Ernst Corinth über Hackers
Engstirnige Computerfreaks sollten um diesen Film lieber einen großen Bogen schlagen. Zu absurd und unrealistisch sind die Szenen, die zeigen, was Kinder und Jugendliche mit ein paar Tastendrücke angeblich anrichten können. Natürlich ist es völliger Unsinn zu behaupten, dass sogenannte Hacker mit ihren Heimcomputern den gesamten Straßenverkehr einer Stadt wie New York lahmlegen oder, etwas harmloser, die Sprinkleranlage ihrer Schule auslösen könnten. Und selbst der Plan des erwachsenden Ganovens, mittels eines Computervirus fünf Tanker auf den Weltmeeren zum Kentern zu bringen, ist der reine Blödsinn.
Doch wenn man die bunten Bilder, die, bevor sie Schlimmes bewirken, nur so fotogen über die Monitore der Protagonisten blitzen, unter die Kategorie "Modernes Computermärchen" abspeichert, läßt sich mit Iain Softleys "Hackers" ganz gut und unterhaltsam leben. Zwar ist eindeutig die Nintendo-Generation, die mit ihren Inlineskatern ständig dem nächsten Spaß hinterherflitzt oder beim Spielchen "Doom" gleich reihenweise Außerirdische entleibt, die Zielgruppe dieses Films. Aber auch alte Leute von greisen 25 Jahren an aufwärts und mit einer jugendlichen Vorliebe für grelle Kinoabenteuer kommen in diesem Spektakel auf ihre Kosten.
Die Tricks, mit denen die clevere Gruppe um den Elite-Hacker Dade die vertrottelten Erwachsenen reinlegt, sind tatsächlich lustig anzuschauen. Das elektronische Schlußduell zwischen Gut und Böse ist sogar spannend. Und die jungen Akteure, allen voran Renoly Santiago, Angelina Jolie und Jonny Lee Miller, spielen ihre Rollen wirklich überzeugend. Kurz: ein netter Spaß nicht nur für die vielen Freunde des Klempnermeisters Mario.
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