ungeduldiger. Da verschwindet plötzlich Johns Schwimmer unter Wasser, und ein gewaltiger Fisch zerrt das Boot kreuz und quer über den See ...


SzenenfotoDarsteller: Jack Lemmon (John Gustarfson), Walter Matthau (Max Goldman), Sophia Loren (Maria Ragetti), Ann-Margret (Ariel), Daryl Hannah (Melanie), Kevin Pollak (Jacob), Burgess Meredith (Grandpa), Katie Sagona (Allie), Ann Guilbert (Mama), James Andelin (Sven)

Regie: Howard Deutch

Stab: • Produzenten: John Davis , Richard Berman • Drehbuch: Mark Steven Johnson • Vorlage:Filmmusik: Alan Silvestri • Kamera: Tak Fujimoto • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Gary Frutkoff (Produktionsdesign), Bill Rea (Art-Direktor), Peg Cummings (Set-Dekorateur) • Schnitt: Billy Weber, Seth Flaum, Maryann Brandon • Kostüme: Lisa Jensen • Make Up: - • Ton: - • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

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Dirk Jasper FilmLexikon
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