Gerhard Heeke über Mission: Impossible

Nein, um einen unmöglichen Auftrag handelt es sich nicht, eine TV-Serie aus den 60er Jahren auf die Leinwand zu bringen. Aber, dass nicht alles so reibungslos geht, und dabei auch lieb gewonnenes über Bord geht, zeigt schon das Debakel in das Ethan Hunt und sein Team in Prag läuft.

Dabei fängt alles so gut an. Der erste Auftrag wird in klassischer Manier mit viel Kunstblut, Bühnendekorationen und Masken durchgezogen. Dafür geht bei dem Auftrag in Prag so ziemlich alles schief und Ethan (Tom Cruise) verliert sein komplettes Team. Und er steht, als einziger Überlebender, plötzlich als Verräter da. Er heuert zwei weitere Verräter (gespielt von Jean Reno und Ving Rhames) an, um durch einen spektakulären Einbruch in der CIA Zentrale seine Unschuld zu beweisen. Aber seine Verfolger bleiben ihm hartnäckig auf den Fersen ...

Soweit die Story in Kürze, ich will ja nicht alles verraten. Obwohl durch die große Medienkampagne ja schon sehr viel an die Öffentlichkeit gedrungen ist. Also nix mit TOP SECRET und 'dieses Band vernichtet sich in 5 Sekunden selbst'.

Wie oben schon angedeutet, hat der Spielfilm mit der Serie nicht viel gemeinsam. Bei 'Mission: Impossible' handelt es sich vielmehr, um einen modernen Agentenfilm, in einer veränderten Welt, wo die Bösen nicht nur böse und die Guten nicht nur gut sind. Damit aber genug der Vergleiche mit den Vorgänger Serien (ja, Serien. Ende der 80er Jahre wurde das gute Stück nämlich schon einmal fürs TV neu aufgemöbelt).

Was nun im Kino läuft ist ein solider, spannender Agentenfilm, der einige wirklich sehenswerte Szenen enthält. Aber im Gegensatz zu 'The Rock' sinkt das Spannungsniveau zwischenzeitlich auch mal. Außerdem gibt es mehr Szenen zum Schmunzeln.

Tom Cruise und (vor allem) Jean Reno haben mir recht gut gefallen. Wieso sich Emmanuelle Béart in diesen Film verirrt hat weiß ich nicht. Sie wohl auch nicht. Und das ist auch so ziemlich als einziges anzusehen. Ansonsten: Fehlbesetzung. Gut fand ich auch Vanessa Redgrave als Max. Sie spielt diese Figur wirklich interessant. So könnte ich mir auch eine reale Max vorstellen.

Der Ton/Sound ist gut, obwohl Tom Cruise bei einigen Szenen ein recht merkwürdiges Echo in der Stimme hat. Vielleicht lag's am Kino. Aber ich meine, das auch schon bei einem Ausschnitt im TV bemerkt zu haben.

Die Kameraführung ist, für einen Actionfilm der neunziger, bemerkenswert ruhig. Hier merkt man, vor allem bei den Szenen in denen nur wenig gesprochen wird, die Handschrift des Regisseurs Brian de Palma.

Die Titelmelodie wurde von der TV-Serie übernommen, aber musikalisch aufgepeppt und auf den heutigen Musikgeschmack gebracht. Allein die Melodie ist Gold wert.

Ach ja, bevor ich es vergesse: Vergeßt die Logik in der Story. So nebenbei hat man auch elementare Gesetze der Physik ausgehebelt. Aber nichts für ungut. Ich will den Film nicht schlechter machen als er ist:

Ein solider Agentenfilm. Gute Unterhaltung.

7 von 10 Kobras

© Gerhard Heeke © 1999 Next Step Mediendienste GmbH