Zwielicht

• Inhalt • Darsteller, Regie, Stab • Filmkritiken • Oscar ® •

Filmplakat
Filmplakat Titel Deutschland: Zwielicht
Titel USA: Primal Fear
Genre: Psychothriller
Farbe, USA, 1996, FSK 16

Kino Deutschland: 1996-06-20
Laufzeit Kino: 131 Minuten
Kinoverleih D: UIP

Videocover
Videocover Video Deutschland: 1996-12-15
Kaufkassette: 1997-06-15
Laufzeit Video: 125 Minuten
Anbieter: CIC Video


Szenenfoto Chicago an einem Morgen. Der Erzbischof der Stadt wird ermordet. Auf besonders bestialische Art und Weise. Der Polizei gelingt es, unmittelbar nach ihrem Eintreffen am Tatort einen Verdächtigen auszumachen. Es ist ein junger Mann, der beim Anblick der ersten Polizeiuniform panikartig die Flucht ergreift. Die Medien, ebenfalls vor Ort, übertragen die Hetzjagd. Der Mann wird wenig später gestellt. Es handelt sich um den 19jährigen Aaron Stampler, Ministrant des Bischofs. Aaron wird mit blutverschmierter Kleidung festgenommen, beteuert aber seine Unschuld. Nichtsdestotrotz wird er des Verbrechens angeklagt werden.

Martin Vail ist in Chicago eine feste Größe. Er gilt als ein mit allen Wassern gewaschener Star-Anwalt. Vail scheut nicht gerade die Öffentlichkeit. Manche würden sagen, er sei eitel und publicitygeil. Vail verfolgt die Festnahme Stamplers in einer Bar am Fernseher - und er trifft aus dem Bauch heraus eine folgenschwere Entscheidung: Er wird den von der Presse schnell als "Schlachter-Jungen" titulierten Verdächtigen verteidigen.

Vail trifft Aaron in dessen Zelle im Untersuchungsgefängnis. Er sieht sich einem schüchternen, in sich gekehrten Etwas gegenüber. Aaron beteuert erneut seine Unschuld. Er berichtet Vail, wie ihn der Bischof vor einiger Zeit von der Straße aufgelesen und damit Halt gegeben habe. Bischof Rushman sei für ihn wie ein Vater gewesen. An jenem blutigen Morgen sei er zufällig in des Bischofs Zimmer gekommen und habe dort eine dritte Person ausgemacht. Mehr kann Aaron nicht berichten, zumal er, wie er Vail glaubhaft zu versichern weiß, unter sporadischem Gedächtnisverlust leide.

Vail ist beeindruckt von dem Jungen, den er in der Tat für unschuldig hält, zumal es keinerlei Motiv zu geben scheint. Er weist seine Mitarbeiter Tommy Goodman und Naomi Chance, die für ihn als Privatdetektiv bzw. Researcherin arbeiten, an, nach dem bewußten dritten Mann, dem wahrscheinlich wirklichen Killer aus Aarons Erzählung zu suchen. Die mit Vail befreundete Psychiaterin Dr. Molly Arrington bittet er um ein psychiatrisches Gutachten seines Mandanten.

Derweil sortiert sich auch die Staatsanwaltschaft. Oberstaatsanwalt Shaugnessy teilt seiner Mitarbeiterin Janet Venable den Fall zu. Shaughnessys Vorgabe ist klar: Janet muß ein Todesurteil erreichen. Der Bischof war ein enger Freund des machtbewußten, ehrgeizigen Juristen. Janet ist für Martin Vail nicht irgendeine Staatsanwältin, mit der er sich vor Gericht auseinandersetzen muß. Die beiden verbindet eine Affäre, einige Wochen der intimen Freundschaft. Vail kennt Janet, seit er selbst noch für die Staatsanwaltschaft tätig war und Janet dort eine junge Anfängerin war. Die Verbindung der beiden ging in die Brüche, doch Vail macht keinen Hehl daraus, dass er dies bedauert. Unbestritten auch, dass dies Einfluß auf den Prozeß und dessen Führung hat.

Es gibt allerdings noch ganz andere Dinge, die diesen von Chicagos Öffentlichkeit mit größter Aufmerksamkeit verfolgten Mordprozeß immer spektakulärer werden lassen. Da wäre etwa ein Bischof und dessen moralische Ansprüche arg diskreditierendes Videoband mit pikantem Inhalt. Da wären die Verstrickungen des Oberstaatsanwaltes in ein von der Kirche betreutes 60 Millionen Dollar-Immobilienprojekt. Da wäre die im Fluß gefundene Leiche der Unterweltsgröße Joey Pinero. Pinero war Mandant von Martin Vail und Objekt eines Vergleiches, den Vail mit Shaugnessys Büro aushandelte. Da ist schließlich und vor allem das psychiatrische Gutachten von Dr. Arrington, das zu einem alle verblüffenden Ergebnis kommt.

Der Prozeß nimmt daraufhin eine entscheidende, von keiner der beteiligten Parteien geahnte wie gewollte Wendung ...


SzenenfotoDarsteller: Richard Gere (Martin Vail), Laura Linney (Janet Venable), Edward Norton (Aaron Stampler), John Mahoney (Oberstaatsanwalt Shaugnessy), Alfre Woodard (Richterin Miriam Shoat), Frances McDormand (Dr. Molly Arrington), Andre Braugher (Tommy Goodman), Maura Tierney (Naomi Chance), Steven Bauer (Joey Pinero), Stanley Anderson (Erzbischof Rushman), Joe Spano (Abel Stenner)

Regie: Gregory Hoblit

Stab: • Produzenten: Gary Lucchesi • Drehbuch: Steve Shagan, Ann Biderman • Vorlage: Roman "Zwielicht" von William Diehl • Filmmusik: James Newton Howard • Kamera: Michael Chapman • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Jeannine Oppewall • Schnitt: David Rosenbloom • Kostüme: Betsy Cox • Make Up: - • Ton: - • Toneffektschnitt: - • Stunts: - •


SzenenfotoFilmkritiken

Filmkritik von Ernst Corinth

film-dienst 13/1996: Wenig konzentrierter, mit spektakulären Wendungen versehener Gerichtsfilm, der in den Hauptrollen fesselnde darstellerische Leistungen, in Handlung und formaler Gestaltung aber nur professionelles Mittelmaß anbietet.

Rhein-Zeitung 19.06.1996: "Zwielicht" ist ein konventionell und spannend erzähltes Genrekino mit attraktiver Besetzung.

Cinema 06/1996: Endlich mal wieder ein kniffeliger Gerichtsthriller mit überraschender Wendung.


SzenenfotoOscar ®

Oscar-Nominierung für 1996 für Edward Norton (Nebendarsteller)

Von William Diehl ist bei Heyne der Fortsetzungsroman zu "Zwielicht" erschienen: Der Ministrant des Bösen.

Dirk Jasper FilmLexikon
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