Chicago an einem Morgen. Der Erzbischof der Stadt
wird ermordet. Auf besonders bestialische Art und Weise. Der
Polizei gelingt es, unmittelbar nach ihrem Eintreffen am Tatort
einen Verdächtigen auszumachen. Es ist ein junger Mann, der
beim Anblick der ersten Polizeiuniform panikartig die Flucht
ergreift. Die Medien, ebenfalls vor Ort, übertragen die
Hetzjagd. Der Mann wird wenig später gestellt. Es handelt sich
um den 19jährigen Aaron Stampler, Ministrant des Bischofs.
Aaron wird mit blutverschmierter Kleidung festgenommen, beteuert
aber seine Unschuld. Nichtsdestotrotz wird er des Verbrechens
angeklagt werden.
Martin Vail ist in Chicago eine feste Größe. Er gilt als ein mit allen Wassern gewaschener Star-Anwalt. Vail scheut nicht gerade die Öffentlichkeit. Manche würden sagen, er sei eitel und publicitygeil. Vail verfolgt die Festnahme Stamplers in einer Bar am Fernseher - und er trifft aus dem Bauch heraus eine folgenschwere Entscheidung: Er wird den von der Presse schnell als "Schlachter-Jungen" titulierten Verdächtigen verteidigen. Vail trifft Aaron in dessen Zelle im Untersuchungsgefängnis. Er sieht sich einem schüchternen, in sich gekehrten Etwas gegenüber. Aaron beteuert erneut seine Unschuld. Er berichtet Vail, wie ihn der Bischof vor einiger Zeit von der Straße aufgelesen und damit Halt gegeben habe. Bischof Rushman sei für ihn wie ein Vater gewesen. An jenem blutigen Morgen sei er zufällig in des Bischofs Zimmer gekommen und habe dort eine dritte Person ausgemacht. Mehr kann Aaron nicht berichten, zumal er, wie er Vail glaubhaft zu versichern weiß, unter sporadischem Gedächtnisverlust leide.
Derweil sortiert sich auch die Staatsanwaltschaft. Oberstaatsanwalt Shaugnessy teilt seiner Mitarbeiterin Janet Venable den Fall zu. Shaughnessys Vorgabe ist klar: Janet muß ein Todesurteil erreichen. Der Bischof war ein enger Freund des machtbewußten, ehrgeizigen Juristen. Janet ist für Martin Vail nicht irgendeine Staatsanwältin, mit der er sich vor Gericht auseinandersetzen muß. Die beiden verbindet eine Affäre, einige Wochen der intimen Freundschaft. Vail kennt Janet, seit er selbst noch für die Staatsanwaltschaft tätig war und Janet dort eine junge Anfängerin war. Die Verbindung der beiden ging in die Brüche, doch Vail macht keinen Hehl daraus, dass er dies bedauert. Unbestritten auch, dass dies Einfluß auf den Prozeß und dessen Führung hat. Es gibt allerdings noch ganz andere Dinge, die diesen von Chicagos Öffentlichkeit mit größter Aufmerksamkeit verfolgten Mordprozeß immer spektakulärer werden lassen. Da wäre etwa ein Bischof und dessen moralische Ansprüche arg diskreditierendes Videoband mit pikantem Inhalt. Da wären die Verstrickungen des Oberstaatsanwaltes in ein von der Kirche betreutes 60 Millionen Dollar-Immobilienprojekt. Da wäre die im Fluß gefundene Leiche der Unterweltsgröße Joey Pinero. Pinero war Mandant von Martin Vail und Objekt eines Vergleiches, den Vail mit Shaugnessys Büro aushandelte. Da ist schließlich und vor allem das psychiatrische Gutachten von Dr. Arrington, das zu einem alle verblüffenden Ergebnis kommt. Der Prozeß nimmt daraufhin eine
entscheidende, von keiner der beteiligten Parteien geahnte wie
gewollte Wendung ... Darsteller: Richard Gere (Martin Vail),
Laura Linney (Janet Venable), Edward Norton (Aaron
Stampler), John Mahoney (Oberstaatsanwalt Shaugnessy), Alfre
Woodard (Richterin Miriam Shoat), Frances McDormand (Dr.
Molly Arrington), Andre Braugher (Tommy Goodman), Maura Tierney
(Naomi Chance), Steven Bauer (Joey Pinero), Stanley Anderson
(Erzbischof Rushman), Joe Spano (Abel Stenner)
Regie: Gregory Hoblit Stab: • Produzenten:
Gary Lucchesi • Drehbuch: Steve Shagan, Ann Biderman •
Vorlage: Roman "Zwielicht" von William
Diehl • Filmmusik: James Newton Howard
• Kamera: Michael Chapman • Spezialeffekte: - •
Ausstattung: Jeannine Oppewall • Schnitt: David Rosenbloom
• Kostüme: Betsy Cox • Make Up: - • Ton: -
• Toneffektschnitt: - • Stunts: - • Filmkritiken
film-dienst 13/1996: Wenig konzentrierter, mit spektakulären Wendungen versehener Gerichtsfilm, der in den Hauptrollen fesselnde darstellerische Leistungen, in Handlung und formaler Gestaltung aber nur professionelles Mittelmaß anbietet. Rhein-Zeitung 19.06.1996: "Zwielicht" ist ein konventionell und spannend erzähltes Genrekino mit attraktiver Besetzung. Cinema 06/1996: Endlich mal
wieder ein kniffeliger Gerichtsthriller mit überraschender
Wendung. Oscar ®
Oscar-Nominierung für 1996 für Edward Norton (Nebendarsteller) Von William Diehl ist bei Heyne der
Fortsetzungsroman zu "Zwielicht" erschienen: Der
Ministrant des Bösen.
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Chicago an einem Morgen. Der Erzbischof der Stadt
wird ermordet. Auf besonders bestialische Art und Weise. Der
Polizei gelingt es, unmittelbar nach ihrem Eintreffen am Tatort
einen Verdächtigen auszumachen. Es ist ein junger Mann, der
beim Anblick der ersten Polizeiuniform panikartig die Flucht
ergreift. Die Medien, ebenfalls vor Ort, übertragen die
Hetzjagd. Der Mann wird wenig später gestellt. Es handelt sich
um den 19jährigen Aaron Stampler, Ministrant des Bischofs.
Aaron wird mit blutverschmierter Kleidung festgenommen, beteuert
aber seine Unschuld. Nichtsdestotrotz wird er des Verbrechens
angeklagt werden.
Vail ist
beeindruckt von dem Jungen, den er in der Tat für unschuldig
hält, zumal es keinerlei Motiv zu geben scheint. Er weist
seine Mitarbeiter Tommy Goodman und Naomi Chance, die für ihn
als Privatdetektiv bzw. Researcherin arbeiten, an, nach dem
bewußten dritten Mann, dem wahrscheinlich wirklichen Killer
aus Aarons Erzählung zu suchen. Die mit Vail befreundete
Psychiaterin Dr. Molly Arrington bittet er um ein psychiatrisches
Gutachten seines Mandanten.
Darsteller:
Filmkritiken
Oscar ®